Nach diesem Geraune ist die Begründung dafür, warum eine Wirkung des Plastikschmucks wissenschaftlich nie nachgewiesen werden kann, besonders hübsch: "Es wird von zahlreichen, positiven Reaktionen beim Tragen von Power Balance berichtet", schreiben die Vertreiber. "Doch erklären oder gar objektiv messen lassen sie sich nicht. Ausprobieren muss es jeder selbst."

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Tja, so ist das mit moderner Lebenshilfe. Wer es nicht spürt, ist selbst schuld. Und wenn es wirkt, ist das ja wohl Begründung genug. Und überhaupt: Würden erfolgreiche Sportler die Energie-Handschellen tragen, wenn sie nicht wirken würden? Eben. Wer die Dinger nicht um Hals oder Hand binden will, kann sie übrigens auch als Aufkleber an jeder Stelle der Haut anbringen.

Eine solche Entwicklung hat natürlich ihren Preis. Armbänder kosten 39,90 Euro, Halsketten sind für 49,90 Euro zu haben. Die geschätzten Produktionskosten haben wir harmonisch auf 50 Cent aufgerundet, so dass noch eine kleine Gewinnspanne übrigbleibt. Gelungen ist auch die Strategie, bei den Käufern ein Bewusstsein für den Preis und die Wertigkeit zu wecken. Sie sollen schließlich davon überzeugt werden, nur das Original zu kaufen: Unübersehbar prangt auf der Homepage der Warnhinweis, dass es sich bei womöglich billigeren Balance-Armbändern und -ketten nur um Fälschungen und Plagiate handeln kann. Bleibt allerdings die Frage, was ist, wenn auch die preiswerte Nachahmung wirkt - messen lässt sich das ja nicht, und ausprobieren muss es schließlich jeder selbst.

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(SZ vom 25.12.2010/jado/vs)