Geld abknöpfen, wo es nur geht - dies gilt auch im medizinischen Bereich: Ärzte und Krankenhäuser bieten immer öfter fragwürdige Leistungen an.
Manche Ärzte beweisen ein erstaunliches Geschick darin, ihre Patienten zu brüskieren. Sie sagen ihnen gleich nach der Begrüßung, wie wenig sie an ihnen verdienen. Aus therapeutischer Sicht ist das nicht klug: Die Patienten schrauben sofort ihre Erwartungen herunter, wenn sie erfahren, dass der Augenarzt lediglich 16,72 Euro Honorar für sie bekommt und der Internist auch nur 35,38 Euro. (Die Werte schwanken je nach Facharztrichtung, Quartal und Bundesland geringfügig.)
Gewinnmaximierung im medizischen Sektor treibt seltsame Blüten: Vielleicht müssen Patienten in Zukunft für Röntgenbilder oder die geliehene Blumenvase im Krankenhaus zahlen. (© Foto: ap)
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Den Genesungsprozess fördert das nicht, aber vielleicht sitzt den Patienten die Geldbörse lockerer. Viele Ärzte bessern schließlich ihr Honorar auf, indem sie Kranken fragwürdige "individuelle Gesundheitsleistungen" (IGeL) gegen Bares anbieten. Hilfreich für Patienten sind die meisten IGeL nicht, aber lukrativ für die Ärzte.
Ein anderes Geschäftsmodell wird aus einer Kurklinik in Norddeutschland berichtet, sagen wir aus dem niedersächsischen Bad Pyrmont. Der Leiter der dortigen Reha-Einrichtung begrüßte die neuen Kurgäste zunächst damit, dass er nur etwa 2600 Euro bekommen würde, um ihren dreiwöchigen Aufenthalt zu finanzieren.
Das ist wirklich nicht viel und reicht wahrscheinlich gerade, um täglich den Fango warm zu machen. Welches Minimalprogramm in den Bereichen Pflege, Betreuung, Physiotherapie und für viele andere Anwendungen mit dieser Summe noch möglich ist, mag man sich lieber nicht vorstellen.
Aber vielleicht verfügt die Klinik ja über andere Reserven, um die Gebrechlichen und Maladen auf ihrem Weg zur Heilung nach Kräften zu unterstützen. Der Leiter erklärte den verdutzten Kurgästen jedenfalls am ersten Tag, dass von ihnen auch ein kleiner Beitrag zur Finanzierung des Hauses erwartet werde, vielmehr von ihren Angehörigen.
Von außerhalb in der Klinik anrufen könne man nämlich nur über eine kostenpflichtige 0180-Nummer und das käme teuer. Der Leiter der Kurklinik wählte eine etwas andere Formulierung, um sein unmoralisches Ansinnen zu begründen - die Telefonanlage sei kostspielig gewesen und müsse auf diese Weise amortisiert werden.
Wahrscheinlich haben daraufhin etliche Kurgäste ihre Angehörigen angefleht, öfter anzurufen, damit sie wenigstens auf diese Weise mit ein paar Anwendungen Wassergymnastik oder einer Stunde Bewegungstherapie rechnen können. Sprechende Medizin kann eben doch dazu beitragen, Kosten einzusparen.
Von einigen Zeitungen und Magazinen ist durchgesickert, dass sie dieses Geschäftsmodell auch diskutieren und überlegen, in Zukunft jedem Leserbriefschreiber eine Gebühr abhängig von der Länge seiner Einlassungen abzuknöpfen - bei Veröffentlichung und im Fall von besonders perfiden Beschimpfungen steigt natürlich der Preis.
Die Medizin ist bereits auf dem besten Wege, Geld aus allen menschlichen Notlagen abzuschöpfen. Parkplatzgebühren, Telefon- und Fernsehkarten für Krankenhäuser sind bereits vielerorts maßlos überteuert. Die weitere Entwicklung ist absehbar: In Zukunft wird Bettwäsche extra berechnet und die Toilettenbenutzung nach dem Vorbild der Sanitärzentralen in Bahnhöfen. Eine Ausleihgebühr für Blumenvasen sollte sich ebenfalls für die Betreiber rechnen.
