Gefragter Stoff

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Energischer agiert Bätzings österreichischer Amtskollege Franz Pietsch. "Auf Grund von gesundheitlichen Folgen, die von Halluzinationen bis zu Angstzuständen reichen, sehen wir akuten Handlungsbedarf", sagt Drogenkoordinator Pietsch.

Noch in dieser Woche soll der sogenannte Abgrenzungsbeirat im Wiener Gesundheitsministerium darüber entscheiden, ob sich Spice als Arzneimittel einstufen lässt. Damit könnte ein rasches Vertriebsverbot ausgesprochen werden. Pietsch: "Ich schließe nicht aus, dass Spice im Dezember schon verboten ist."

Parallel dazu werde in aufwändigen Labortests untersucht, ob sich Spice auch nach dem Suchtmittelgesetz verbieten lässt. In der Schweiz sprechen die Verantwortlichen von einer rechtlichen Grauzone. "Spice darf bei uns auf jeden Fall nicht zum Rauchen verkauft werden", sagt Mona Neidhart vom Bundesamt für Gesundheit in Bern, "dafür gibt es keine Zulassung".

Das Geschäft mit dem Rauschkraut floriert indes. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem", sagt Spice-Händler Christian Hoffmann. Seine Ware bezieht er von einem Großhändler, der wiederum direkt vom Hersteller in Großbritannien beliefert werden soll.

Einem möglichen Verbot sieht Hoffmann gelassen entgegen: "Wenn Spice tatsächlich gesundheitsschädlich sein sollte, begrüßen wir es, wenn eingegriffen wird." Er wolle nicht auf Kosten der Gesundheit Profit machen. Selber hat Hoffmann Spice noch nie ausprobiert, sagt er.

Mittlerweile sind zwei neue Sorten auf den Markt gekommen: Spice Arctic und Spice Tropical. Die eine duftet nach Menthol, die andere soll fruchtig schmecken.

Hoffmann vermutet, dass der Hersteller mit diesen neuen, anders gemischten Sorten einem eventuellen Verbot vorbeugen will. Also alles nur ein großer PR-Gag? "Wir könnten wohl auch getrocknete Petersilie als Spice verkaufen", sagt Hoffmann. "Keiner würde sich trauen zuzugeben, dass es bei ihm nicht wirkt."

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(SZ vom 26.11.2008)