Milliardärsträume in Mumbai Prunkvolles Parkhaus

600 Angestellte, sechs Bewohner, ein Hochhaus - der indische Milliardär Mukesh Ambani baut sich in Mumbai einen Palast - mit allein sieben Etagen für die Luxusautos

Von Manuela Kessler

An Geld mangelt es Mukesh Ambani wirklich nicht: Der 50-jährige Unternehmer ist soeben zu Indiens erstem Rupien-Trilliardär aufgestiegen. Sein Vermögen umfasst umgerechnet 20,5 Milliarden Euro. Ambani ist Chef von Reliance Industries, jenes gigantischen Konzerns, der mehr als drei Prozent des indischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Anil, der Reliance Communications führt, steht ihm in Wohlstand nur wenig nach. Das Wirtschaftsmagazin Forbes sieht Mukesh Ambani heute an 14. Stelle in der Rangliste der reichsten Menschen der Welt. Mit einem riesigen Wolkenkratzer will Ambani nun den Himmel stürmen.

Reiche und arme Nachbarn: Mumbai ist das finanzielle Zentrum Indiens und zugleich der größte Slum des Landes.

(Foto: Foto: Reuters)

Ambanis neues Eigenheim stellt alles in den Schatten. Großzügige Sonnenterrassen und begrünte Außenwände sind geplant. 750 Millionen Euro will er sich das Bauwerk kosten lassen. Der Glaspalast an der Altamount Road in Mumbai wird mehr Wohnraum umfassen als das Schloss von Versailles. Die indischen Medien verurteilen das Bauwerk einhellig als Monument der Eitelkeit, eine obszöne Zurschaustellung des Reichtums in einem armen Land. Die Hälfte der gut 20 Millionen Einwohner, die der Großraum Mumbai zählt, lebt in Slums. Die atemberaubende Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre hat den Graben zwischen den Habenichtsen und dem Geldadel noch vergrößert.

Einem Wirtschaftsfürsten gleich wird Ambani in seinem Wohnturm über Mumbai thronen, mit freier Sicht auf die Stadt und das Arabische Meer. Die ,,Residenz Antilia'', die in eineinhalb Jahren hochgezogen werden soll, wird sich 173 Meter über die Stadt erheben. 27 Etagen verteilen sich auf eine Höhe, die leicht doppelt so viele Geschosse beherbergen könnte.

Mukesh Ambani liebt es, in großen Dimensionen zu denken und zu agieren. Übrigens sollen die unteren sieben Etagen ihm und seiner Familie - Mutter, Frau und drei Kinder - ausschließlich als Garage dienen. Nicht weniger als 170 Abstellplätze für Luxuslimousinen sind geplant. Ein Kino erstreckt sich über den achten Stock, Swimmingpool und Fitnessräume nehmen die nächsten zwei Etagen ein. Suiten und Appartements für Gäste wechseln sich in der Mitte des Gebäudes mit Stockwerken ab, die offen und grün als tropische Gärten angelegt sind. Eine handvoll Etagen, die nur Servicezwecken dienen, folgen. Eine Armee von 600Angestellten soll für das Wohl der Familie sorgen, die in den oberen Etagen residiert. Und drei Helikopter-Landeplätze auf dem Dach werden es ihr ermöglichen, die Niederungen des indischen Alltags zu überfliegen.