Was, wenn der bekannteste Vertreter eines Berufsstandes zugleich sein peinlichster ist? Eine Erörterung am Beispiel von Schönheitschirurg Werner Mang.
Man kann sich fragen, wie es um einen Berufsstand bestellt ist, wenn sein bekanntester Vertreter zugleich der peinlichste ist. Nun halten viele vernünftige Ärzte den Schönheitschirurgen Werner Mang ja gar nicht für einen der ihren. Für die meisten vernünftigen Ärzte ist er ein blonder Gockel, der früher zwar mal Medizin studiert hat und HNO-Arzt war, aber jetzt an Brüsten, Popos und Lippen herumschneidet. Werner Mang selbst hält sich hingegen für den Größten. Er zeigt das, indem er Roberto Blanco, Ralf Möller oder Menschen, die sehr blond, sehr großlippig und sehr vollbusig sind, zwangsumarmt.
Er hält sich selbst für den Größten, für vernünftige Ärzte ist er hingegen ein blonder Gockel: Werner Mang. (© Foto: ddp)
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Jetzt hat Werner Mang einem Verlag ein Buch aufgedrängt, wie intern bekannt wurde. Er sagt, "das Buch wird von den Medien sehnlichst erwartet", auch wenn hier niemand einen Medienkollegen kennt, der darauf gewartet hat. Die Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion wollten kürzlich mit Herrn Mang über Geld reden, weil sie beruflich meistens über Geld reden. Herr Mang wollte aber ausschließlich über sich und sein Buch reden, sodass sich das Gespräch als schwierig gestaltete. Als er gefragt wurde, ob er in seiner Kindheit großzügig behandelt wurde und viel Taschengeld bekam, antwortete Herr Mang, dass ihn 60 Prozent aller Deutschen kennen würden.
Werner Mang wird wahrscheinlich deshalb von einigen Medien porträtiert und in Fernsehsendungen eingeladen, weil ihm nicht peinlich ist, was vielen anderen Menschen peinlich wäre. Medien gieren nach Authentizität. Und Werner Mang stellt seine Neureichenattribute hemmungslos zur Schau und zeigt gerne seinen Maserati, seine Yachten (eine davon ist ein 20 Meter langes "Familienschiff", sagt er), seine protzigen Uhren und geißelt die Neid-Gesellschaft.
Stereotyp des hässlichen Arztes
Er bedient das Klischee des wohlhabenden Arztes wie des Aufschneiders im doppelten Wortsinne. Er bewegt sich in einer Welt des zweifelhaften Geschmacks und vermittelt den Eindruck, dass er sich für unfehlbar hält. Wahrscheinlich kennen Herrn Mang etliche Deutsche, weil er das Stereotyp des hässlichen Arztes so offensiv und selbstverliebt bedient wie sonst kaum ein Mediziner.
In seinem Buch geißelt Herr Mang die Übertreibungen der Schönheitschirurgie. Das ist hübsch. Darauf muss man erst mal kommen. Gerne würden wir bald das Buch eines Drogenbarons lesen, der vor zu harten Rauschmitteln und den Usancen seiner Branche warnt. Herr Mang wünscht sich eine "natürliche" Schönheitschirurgie. Das ist originell - als lautester Vertreter eines künstlich veränderten Aussehens jetzt zu fordern, dass die Aufhübschungen kaum auffallen sollen und sie dann als natürlich zu bezeichnen. Man kann die Altersmilde seinem Fach gegenüber aber auch als feige Salamitaktik und neues Geschäftsmodell in Zeiten der Krise verstehen. Scheibchenweise immer wieder etwas abzuschneiden und aufzupolstern, ist lukrativer als einmal die Kurven und Kanten richtig zu spoilern.
Nachdem Herr Mang eine Einheitsnase für den Mitteleuropäer entworfen hat, will er jetzt den Chinesen eine europäische Einheitsnase andrehen. Das weckt rassistische Assoziationen und man fragt sich, wo der Wunsch nach Individualität bleibt, sollten Nasen von der Stange tatsächlich Absatz finden.
Herr Mang wollte das Gespräch beenden, als er gefragt wurde, was ihn von einem Friseur unterscheide. Dabei gibt es viele Parallelen: Auch der ehrenwerte Berufsstand der Friseure versucht, das Aussehen eines Menschen zu verbessern. Auch dem Friseur gelingt das häufig nicht und die Preisgestaltung ist ebenfalls schwer verständlich. Abschließend wollte Herr Mang noch mitteilen, dass er jetzt irgendwann 60. Geburtstag habe, man ihm sein Alter aber hoffentlich nicht ansehe. Dazu fällt einem nur der Untertitel seines Buches ein: Vom falschen Glanz und eitlen Wahn.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 12.09.2009/aro/bre)
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Klasse. Aber wenn Sie mal wirklich gute journalistische Aufklärungsarbeit machen wollen, dann recherchieren Sie mal Finanzierung und Hintergründe der Mangschen Klinik am Bodensee!!! Das wird interessant. Aber keiner hat wirklich Interesse manche dunkelen Machenschaften aufzudecken.
ûbrigens. Wenn jemand nach GOÄ abrechnen würde, könnte er als Arzt nicht solche Reichtümer anhäufen. Auch das stinkt zum Himmel.
Herrn Mang kannte ich bisher nicht, aber dank dieses äußerst kurzweiligen Artikels weiß ich jetzt bescheid. Danke
Lieber Werner Bartens,
mIt feiner Spitze und Wortwitz haben sie herausgearbeitet, was mit seit langem auf der Seele brennt: Dieser eitle Gockel Mang, der wirklich nur peinlich ist, der sich permanent inszeniert und der Welt seine perversen Ansichten aufdrängt. auf dessen Buch wirklich niemend gewartet hat, der über anderer Leute Neid doziert .... und und und
Vielen Dank für Ihren Kommentar, sie sprechen mir wirklich aus der Seele.