Es ist noch ein Tabu, aber erste Kaufmännische Direktoren in Krankenhäusern diskutieren mit ihren Controllern bereits über Röntgengeräte und Computertomographen mit Münzeinwurf, wobei ein Schlitz für Scheine passender wäre.
Selbstbedienungs-Solarien haben hier Vorbildcharakter. Ist die Röntgenaufnahme noch nicht fertig, müsste allerdings ein Angehöriger bereitstehen, um nachzulösen. Der Kranke kann das ja dummerweise nicht selbst erledigen, sonst verwackelt die Aufnahme. Wer größere Körperregionen durchleuchten lassen will, sollte gleich die Kreditkarte mitnehmen.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 13.02.2010/dog/pfau)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
Warum in die Ferne schweifen...? Die Reha-Kliniken in Bayern haben sich ja schon lange dieses nette Zubrot gesichert!
So sind zum Beispiel die Patienten in der Reha-Klinik in Herzogenaurach/Mittelfranken von diesem Abzockwahnsinn betroffen.
Als Rechtfertigung entblödet sich die Klinik nicht diese mit den Kosten für die "kostenfrei" bereitgestellten Fernseher zu begründen.
Dass die Patienten für das Telefon ebenfalls noch zu zahlen haben ist noch die Krönung.
Für einen finanziell schlecht gestellten Angehörigen fällt damit die Kommunikation mit der dort untergebrachten Mutter wie in meinem Fall für 5 Wochen fast vollständig aus.
Die neue privatisierte Klinikwelten forden halt von allen, außer den Aktionären, Opfer!
Zynismus ist in dieser verkommenen Sharholder-Welt ja ein gängiges Erfolgsmodell.
Es wundert mich nicht mehr wenn, links und rechts, die Anzahl der Personen wächst die diese Republik zu tiefst verachten und auch mit Gewalt bekämpfen.
Hier wird es Zeit dass Krankenkassen und Gesetzgeber eingreifen!
Boykotte die den Betreibern richtig an die Gewinne gehen wären das beste Mittel eine Veränderung zu erzwingen!
Helmut Fischer
Ein Bekannter von mir, Zahnarzt von Beruf, hat mir schon vor sieben Jahren bei einem Glas Wein gestanden, dass der beste Patient ein Kassenpatient sei, den man zu einem Privatpatienten macht. Die echten Privatpatienten sind säumige Zahler, aber Kassenpatienten denen man alles mögliche Zusatzleistungen aufschwatzt, sind dankbar im Begleichen der offenen Schuld.
So einem Exemplar bin ich hier in Berlin auf aufgesessen. Handwerklich perfekt, aber für alles musste extra bezahlt werden. Als er mir für eine provisorische Füllung, die nur ein paar Monate zu halten hatte, auch 50 Euro Zuzahlung für einen besonders guten Zement abknöppfen wollte, platze mir die Hutschnur. Zur Rede gestellt war er in der Tat so dreist, mir zu sagen: ohne diesen Zement zu arbeiten, wäre gegen die ärztliche Kunst und dann müsste ich mir einen anderen Arzt suchen: das habe ich prompt getan.
"...dass er nur etwa 2600 Euro bekommen würde, um ihren dreiwöchigen Aufenthalt zu finanzieren.
Das ist wirklich nicht viel und reicht wahrscheinlich gerade, um täglich den Fango warm zu machen..."
Knapp 5.200 DM für 3 Wochen nichtskommanull, ist eine unglaublich große Menge Geld.
95% der Reha-Einrichtungen sind so überflüssig, wie eine Kropf lästig.
besser jedenfalls als ihre "wissenschaftlichen" Einlassungen, hier ein Einstieg in den wahren Wahnsinn:
mydrg.de.dedi694.your-server.de/apboard/board.php?id=12&sessid=a42b9743be4ff621c940552c016ec572
letztlich geht es hier nur um sinnlose geistige Onanie- göttlich!
Wer hat dieses Monster geschaffen? 100.000 Mark hat die DRG Lizenz damals in Australien gekostet und jetzt?