Etliche Einwohner eines Dorfes in der Nähe eines Meteoritenkraters sind erkrankt. Doch die giftigen Dämpfe, denen sie ausgesetzt waren, stammen offenbar aus der Erde.
Die zahlreichen Erkrankungen nach einem Meteoriteneinschlag in Peru können nach Forscherangaben von Gasen aus dem Erdreich oder Siliziumdämpfen herrühren.
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Hinzu komme der Rauch, der bei der Verbrennung organischer Stoffe entstanden sein könnte, berichtete die Zeitung El Comercio unter Berufung auf Honorio Campoblanco von der Geologischen Fakultät der San-Marcos-Universität in der Hauptstadt Lima.
150 bis 200 Bewohner des Dorfes Carancas in der Nähe des Titicacasees hatten nach dem Einschlag des Himmelskörpers über Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Brechreiz geklagt.
Wie Campoblanco erklärte, sei Silizium in Meteoriten und im Erdreich vorhanden und könne durch die große Hitze des Aufpralls verdampft sein. Radioaktive Strahlung sei nicht festgestellt worden.
Nach Meinung von Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESOC) in Darmstadt können die rätselhaften Gesundheitsprobleme der Menschen nicht auf Gase aus dem Himmelskörper selbst zurückgeführt werden.
"Die Gegend sieht sehr moorig aus, und ich halte es nicht für unplausibel, dass das Objekt dort eingetreten ist und dabei Faul- oder Moorgase ausgetreten sind."
"Wenn ein Krater von 30 Metern Durchmesser erzeugt wurde, reden wir von einem eingeschlagenen Objekt, das erstens metallisch sein muss und zweitens einen Durchmesser von deutlich unter einem Meter gehabt haben muss", sagte Khan.
Und alles, was an einem kleinen Meteoriten so flüchtig sei, dass es ausgasen könnte, "wurde schon längst vorher in der Atmosphäre bei der Erhitzung während des Eintritts abgestoßen", ist Khan überzeugt.
Der Meteorit war Augenzeugen zufolge am Samstagabend in der dünn besiedelten Gegend im Südosten Perus eingeschlagen und hatte einen 30 Meter weiten und 6 Meter tiefen Krater hinterlassen. Ein Spezialistenteam nahm inzwischen Proben in der Umgebung des Kraters, die in der Hauptstadt Lima untersucht werden sollten.
Ein Meteoriteneinschlag wie in Peru ist Khan zufolge äußerst selten. Einschläge solcher Meteoriten von einem halben bis einem Meter Durchmesser kämen nur in Abständen von Jahrzehnten vor, sagte Khan.
Seltenes Ereignis
Khan betonte, dass zwar mindestens einmal pro Jahr Himmelskörper mit Durchmessern von unter einem Meter in die Erdatmosphäre gelangen. "Davon sind aber 70 Prozent nicht metallisch, sondern aus schwammigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die vor einem Einschlag verbrennen."
Von den übrigen 30 Prozent seien die meisten steinig und zerlegten sich in der Atmosphäre. "Nur ein kleiner Bruchteil der Meteoriten ist metallisch, aber von denen kommen die meisten bis zur Oberfläche durch", sagte Khan. Da die Erde jedoch zu 70 Prozent aus Wasser besteht, bekomme man dies oft gar nicht mit.
Wenn der Meteorit aber in der Frankfurter Innenstadt eingeschlagen hätte, "wären ein bis zwei Hochhäuser platt." Größere Objekte von zehn Metern Größe kämen nur in Abständen von mehreren hundert Jahren zur Erdoberfläche durch.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(dpa)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
z.B. die NASA und die ESA... Die NASA hat angeblich alle Teile Weltraumschrott mit einer Grösse von über 5 mm Durchmesser samt ihrer Umlaufbahn im Erdorbit registriert. Das sind zig-tausende. Gemacht wird das vor allem, um eventuelle Kollisionen mit Satelliten, Space Shuttles oder der ISS voherzusagen. Denn je nach Geschwindigkeit und Masse kann auch ein nur wenige Millimeter grosses Teilchen schwere Beschädigungen verursachen.
Was für Kleinteile gilt, ist für grössere Meteore natürlich noch mehr von Bedeutung daher werden zudem alle bekannten grösseren und kleineren Brocken auch ausserhalb des Erdorbits beobachtet.
P.S.: Illegale Mülldeponien sind in Peru übrigens eher selten; da macht sich nämlich keiner die Mühe, Müll auch noch zu verbuddeln...
Zwar gibt es in dem neuen ergänzenden Beitrag ähnlich viele Fragezeichen wie im ersten Artikel (wer zählt eigentlich metergroße Meteore!?), aber zumindest scheint der Ursprung der Vergiftungen nun eine terrestrische Ursache zu haben.
Vielleicht hat der Meteor eine mehr oder minder illegale Mülldeponie getroffen - das würde einiges erklären und meine gestrige Vermutung ("Das Grauen aus der Tiefe") schneller als gedacht bestätigen.