Von Ines Schipperges

Die Fast-Food-Kette mit dem Goldenen M wollte stylish werden. Stattdessen verliert sie an Farbe - und verwandelt ihr Personal in Flugbegleiter und Bankangestellte.

Mit fröhlichem Lächeln reicht die Dame in der bunten Bluse den Burger über den Tresen. Das gelbe M prangt leuchtend auf ihrer Brust, das rote Käppi sitzt neckisch schräg. McDonald's - das wird mit schrillen Farben und aufdringlichem Neon-Look assoziiert. Dazu passte auch der mega-bunte Clown mit den roten Haaren, der gelben Ballonhose und dem schrillen T-Shirt.

McDonald's

Designer Bruce Oldfield (Mitte) und zwei McDonald's-Angestellte in ihren neuen Uniformen. (© Foto: oh)

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Kann eine McDonald's-Uniform überhaupt cool und stylish sein? Die Kleidungsvorschriften der berühmten Fast-Food-Kette genießen einen denkbar schlechten Ruf. Dem soll nun abgeholfen werden. Denn Kleider machen Leute. Und Leute machen Kunden.

Die Leute - sprich, das Serviecepersonal - sollen nicht mehr durch quietschige Fröhlichkeit, sondern durch Stil und Seriosität beeindrucken und die Botschaft vermitteln: McDonald's folgt dem Trend.

Der britische Designer Bruce Oldfield, der Sienna Miller, Catherine Zeta-Jones und Jemima Khan zu seinen Kunden zählt und Prinzessin Diana zu ihrem berühmtem Lady-Stil verhalf, übernahm die Aufgabe, McDonald's neu einzukleiden. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen - viel kaputtmachen konnte er ja nicht.

Respekt vor dem Personal sollen die neuen Uniformen ausdrücken: Servicekraft statt Zirkuspferd. Schwarz dominiert, untersetzt von Details in einem blassen Braun, hochtrabend als mokkafarben bezeichnet. Selbst das berühmte goldene M muss Farbe lassen und verblasst zu einem hellen Schlammton.

Sportliche Herren

Die Damen servieren den Burger fortan im kleinen Schwarzen. Der kurze schwarze Rock folgt der traditionellen A-Linie, oben eng, unten weich fallend und leicht ausgestellt. Soweit recht geschmacksvoll und durchaus geeignet, das Selbstbewusstsein des weiblichen Personals zu heben.

Beim Design des dazugehörigen Oberteils allerdings scheint Oldfield allzusehr seine früheren Kunden - vornehmlich Lady Di - im Auge gehabt zu haben. Mit konservativem Schwarzweißmuster, strengem Kragen, hartem Schnitt und vornehmer Überlänge könnte der Kontrast zu den ehemaligen Clownskostümen nicht größer sein. Ergänzt wird das Ensemble durch ein seitlich geknüpftes Tüchlein - Lufthansa lässt grüßen.

Ein wenig lockerer dürfen sich die Herren präsentieren. Die schwarze Kappe und das weite T-Shirt vermitteln dezente Sportlichkeit, abgedämpft durch die düsteren Farben - Schwarz und Braun, ach nein, Mokka. Blankpolierte Schuhe und schwarze Hosen verleihen dem Ganzen (trotz der Bezeichnung Cargo) einen Touch von Bankangestelltenstil.

Der Gesamteindruck ist vornehm zurückhaltend, überaus seriös und durch die einheitliche Farbwahl ziemlich trist. Mit Trendiness hat das nicht viel zu tun. Doch wenn Kleider tatsächlich auch Restaurants machen, etabliert sich McDonald's demnächst als der neueste Geheimtipp für golfspielende Adelige.

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(sueddeutsche.de/jüsc)