Nur noch ein paar Pfunde und das Ziel ist erreicht. Grauenhaft, wenn man so kurz vor dem Ziel steht und einem die nackte Angst vor Essbarem im Nacken sitzt.
Heute, liebe Leser, habe ich einen Frage an Sie: Kennen Sie diesen Moment absoluter Panik, wenn Sie kurz davor sind, ein großes Ziel zu erreichen? Atemlosigkeit, Schweißausbrüche, Handwackeln - nein? Dann klicken Sie schnell zurück und lesen etwas anderes! Sie führen ein glückliches Leben und müssen nichts von den verrückten Ideen manisch-paranoider Menschen erfahren. Sie sind noch da? Okay, letzte Warnung.
Panik und Paranoia - kurz vor dem Ziel. Nicht im Bild: ich. (© Foto: dpa)
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So, da die nervösen Hibbel nun unter sich sind, können wir frei sprechen. Sie gehören auch zu den Menschen, die vor dem Abitur nicht schlafen konnten und dann am Morgen drei Dosen Red Bull in sich schütten mussten, um während der Prüfung nicht einzuschlafen. Oder vor der Trauung in der Kirche eine Panikattacke bekamen, weil die Frau nicht pünktlich erschien - die Tatsache, dass sich der Trauzeuge mit dem Auto überschlagen hatte, interessierte in dieser Sekunde nur am Rande.
Warum? Weil man kurz vor dem Ziel steht. Und einem die nackte Angst im Nacken sitzt.
So geht es mir in dieser Woche: Nur noch ein paar Pfunde und ich habe genug abgenommen, um mich wieder wohl zu fühlen. Um beim Fußball wieder bei den Shirtlosen spielen zu dürfen. Um Fotos für meine Enkel machen zu können, bei denen sie später einmal sagen: "Hey, Opa sah damals granatenstark aus und war ein wahnsinnig cooler Typ!" Um nie mehr von Kollegen hören zu müssen: "Wie kann ein Dickerchen wie du so eine hinreißende Frau bekommen?"
Nur leide ich nun unter Verfolgungswahn. Ich meine, nur weil ich paranoid bin, bedeutet das noch lange nicht, dass ich nicht verfolgt werde. Aber die vergangenen sieben Tage war ich doch nervöser als damals vor dem Tanzkurs-Abschlussball. Das gipfelte in ziemlich unangenehmen Szenen - beruflich wie privat.
Dem Kollegen vom Produktmanagement versichere ich, dass er in der Hölle schmoren wird - nur weil er mir in der Mittagspause einen Schokoriegel anbietet. Nach dem Satz einer Kollegin "Du bist nicht mehr dick, nur untergroß" zuckt mein rechtes Auge. Ich bin sogar versucht, die Ideen aus dem Buch "Die Potenz-Diät" zu probieren, das mir der liebe Kollege aus dem Panorama-Ressort anbietet. Soll ja alles helfen.
Daheim verstecke ich Süßigkeiten, die ich selbst gekauft habe. Ich schließe die Rollläden, um meinen Nachbarn nicht beim Essen zusehen zu müssen. Ich schlage die Einladung meiner Freunde aus, die Fernsehsendung "Das perfekte Dinner" nachzustellen. Mein Verfolgungswahn geht so weit, dass sich meine Frau nicht einmal mehr Gummibärchen zu naschen traut.
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Verweigert euch der gesellschaftlichen Gehirnwäsche. Wenn die Symphatie eurer Mitmenschen von eurer Figur abhängt ist sie nicht mal einen Pfurz wert. Es sei denn ihr legt Wert auf äusserlichkeiten oder seid schon derselben gesellschaftlichen Gehirnwäsche wie die 'Dickenhasser' verfallenund stellt euch auf dasselben Niveau.
Abnehmen geht leichter, wenn man sich nicht unter Druck setzt und entspannt damit umgehen kann(Das gilt leider nicht für 'Frustesser').Das ist angesichts der (äusserst seltsamen) Einstellung der Werbungsläubigen (In der Werbung sind sogar die Dicken schlank!?!)ziemlich schwierig, aber nicht unmöglich. Dick ist kein Schimpfwort sondern ein Adjektiv.
Wer es anders sieht, sollte sich darüber im klaren sein, dass Diskriminierung jeder Art aus Unsicherheit gegenüber den Diskriminierten entsteht.
Am 15.Januar waren es mal wieder 112 Kilo(relativ wenig gegen 130 im Jahre1998).Mein lieber Onkel Doktor sagte 1.)wenn Sie so weitermachen,hängen Sie in 2 Jahren an der Spritze , zuckermäßig
2.)Sie können sich nun aussuchen , ob Sie platzen wollen oder Lungenkrebs bevorzugen (Raucher)
3.)Auf Ehre und Gewissen habe ich seitdem kein Weingummi (das schöne von Bassets)und hinterher keine Dose Cashews mehr gegessen.(Im Anschluss an die leere Gummitüte)
Erfolg:Heute morgen (immer nach der Toilette,wiegt ja) 96 Kilo.
Ich rauche(in Niedersachsen ab dem 1.Nov.mit Aussatz vergleichbar)
Ich treibe keinen Sport.
Aber,und nun kommt der Hammer:Ich darf auch keine Diätschokolade mehr essen,wegen des Fruchtzuckers oder was auch immer.
Fühle ich mich wohl?
Was das Hosenträgerproblem betrifft,ja,denn die sind ERSTMAL ad acta.
Fürchterlich sind die mitleidigen Blicke derer,die mich als fett kennen und nun schon das Allerschlimmste annehmen.Bis bald,vielleicht schaffe ich ja die 90 (KILO)
Und Alles nur durchs Verzichten auf Süßigkeiten.Traurig,aber wahr.Kein Ratgeberbuch,keinDiätguru,keine DICKENSELBSTERKENNUNGSGRUPPE.