Nicht jeder ist mit der Haarpracht eines Jogi Löw gesegnet: Im Netz kann Mann jetzt nachrechnen, wie es um sein Haupt bestellt ist.
Wenn Männer sich Sorgen um ihren Körper machen, bezieht sich das entweder auf ihren Kopf oder auf untenrum. Eine Ausnahme ist vielleicht der Kollege, der aus gegebenem Anlass das Buch "Homöopathie für werdende Väter" schreiben möchte und dabei mit vollem Körpereinsatz und eher ganzheitlich vorgeht. Bei ihrem Kopf denken die meisten Männer weniger an den Inhalt, sondern eher an die Verpackung, die spätestens im Alter von 30 oder 40 Jahren zur Problemzone werden kann. Nicht jeder ist schließlich mit der üppigen Haarpracht von Jogi Löw gesegnet, der einen erstaunlich monochromen Schopf in der Farbe seiner Sakkos aufweist - ohne eine erkennbare Lücke. Dabei ist der Mann in einem Alter, in dem andere Männer längst grau oder kahl sind.
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Kahles Vorbild: Bruce Willis muss sich keine Sorgen mehr um seinen Haarwuchs machen. Auch Schauspielkollege Clovis Cornillac hat offenbar Gefallen an dem luftigen Look gefunden. (© ag.dpa)
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Der Eisverkäufer unseres Vertrauens hat es einst mit einer Haartransplantation versucht, doch die kleinen Fell-Inselchen inmitten der sonst blank polierten Oberfläche weckten eher Mitleid als Vertrauen in die Kunst seiner Behandler. Ein anderer Kollege ist nach vielen vergeblichen Versuchen mit Haarwassern zur Selbstmedikation übergegangen. Er nimmt ein Mittel, das eigentlich für untenrum gedacht ist und Prostata-Beschwerden lindern soll. Er zerteilt es in vier Viertel, schluckt jeden Tag eines und lenkt seitdem das Gespräch gerne beiläufig auf die angeblich wiedererweckte Fülle seines Haarkranzes.
Wer möchte ihm da widersprechen, zumal er herausbekommen hat, dass es das Prostata-Mittel auch in etwas niedriger Dosierung gegen Haarausfall gibt, was aber viel teurer ist. Da setzt er sich lieber mit dem Messer hin, zerbröselt die Tabletten in seinem Haushalt und die Preiskalkulation des Herstellers gleich mit.
Für Männer, die sich nicht schon mit Anfang 20 und den ersten lichten Stellen am Kopf in Panik eine Modeglatze schneiden lassen möchten oder Andre Agassis Trick mit Perücke und Stirnband nachahmen wollen, gibt es jetzt angeblich Abhilfe. Ein Pharmahersteller bietet neuerdings im Internet einen "Glatzenrechner" an. Besorgten Männern soll er zeigen, was sie obenrum zukünftig erwartet.
Doch möchte man tatsächlich erfahren, wie breit der bedrohlich geräumige Scheitel noch zu werden droht? Und will man dazu wirklich ein "neuartiges Visualisierungsprogramm für die Glatzendarstellung im Bild" benutzen? Es ist vielleicht ein ganz nettes Spielchen, sich am Bildschirm den Verteidigungsminister ohne Gel-Frisur auszumalen oder auch den spanischen Abwehrspieler Carles Puyol ohne seine Zottelmatte. Andererseits gibt es schlimmere Schicksale als im Alter wie Peter Struck oder Louis de Funès auszusehen. Und was der Glatzenrechner-Anbieter nicht berücksichtigt: Das Gesicht altert bei den meisten Menschen ja mit, in der Glatzendarstellung nicht.
Die Ankündigung zeigt völlig wirklichkeitsfremd einen Typen "vorher", der zwischen dem späten Tim Wiese und dem frühen David Hasselhoff changiert und zu allem Überfluss auch noch Strähnchen in den Haaren hat. Bevor man freiwillig so aussieht, ist eine Glatze womöglich die bessere Alternative. Das Nachher-Bild ist allerdings noch erschütternder. Der Mann hat einen Eierkopf bekommen, ist nicht mehr zu erkennen und allenfalls noch an seinem zu eng sitzenden Polo-Hemd zu identifizieren.
Verkaufsfördernd ist so etwas nicht. Das zieht die Leute ebensowenig an wie ein Faltenrechner, ein das bisherige Hüftgold extrapolierender Bauchrechner oder die Hühneraugenvorhersage aus der aktuellen Hornhautbeschaffenheit am Fuß. Nachdem ein paar Kollegen ihre Daten eingegeben haben und ihr individuelles Glatzenprofil erstellen ließen, sieht man sie plötzlich auffällig oft Tabletten in Viertel schneiden.
Die Volksmusik wurde oft totgesagt. Der Österreicher Andreas Gabalier verleiht ihr einen neuen Hüftschwung. Über einen jungen Mann und sein bewegtes Leben. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 12.06.2010)
Hass auf Homosexuelle
in welcher Farbe er sein Toupet färbt, oder?
Der Löw hat aber doch wohl seine Haare gefärbt. Ich hoffe nun nicht, dass man mir gerichtlich die Äußerung dieser Annahme verbieten wird.
Haare aufm Kopf massgeblich sind für den Erfolg bei Frauen, der hat auch nichts
anderes verdient als für all die nutzlosen Hilfsmittelchen, die die Industrie anbietet
teures Geld zu bezahlen.
Andererseits allerdings müsste er an seinem Selbstwertgefühl arbeiten; das scheint den meisten noch weitaus teurer vorzukommen
... er eine Glatze bekommt oder bis ins hohe Alter volles Haar behält, muß nur schauen, wie es seinem Großvater mütterlicherseits ergangen ist. Von dem hat er nämlich die entsprechende Veranlagung mitbekommen.
Alpecin glatzenrechner.de
Sehr schön! Der Link im Artikel fehlt ja mal wieder.