Die Soziologie des Risikos
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Allerdings weiß man nie, was man an Ballast mit sich schleppt, wenn man umzieht - und was am neuen Ort auf einen wartet.
In Japan leiden beispielsweise 70 von 100.000 Einwohnern an Darmkrebs - das ist weltweit die geringste Rate. Kinder japanischer Eltern, die in den USA geboren sind, bekommen jedoch so oft Darmkrebs wie die Amerikaner.
Mit 140 Erkrankten pro 100.000 Einwohner kommt das Tumorleiden in den USA (neben Neuseeland) am häufigsten vor. Wer nach Japan zieht, handelt aber auch nicht schlauer. Das Land ist weltweit führend in Sachen Magenkrebs. Ach ja, in Großbritannien ist Lungenkrebs besonders häufig, in Australien Hautkrebs, in Kanada sind es Leukämien.
Man kann natürlich gesund leben, gesund essen, viel Sport treiben. Dann befindet man sich jedoch in dem schicksalhaften Dilemma, das der Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann in seiner "Soziologie des Risikos" beschrieben hat: "Man jagt sich Tag für Tag durch den Wald, um gesund zu bleiben, und stürzt schließlich mit dem Flugzeug ab."
Luhmann arbeitete übrigens 25 Jahre an der Universität Bielefeld, einem Ort, den man sich ganz weit vorn in der Liste der lebenswerten Städte vorzustellen hat.
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(SZ vom 07.03.2009/mmk)
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