Die AOK hat immer prima Ideen. Jetzt kam die Krankenkasse mit dem Vorschlag, dass Patienten ihre Ärzte benoten sollen. Ein zwiespältiges Unterfangen.
Die AOK hat immer wieder prima Ideen. Jetzt kam Deutschlands größte Krankenkasse mit dem Vorschlag, dass Patienten ihre Ärzte im Internet benoten sollen. Klingt gut, wird aber zu zwiespältigen Ergebnissen führen.
Auf die Finger geschaut: Ärzte sollen öffentlich beurteilt werden können (© Foto: iStockphotos)
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Langjährige Erfahrungen am Krankenbett zeigen: Das Einzige, wofür sich Patienten in der Klinik interessieren, ist die Qualität des Essens. Nun sind Schmelzkäse-Ecken an einer traurigen Tricolore von Schwarzbrot, Graubrot und Weißbrot zwar wahrlich keine kulinarische Offenbarung.
Andererseits sagt die Auswahl zwischen Bierschinken oder Serranoschinken nichts darüber, mit welcher Finesse die Chirurgen der Klinik den Beinschinken frei präparieren, bevor sie das künstliche Hüftgelenk einsetzen.
Das Zweitwichtigste in der Klinik ist für die meisten Patienten, wie freundlich und ansehnlich die Pflegekräfte sind. Nun ist zwar erwiesen, dass eine Umgebung, in der man sich wohlfühlt, zur Genesung beiträgt. Es gibt aber wichtigere Kriterien, etwa ob die Ärzte ihr Handwerk verstehen und genug Erfahrung in dem haben, was sie tun.
Trotzdem wird es wahrscheinlich bald im Privatfernsehen den Klinikkantinen-Tester geben. Andere neue Sendungen könnten heißen: "Deutschland sucht die Super-Schwester" oder "Einsatz in vier Krankenzimmer-Wänden" - mit Einrichtungstipps für die Pflege daheim.
Seriösere Kriterien sind ebenfalls manchmal heikel, um eine Klinik zu beurteilen. Wenn etwa die Rate der Infektionen in einer Klinik höher ist, muss das nicht heißen, dass dort ein Stümper wirkt. Vielleicht ist der Chirurg sogar besonders gut, traut sich auch an die Patienten, die von anderen Ärzten nicht mehr operiert werden. Weil die behandelten Fälle komplizierter sind, kommt es womöglich auch zu mehr Komplikationen.
Die Bewertung von Arztpraxen ist nicht viel einfacher. Für viele Patienten ist es wichtig, wie lange sie warten müssen. Kommen sie schnell dran, ist der Arzt gut, so ihre Schlussfolgerung. Mich würde es skeptisch machen, wenn das Wartezimmer jedes Mal leer ist, wenn ich zum Arzt komme.
Andere Patienten beurteilen ihren Arzt nach der Auswahl der Zeitschriften. Focus Money liest niemand mehr. Liegt es noch im Wartezimmer, ist der Arzt nicht auf der Höhe der Zeit. Zu viele Hefte über Segeln, Motorboote, Polo und Golf deuten darauf hin, dass der Doktor zu viele unnötige IGe-Leistungen anbietet.
Die Plakate der Kassenärztlichen Vereinigung oder der Fachverbände sind als sichere Drohung zu verstehen, dass der Arzt Sie gleich in ein Gespräch über den Gesundheitsfonds, extrabudgetäre Leistungen oder Ulla Schmidt verwickeln wird und vermutlich wenig Interesse für Ihre Beschwerden aufbringt.
Andere Kriterien für Patienten sind a) bekomme ich eine Krankschreibung, wenn ich es will, b) verlasse ich mit einem anständigen Rezept die Praxis oder will mir der Arzt wieder erzählen, meine Beschwerden seien nur psychischer Natur, c) behandelt er seine Topfpflanzen genauso schäbig wie mich, d) sieht seine Praxis noch immer so aus wie ein Postamt in den Siebziger Jahren, verziert mit ein paar Magritte- und Miró-Kunstdrucken der Pharmafirmen?
