Wer sich schlapp fühlt, sobald das Wetter wechselt, sollte öfter draußen Sport treiben. Thermoregulation kann man trainieren.

Regelmäßiges Training des Herz-Kreislauf-Systems kann Beschwerden bei einem Wetterumschwung verringern. "Personen, die auf schnelle Wetteränderungen mit Kopfschmerzen oder starker Müdigkeit reagieren, sollten sich möglichst bei jedem Wetter über die Woche verteilt etwa drei Stunden an der frischen Luft sportlich betätigen", empfiehlt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Internisten, Wolfgang Wesiack. Gut geeignet seien Wandern, Joggen, Fahrradfahren oder Spazierengehen.

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Sport im Freien - wer sich öfter draußen bewegt ist weniger anfällig bei Wetterwechseln. (© Foto: Haas)

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Dem Körper machten schnelle Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit am meisten zu schaffen, erklärt der Facharzt. Um die Körpertemperatur konstant zu halten, veränderten sich beispielsweise der Blutdruck, der Pulsschlag und der Durchmesser der Blutgefäße. "Diese Thermoregulation lässt sich trainieren, indem man die Bekleidung so wählt, dass man sich leicht kühl fühlt, aber nicht friert", rät Wesiack. Kneippsche Anwendungen verstärkten den positiven Effekt.

Rhythmisierte Lebensabläufe helfen nach Angaben des Mediziners ebenfalls, die Wetterfühligkeit zu verringern. So werde über das Tageslicht die Ausschüttung wichtiger Hormone gesteuert: "Regelmäßiger Schlaf ist daher besonders wichtig, am besten sind sieben bis acht Stunden Schlaf ab etwa 23.00 Uhr." Vor dem Schlafengehen sollte der Körper zudem nicht aufgeheizt sein. Daher sollte nicht zu spät am Abend gebadet oder sauniert werden.

Einen positiven Effekt haben laut Wesiack auch regelmäßige gesunde Mahlzeiten, am besten zur jeweils gleichen Zeit sowie ein etwa 30-minütiger Mittagsschlaf. Bei Menschen mit einer Vorerkrankung verstärkten zudem bestimmte Wetterlagen die Symptome: "Gefährlich können Wetterwechsel für Herzpatienten sein. Bei einer raschen Absenkung der Temperatur steigt die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall", warnt Wesiack.

Menschen mit einer Herzerkrankung sollten sich daher bei schnell sinkenden Temperaturen in warme, beheizte Räume zurückziehen. Bei Rheuma-Patienten verstärken Kälte und Feuchtigkeit die Symptome, auch wenn der Krankheitsverlauf nicht beeinflusst werde. In einigen Fällen könne daher ein Aufenthalt in wärmeren Klimazonen sinnvoll sein.

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(sueddeutsche.de/AP/bilu)