Die älteste deutsche Zeitschrift für Mediziner bereitet jeden Monat mit viel Leid seinen Lesern viel Freude. Nur die Bildsprache wirft Fragen auf.
Es geht. Man kann auch in schweren Zeiten seinen Spaß haben. Wer wüsste das besser als unsere verehrten Kollegen von der Münchener Medizinischen Wochenschrift (MMW).
Auf diese Weise bebildert MMW das Thema "Epileptiker". (© Foto: screenshot mmw)
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Jede Woche schaffen sie es, ihren Lesern mit viel Leid viel Freude zu bereiten. Es geht dabei nicht so sehr um journalistisches Siechtum, sondern vielmehr um die muntere Bildsprache der MMW-Redaktion, die regelmäßig für überraschende Innovationen gut ist. Das Blatt hat in unserer Tagesschrift inzwischen so viele Freunde gefunden, dass am Auslieferungstermin ein regelrechter Streit darum entbrennt, wer das Heft als Erster in Händen halten darf.
Anschließend finden sich die Kollegen regelmäßig auf meinem gelben Sofa ein und klagen über ihre Beschwerden. Meistens halten sie sich den Bauch. Natürlich dienen die Illustrationen der medizinischen Fortbildung.
Unvergessen ist der legendäre MMW-Titel "Ski(Un-)Heil!", der einen älteren Herrn zeigt, der am Kopf blutet und an der Ski-Piste steht. Ärzte, denen der Bezug zu ihren Patienten etwas abhanden gekommen ist, können hier lernen, wie ein blutender Mann im Schnee aussieht.
Das "Praxisproblem Schmerz" wird ebenfalls unterschätzt. Zu Recht ziert es daher einen MMW-Titel. Der zeigt einen bärtigen Mann, der den Kopf auf ein Nagelbrett legt und schreit - wohl weil ihm in dieser misslichen Lage auch noch ein anderer Mann auf den Kopf gestiegen ist. Endlich wird gezeigt, was wirklich weh tut!
Da sie wie wohl kein Medium sonst Leiden und Layout verbinden und kongenial Beschwerden ins Bild setzen, kann man die kreativen Gestalter der MMW nicht genug loben. Ihre Zeitschrift erscheint zudem bereits im 150. Jahr und ist damit das älteste medizinische Fachblatt Deutschlands. Gratulation!
Die Anfänge waren allerdings beschwerlich und bescheiden. Zurückhaltend nannte sich die Wochenschrift zunächst Aerztliches Intelligenz-Blatt. In der Zeitschrift veröffentlichte Rudolf Virchow einen Grundsatzartikel über die Freiheit der Forschung, Max von Pettenkofer berichtete über seinen Selbstversuch mit Cholera-Erregern und Wilhelm Conrad Röntgen zeigte unter der Rubrik "Verschiedenes" eines seiner ersten Bilder in der MMW. Das war zwar medizinisch bedeutend, aber die Bildsprache hinkte hinterher!
Verrutschte Erektion oder unverdaute Gurke?
In jüngster Zeit hat sich das endlich geändert. Im November 2008 war auf dem MMW-Titel ein männlicher Bauch mit einer dicken Beule zu sehen. Die Titelzeile "Können Sie das wegdrücken?" führte nicht wirklich weiter. Denn jeder, der das Bild sah, vermutete eine unter die Bauchdecke gerutschte Erektion oder eine verschluckte unverdaute Gurke. Erst die Unterzeile verriet, dass es sich hier um einen Leistenbruch handeln sollte.
In der Jubiläumsausgabe wird nun die "neue Bildsprache" erklärt: "Es wird Wert darauf gelegt, dass das Bild das medizinische Thema des Beitrags illustriert - man sieht in der MMW eher einen alten kranken Menschen als eine gesunde, schöne Frau."
Manchmal weder noch. Im November 2003 zeigte die MMW unter dem Titel "Damit's so gut klappt" ein nacktes, lachendes, altes Paar; er fasst ihr von hinten ziemlich derb an die Brüste. Ein paar Leserreaktionen - "debil lachende Senioren" und "Gipfel der Geschmacklosigkeit" - zeigten allerdings, dass es immer noch Ärzte gibt, die diese subtile Bildsprache nicht verstehen.
Direkter und bestimmt für alle Ärzte lehrreich und verständlich ist hingegen die Illustration des Titels "Blutfette im Auge behalten". Zu sehen ist darauf ein übergewichtiger Mann mit Spiegeleiern auf den Augen.
Die MMW kann aber auch leise, nachdenkliche Töne, ohne Bilder und ohne das branchenübliche Geschrei. In der November-Ausgabe - der mit der Gurke - wurde auf der Titelseite auf ein häufiges medizinisches Phänomen hingewiesen: "Krebs besiegt - Patient trotzdem tot".
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 13.12.2008)
Wieso verstößt mein Kommentar gegen die netiquette?
Ich fragte, ob man in dieser Rubrik nicht über die wahren Mängel der Gesundheitspolitik in Deutschland berichten wolle, statt über solche Belanglosigkeiten. Also über die Korruption der Pharma-Industrie bspw. die das deutsche Gesundheitssystem um Milliarden belasten, oder über die Tatsache (!!), dass deutsche Ärzte kostenlos jeden jüdischen Bürger dieser Welt behandeln müssen zu Lasten der deutschen Beitragszahler. Die Leute brauchen nur hier herzukommen, bei einem Arzt vorstellig zu werden und die Ärzte müssen sie behandeln. Das hat mir ein guter Bekannter, seines Zeichens auch noch mein Hausarzt erzählt.
Ich tippe auf diesen jüdischen Aspekt, aber man wird in Deutschland wohl noch Tatsachen beschreiben dürfen und auf die Fragwürdigkeit bestimmter Regelungen hinweisen dürfen, oder?
Mir jedenfalls ist nicht erklärlich, wie man einem gesetzlich Versicherten, der bei jedem Rezept zu zahlen erklären soll, dass wir mittlerweile hunderte AIDS-Patienten oder Tuberkulos-Kranke aus Russland hier kostenlos versorgen, nur weil diese dem jüdischen Glauben angehören!
Mir ist bewusst, dass der Schaden durch die Pharma-Industrie weitaus größer ist, dennoch sollte auch auf so etwas hingewiesen werden!
Eben.
Und Bushido unter Stil oder Kultur ist nun auch eher grenzwertig.
Titel: "Abwarten und weitergipfeln"
Bild: Nikoläuse vor dem Bundeskanzleramt
Bildunterschrift unternimmt den Versuch, die beiden Dinge zusammenzuführen - leider gescheitert, was das Ganze noch lächerlicher macht.
Die beschriebenen Abbildungen der MMW haben wenigstens noch etwas mit den Artikeln zu tun.
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