Ob der Arzt zuhört, auf die Probleme seiner Besucher eingeht und geduldig alle ihre Fragen beantwortet, können Patienten natürlich am besten beurteilen. Zu kurz kommen wird bei all' diesen Umfragen und Bewertungen aber das, was einen guten Arzt aus fachlicher Sicht auch auszeichnet: Veranlasst er nur die Eingriffe und Behandlungen, die tatsächlich medizinisch notwendig sind und den Patienten etwas nutzen? Überaktivismus in der Medizin mag die Patienten zwar kurzfristig beruhigen. Langfristig ist das aber zum Schaden und produziert nur weitere Patienten. Die könnten dann allerdings mit Unterstützung der AOK wieder neue Ärzte testen und benoten.
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(SZ vom 20.06.2009/mmk)
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Liebe Märchenprinzessin!
Müssen Sie erst aus Ihrem hundertjährigen Schlaf wachgeküßt werden?
Denn Sie leben immer noch in der deutschen Märchenwelt der sozialeuphorischen Siebziger, was unsere Gutmschenfraktion uns natürlich glauben machen will. Wieso würden Sie sonst freiwillig Nebelkerzen statt Räucherstäbchen abbrennen?
Warum wollen Sie nicht sehen, was jedes nordhessische Grundschulkind weiß? Daß nämlich das schöne Geld, das Sie Ihrer Versicherung zahlen, deswegen nicht zu Ihrer Behandlund zum Arzt kommt, weil es vorher von unserern Gesundheitspolitlügnern und ihrer Kamarilla schon woandershin veruntreut wurde?
NATÜRLICH MÜSSEN SIE DAS ALS PATIENTIN wissen!
Und wir sagen es Ihnen!
Ihr deutschen Gutmenschen: Ihr seid nicht mehr das, wofür man Euch mal liebte: sozial gerecht und aus der Mitte der Bevölkerung! Ihr seid nicht einmal mehr das, was Ihr vorher wart: eine loyale Vertretung der Arbeiterklasse. Wir zeigen auf, was Ihr seid:
genauso besitzstandswahrerisch, philisterhaft, pharisäerhaft, klientilistisch und lobbyistisch wie Eure politischen Gegner, auf die Ihr opportunistischerweise mit Euren goldberingten Fingern zeigt. Nach dem Langen Marsch durch die Institutionen sind auch Eure Hinterviertel schwer und dick geworden. Der GEsundheitsfonds-MEgaskandal ist das Paradebeispiel! Den Verkauf der Patienten und die Enteignung der niedergelassenen Ärzte zu Nutzen und Vorteil der Gesundheitsgroßkapital-Heuschrecken nennt Ihr sozial gerecht!
Wer Euren unglaubwürdigen Schlingerkurs in ALLEN BELANGEN aufzeigt, ob Clement, Metzger, Tesch, Walter, Everts, Schlarmann, Köhler, Hoppe oder die Ärzte überhaupt, den macht Ihr nieder. Eure Waffen sind Lügen, Diffamierung, Kesseltreiben. Gottseidank habt Ihr ja dazu Eure Fünfte Kolonne, Eure Journaille.
Machterhalt um jeden Preis, Koalitionsbereitschaft mit Antidemokraten: das sind Eure neuen Markenzeichen! Dazu gröhlt Ihr die alten Klassenkämpferlieder: wollt Euch wohl neuen Koalitionspartnern empfehlen, wie? Aber Euer Gesang klingt falsch! Denn wir haben Euch durchschaut! Das gespielte Gutmenschentum GLAUBEN WIR EUCH NICHT MEHR! Nicht die Ärzte! Nicht die Patienten! Das ganze Volk glaubt Euch nicht mehr!
Ihr habt Euch nämlich kompromittiert! Für sehr lang! Damit schadet Ihr Deutschland so sehr, daß es selbst Konservativen Angst wird, weil Euer Versagen die Extremisten rechts und links stärkt. Einzige Konsequenz, bevor es zu spät ist: Schließt DIE aus, die Euch verraten haben! Erkennt Euren wahren Feind
Liebe amidufou: Menschen legen ihre Fähigkeit zu denken nicht ab, wenn sie eine Arztpraxis betreten - auch wenn sie dann vom Mensch zum Patienten werden. Die Lobbyisten der Ärzteschaft hat hinreichend für eine Verbreitung ihrer Anliegen gesorgt, deshalb gehört ein weiteres Werben für eine Besserbezahlung sowie politische Stellungnahmen nicht in den laufenden Behandlungsbetrieb. Nach Dienstschluss und ausserhalb seiner Praxis kann der Arzt dann gerne missionieren. Ein Arzt, der mir politische Vorträge hält und mir vorrechnet, wie wenig er an meiner Behandlung verdient und das ich auf keinem Fall öfter wie einmal im Quartal kommen könne, hat in meinen Augen gar kein Anrecht mehr darauf, Kassenpatienten zu betreuen. Ausserdem ist es für Patienten, die jeden Monat einen ziemlich großen Betrag an ihre Krankenkasse überweisen müssen, eine Zumutung, sich dann anhören zu müssen, dass ihr Geld beim Arzt gar nichts wert - der hält lieber nochmal die Hand auf. Die Zuzahlungen im Gesundheitswesen haben für die Patienten bereits eine deutliche Einkommensminderung ergeben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Botschaft Sie mit politischen Vorträgen statt Behandlung senden? Das hat auch viel mit einer persönlichen Wertschätzung der Patienten zu tun.
