Von Werner Bartens

Einschlafstörung oder Durschlafprobleme - in der Regel stören sich Partner in der Nacht gegenseitig und bringen sich um wichtige Ruhephasen.

Er schläft, sie wacht. Klassische Rollenverteilung: Sie grübelt und möchte reden, er schnarcht und will seine Ruhe. Wenn sein Schnarchen aus dem Rhythmus gerät, hofft sie, dass er wach wird, stupst ihn vielleicht sogar etwas an.

schlaflos

Einschlaf- oder Durchschlafstörungen? In der Regel handelt es sich meist um partnerschaftliche Störaktionen (© Foto: iStockphotos)

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Doch er schnarcht meistens weiter - tiefe Seufzer auf beiden Seiten des Bettes. Am nächsten Abend schläft sie, er wacht. Klassische Rollenverteilung: Er ist anhänglich und will kuscheln, sie ihre Ruhe. Mann und Frau können sich offenbar kaum in Ruhe schlafen lassen. In jüngster Zeit häufen sich jedenfalls auf meinem gelben Sofa die Beschwerden über massive Schlafstörungen.

Die Lehrbuchfrage - Einschlaf- oder Durchschlafstörungen? - führt in der Regel nicht weiter, denn es handelt sich meist um partnerschaftliche Störaktionen, die je nach Laune das Einschlafen, das Durchschlafen wie auch das Weiterschlafen nach dem Aufwachen behindern.

Gute Argumente haben beide Seiten: Sie bedrängen Probleme, die auf keinen Fall Aufschub bis zum nächsten Morgen dulden. Er folgt lediglich seinem evolutionär vorgegebenen Muster, sie des Nachts vor wilden Tieren zu beschützen und zudem den Fortbestand der Art sichern zu wollen.

Fortgeschrittene Schlaf-Querulanten wählen eine subtile Form des Weckrufs. Sie rütteln aufgeregt den Partner wach, weil sie plötzlich hören, wie sich die eigenen Augen bewegen. Oder weil ihr Herzschlag zu laut ist.

Bevor der Partner den Arzt holt oder gleich die Truppe mit der Zwangsjacke, sollte man allerdings vorsichtig Entwarnung geben und das Wort "Bogengangsdehiszenz" einstreuen - eine äußerst seltene Störung im Innenohr.

Im Englischen klingt die Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen des eigenen Körpers - Superior canal dehiscence syndrome - noch beeindruckender.

Lösungen sind schwierig. Getrennte Betten wirken so endgültig und schmecken nach Niederlage. Deshalb rauben sich viele Paare weiterhin gegenseitig die Nachtruhe und riskieren gesundheitliche Spätfolgen durch chronischen Schlafmangel. Wer übermüdet ist, ist schließlich anfälliger für Erkältungen und andere Infektionen. Wer zu wenig schläft, wird außerdem schneller dick und bringt die Hormone sowie jede Alltagstauglichkeit durcheinander.

Auf der nächsten: Warum auch im Krankenhaus nicht an Schlaf zu denken ist

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