Nightlife-Guide fürs Wochenende Schritt 3: Plaudern trotz Partylärm

Ob der Freund von der Freundin vom besten Freund oder doch der unbekannte Fremde an der Bar: Die Zahl der Menschen, die für ein Gespräch zur Verfügung stehen, verhält sich auf Parties umgekehrt proportional zur Eignung des Raumes für eine tiefsinnige Unterhaltung. Doch das schweigende Nebeneinanderstehen fühlt sich für viele Menschen automatisch komisch an - egal, wie laut es ist. Kommunikationspsychologe Stephan Lermer sieht zwei Möglichkeiten, um die Spannung des Anschweigens zu lösen: "Entweder, man spricht über seine persönliche Befindlichkeit oder über die Situation, in der sich beide gerade befinden."

Der Psychologe vergleicht den Smalltalk mit dem Beschnüffeln bei Hunden: "Man testet aus, ob einem der andere gefällt." Wenn nicht, können beide nach einem kurzen Smalltalk ihr Gesicht wahren und wieder auseinandergehen - selbst wenn danach einer von beiden alleine an der Bar steht. Das ist jedoch kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Stephan Lermer interpretiert die Situation so: "Damit eröffnet man ihm eine Chance für einen passenderen, besseren Smalltalk." Wichtig sei es, dem Gegenüber dennoch etwas Bekräftigendes und Positives mitzugeben, danach könne man sich freundlich lächelnd wegdrehen.

Entscheidend für einen guten Smalltalk sei nicht, was man sage, sondern wie man es sage. Wenn es auf einer Party so laut ist, dass man weder das Wie noch das Was verstehen kann, empfiehlt Stephan Lermer, sich dazu offen zu bekennen und den Gegenüber zu fragen, ob man sich nicht an einem ruhigeren Ort weiter unterhalten möchte - oder sogar auf einen Kaffee trifft. "Es geht darum, Mut aufzubringen. Was kann schon im schlimmsten Fall passieren?", fragt Lermer, "Ich kann von einer Gruppe ausgelacht oder von jemandem nicht mehr angerufen werden. Aber damit bewegt man sich höchstens im Bereich der Peinlichkeit. Das ist weder ein großer Imageverlust, noch kostet es einen den Kopf."