Setzen Sie sich ein - aber bitte in ihrer Freizeit!!! Alles andere ist eine Zumutung.
Falsch: der Patient muß wissen, was er, seine Krankkeit und seine Behandlung den selbsternannten Gesundheitsbessermenschen wert sind, nämlich fast nichts, und daß er zusammen mit seinem Facharzt von Klinikkonzernen abgebürstet und weggeputzt werden soll, zu deren geradezu utopischer Gewinnsteigerung, was dann in der SPDU-Diktion "soziale Gereichtigkeit" heißt.
Politische Stellungnahme des Arzts ist genauso erforderlich wie fachlicher und menschlicher Einsatz.
Alles Andere wäre Heuchelei.
Zu Amidufou: Der Arzt nötigt seine Gehaltsverhandlungen und die daraus resultiernden Frustration ungefiltert den hilfesuchenden Patienten auf. Das führt dann dazu, dass der Patient nicht mehr dazu kommt, seine Beschwerden zu schildern oder sich dies nicht mehr traut aus Angst, die fälligen Untersuchungen dann selbst bezahlen zu müssen. Den Patienten muss man am wenigsten sagen, dass unser Gesundheitssystem von Grund auf saniert werden müsste - das weiß dieser schon längst, denn unter anderem bei der Bitte um einen Behandlungstermin heisst es für Kassenpatienten - Bitte warten - Patienten mit komplexen Erkrankungen oder teueren Medikamentenverbrauch werden gleich wieder mit einer Floskel auf den Lippen abgeschoben
Herrn Bartens Bedenken, dass Patienten nicht in der Lage wären, sich ein Urteil über die Behandlung zu erlauben, teile ich nicht. Gerade von Patienten mit vergleichbaren Erkrankungen kann man sich einen guten Rat erwarten - produziert der Mediziner nur heisse Luft und plattgedrückte Hintern kann man sich den Besuch sparen. Werden Privatpatienten separate Wartezimmern angeboten, kann sich der Kassenpatient nur bei gut gefüllter Brieftasche oder einer für den Arzt interessanten Erkrankungen mit guten Gewissen dorthin begeben. Hat der Arzt bereits mehrfach gepfuscht so wird man diese Information sicher nur von Betroffenen erfahren, da diese höchst selten öffentlich bekannt werden. Gerade weil der Berufsstand davon lebt, dass jeder Kollege sich schützend vor ihn stellen wird, löst eine öffentliche Bewertung hier sicher die meisten Ängste aus. Wie aber kommt man Pfuschern bei, ausser ihnen nach Jahren der Patientenverstümmelung mit einer Zahlung von knapp 2 Mio Euro den Abgang zu versüssen wie in Freiburg? Solange die Ärzteschaft nur auf hohem Niveau jammert und ihren Frust an den eigenen Patienten auslässt und es kein solides Fehlermanagement gibt, halte ich eine öffentliche Bewertung für legitim und nützlich.
Wer als Arzt seinen Patienten ein Gespräch über die Gesundheitsfonds-Katastrophe "aufnötig", wie Sie sagen, ist vermutlich nicht desinteressiert an Ihnen und daran, auch bei Ihnen seine Arbeit gut zu machen, sondern ganz im Gegenteil:
Wer den menschenverachtenden Irrsinn der Neuen Deutschen Medizin mit ihrer von oben verordneten Lazarettmeidizin unangesprochen läßt, ist ein Zyniker oder Heuchler.
Die Schuldigen (SPDU und die Klinik-Konzernheuschrecken) müssen jedem Patienten bekannt gemacht werden. Aber auch die Fünfte Kolonne: Die Journaille, die sich vor den Karren der Verschwörer spanne läßt.
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