In Nordkorea soll das erste italienische Lokal eröffnet haben. Vermutlich werden sich dort nur die kommunistischen Spitzenkader laben - während das normale Volk unterversorgt ist.
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il hat seinen Untertanen das erste italienische Restaurant geschenkt. So berichtet es die in Japan erscheinende Zeitung Choson Sinbo, die über gute Kontakte nach Pjöngjang verfügt. Kim habe eigens Köche nach Neapel und Rom geschickt, damit sie lernten, wie authentische Pizzas gebacken und anständige Pasta gekocht werden, schreibt das Blatt. Zuvor seien eigene Versuche fehlgeschlagen, heißt es.
Kim Jong Il liebt westliches Essen. Er kann sich jetzt schon auf das erste italienische Restaurant in Nordkorea freuen. Sein Volk wird davon wenig mitbekommen. (© Foto: AP/AFP)
Anzeige
"General Kim Jong Il sagte, dem Volk solle auch der Zugang zu den berühmten Gerichten dieser Erde erlaubt werden", zitierte das regimetreue Blatt einen gewissen Kim Sang-Soon, der als Manager des Restaurants vorgestellt wird.
Und nach dieser Anweisung von ganz oben waren offenbar nur noch die besten Zutaten gut genug: Mehl, Butter und Käse seien eigens aus Italien eingeflogen worden, wird den Lesern mitgeteilt.
Der Bericht, der vorerst nicht durch eine unabhängige Restaurantbesprechung zu erhärten ist, zitiert die erste begeisterte Kundin. "Ich wusste aus dem Fernsehen und aus Büchern, dass Pizza und Spaghetti weltberühmte Gerichte sind, aber dies ist das erste Mal, dass ich sie probieren konnte", soll die 42-jährige Jung Un-Suk der Zeitung gesagt haben. "Ihr Geschmack ist einzigartig", urteilte sie diplomatisch.
Die besondere Vorliebe des korpulenten Diktators für westliches Essen und feine Weine wird seit langem kolportiert, obwohl er selten den Tisch mit ausländischen Gästen teilt. Auf einer Russlandreise im Zug soll er sich an Hummer und französischem Bordeaux gelabt haben.
Ein japanischer Koch hatte nach seiner Rückkehr aus Nordkorea berichtet, Kim und sein kommunistischer Hofstaat ließen sich auch Sushi schmecken. Dem Koch war es in Nordkorea zu bunt geworden, als er neben seiner Arbeit an den Wochenenden bei Wettrennen mit Schnellbooten gegen den Diktator antreten musste - und Angst hatte, er könnte aus Versehen einmal gewinnen.
Chronisch unterversorgt
Der britische Sender BBC hatte im Jahr 2004 auch schon einen italienischen Koch interviewt, der behauptete, in Nordkorea drei Armeeoffiziere im Pizzabacken unterrichtet zu haben, damit sie ihren "geliebten Führer" damit verwöhnen konnten. Offenbar war Kims Selbstversuch erfolgreich. Dass sich nicht das ganz gewöhnliche "Volk" in dem Restaurant tummeln wird, sondern eher die für Pjöngjang übliche Mischung aus kommunistischen Spitzenkadern, ausländischen Diplomaten und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, davon darf getrost ausgegangen werden.
Auch in diesem Winter herrschte in Nordkorea eine angespannte Versorgungslage. Es gibt zwar keine Berichte über Hungersnöte, aber ein Großteil der Bevölkerung ist chronisch unterversorgt. Die Deutsche Welthungerhilfe etwa hilft den Bauern in der Provinz beim Bau von Gewächshäusern, den Städtern beim Gemüseziehen auf dem Balkon, und andere Hilfsorganisationen versuchen "gefährdete Gruppen" wie schwangere Frauen und Waisenkinder mit Notrationen zu versorgen, wobei sie immer wieder von den Aufpassern des Regimes behindert werden.
Für die Kaderriege, die innerhalb Pjöngjangs in einem von Mauern und Wachposten abgeschirmten Devisenparadies leben, gibt es allerdings schon seit langem allerlei kulinarische Vergnügungen. Es gibt in Pjöngjang hervorragende koreanische Restaurants, die beispielsweise Fasanensuppe auftischen und auch eine sehr gute Konditorei.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(SZ vom 17.03.2009/bre)
Partyzone Flußufer
@Murmel8: Ach, ich verstehe! Weil es in der DDR so schön war, wurde ja auch der "antifaschistische Schutzwall" gebaut und reihenweise Menschen bei der Flucht in die DDR erschossen? Meine Schlussfolgerung aus Ihren Worten: kommunistische Gehirnwäsche ist irreversibel.
Wir dürfen uns also auf die Zeit freuen, in denen Nordkoreaner vor vollen, von Südkorea gesponsorten Tellern sitzen, sich nach Kim zurücksehnen und das in einer dann freien Presse verbreiten. Noch haben die Südkoreaner ja die Möglichkeit, eine Grenzöffnung zu verhindern...
Zitat wmebh: "der olle Kim, und Langstreckenraketen hat er auch schon."
Dann gibt es vielleicht demnächst einen superschnellen Pizza-Liefer-Service *gg
gibt es jetzt eine Pizzeria in Nordkorea.
Es gab, dank der Partei, ab und zu auch Bananen in der DDR.
https://www.titanic-magazin.de/shop/images/default_shop/PK-ZonengabyPK.jpg
Entschuldigung, das musste jetzt aber sein ;-)
"Es ist mittlerweile erwiesen, dass sich eine sehr breite Mehrheit im Osten die alten Zeiten zurückwünschen."
Warum wohl ? Weil man nicht selbst zu denken brauchte, bevor etwas lief und lief und lief...
könnte man fast glauben, dass die DDR ein wohlhabendes Land voller glücklicher und satter Menschen war, die nur durch einen bösen Unfall der Weltgeschichte gezwungen wurde, ihr Idyll zu verlassen.
Ich hab das irgendwie anders in Erinnerung, komisch.
Und Murmel, wenn Sie den Penner an der Isar erwähnen, den hätte es in der DDr wohl wirklich nicht gegeben. Immerhin gab es ja Zwangsarbeit oder Gefängnis für "Arbeitsscheue" und "Asoziale". Das ist natürlich viel besser als das bundesdeutsche System der Sozialhilfe, der Streetworker und Obdachlosenunterkünfte.
Aber leben sie ruhig weiter in Ihrer kleinen, dunklen Welt. Menschen wie Sie sind ohnehin unbelehrbar. Das einzige was schade ist, dass Menschen wie Sie wählen dürfen und damit andere Menschen ins Unglück stürzen können. Aber wer weiß, vielleicht springt wenigstens für Sie dann irgendein netter Posten heraus?
Paging