Nächtliches Gesundheitsrisiko Volksleiden Alptraum

Wenn das Erwachen zur Erlösung wird: Jeder fünfte Deutsche leidet mehrmals im Jahr unter quälenden Alpträumen. Und die sind nicht nur unangenehm, sondern bedrohen auch die Gesundheit.

Es ist gewissermaßen paradox: Von ruhigen und entspannten Nächten können viele Menschen nur träumen. Wie eine GfK-Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau ergab leidet jeder fünfte Bundesbürger mehrmals im Jahr unter Alpträumen.

Knapp drei Prozent der Befragten werden nach eigener Aussage sogar einmal pro Woche oder öfter von stark negativen, angst- oder panikauslösenden Träumen gequält. Bezogen auf ganz Deutschland sind das rund 1,7 Millionen Menschen. An der repräsentativen Umfrage hatten 2019 Personen ab 14 Jahren teilgenommen.

Ursachen für die Fantasien sind dem Traumforscher Michael Schredl vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) zufolge nicht nur Stress, sondern auch genetische Veranlagung.

Starke Belastungen wie Prüfungen, Krankheiten und andere Probleme schlagen sich demnach besonders leicht in Form von Alpträumen nieder.

"Wer sich außerdem gegen Stress schlecht abgrenzen kann, ist eher gefährdet", sagte der Psychologe dem Magazin.

Dabei sind Alpträume nicht nur unangenehm, sondern können auch zum Gesundheitsrisiko werden, wie der Klinische Leiter des ZI-Schlaflabors, Michael Deuschle, der Nachrichtenagentur AP sagte: "Wenn jemand mehrmals pro Woche Alpträume hat, dann ist das für den Körper schon belastend und vermindert die Erholung im Schlaf."

Besonders Frauen leiden an den beunruhigenden Schlafstörungen: Von den weiblichen Befragten gab fast ein Viertel an, mehrmals im Jahr von Alpträumen geplagt zu werden. Bei den Männern waren es dagegen nur rund 16 Prozent.

Auch bei älteren Menschen ist die Belastung der Umfrage zufolge hoch: Von den Über-70-Jährigen werden nach eigenen Angaben rund 27 Prozent des Öfteren von Angstträumen aus dem Schlaf gerissen.

Als Gegenmittel empfehlen die Traumforscher zunächst einmal mehr Entspannung im Alltag. "Wenn das Stressniveau tagsüber geringer ist, dann hat man automatisch auch weniger Alpträume", erklärte Deuschle. In Extremfällen könne gemeinsam mit einem Experten versucht werden, im Schlaf bewusst Einfluss auf die Trauminhalte zu nehmen. Als so genannte "Klarträumer" bekommen die Betroffenen ihre Angstfantasien dann oft besser in den Griff.