Jede Berufsgruppe hat offenbar die Vertreter, die sie verdient. Warum Jörg-Dietrich Hoppe Ärztekammer-Präsident wurde, unterliegt sicherlich der Schweigepflicht.
Dieser Mann ist der Wahnsinn. Er kann besonders ausführlich besonders komplizierte Sätze sprechen und erinnert in der Halbfrontalen an eine Präriewühlmaus auf Diät.
Dieser Mann weigert sich hartnäckig, verständliche Sätze zu sprechen: Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages (© Foto: AP)
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Welche dieser Eigenschaften ihn dazu prädestiniert hat, Deutschlands oberster Oberarzt zu werden, untersteht vermutlich der Schweigepflicht der Ärzte, die ihn in diese Ämter gewählt haben. Die Rede ist von Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages. Kürzlich sollte er Anne Will erklären, was er zur Honorierung der Ärzte, der Praxisgebühr und den drängendsten Problemen im Gesundheitswesen so denkt. Wahrscheinlich eine ganze Menge, verstehen konnte man es aber nicht.
Jörg-Dietrich Hoppe hat nicht die richtigen Worte gefunden. Das kann bei einem Arzt schon mal passieren. Wo kämen wir denn hin, wenn Patienten ihre Ärzte immer verstehen würden? Viele Arztbesuche wären dann überflüssig und würden den Doktoren die Geschäftsgrundlage entziehen.
Obwohl Anne Will mehrmals nachfragte, blieb Dr. Hoppe beharrlich dabei, nicht zu verraten, was er meinte. Es ist ein ziemlich subversiver Schachzug von Deutschland Ärzten, einen so gewieften Taktiker an ihre Spitze zu wählen. Dr. Hoppe übt diese Art Gesprächsführung vermutlich in seiner alltäglichen Praxis. Der Mann ist Pathologe, kennt daher die Probleme seiner Patienten vom Ende her und hat zudem eine gewisse Übung in einseitiger Kommunikation.
Auch dieser Mann ist der Wahnsinn. Herrn Dr. H. Hellmut Koch muss man sich wohl als einen bescheidenen Vertreter seiner Zunft vorstellen. Der Mann kann gar nicht eitel sein, denn nur Ärzte mit einem Mittel-Initial sind eitel. Wenn er sich Hellmut H. Koch nennen würde, wäre es etwas anderes.
Herr Dr. H. Hellmut Koch ist Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, die zugleich Inhaber und Verleger des Bayerischen Ärzteblatts ist. Die Münchner Medizinische Wochenschrift, die wir aufgrund ihrer verwegenen Bildsprache immer sehr geschätzt haben, verschickt ihr Probeabo nicht mehr an unsere Redaktion, was uns sehr betrübt. Seitdem finden wir etwas Trost im Bayerischen Ärzteblatt, deren Herausgeber übrigens Herr Dr. H. Hellmut Koch ist.
Im Bayerischen Ärzteblatt gibt es die pfiffige Rubrik "Das Zitat". Hier wird der Finger in die Wunde gelegt und knallhart auf Missstände hingewiesen. Eine Ärztin aus Nürnberg steuert in der aktuellen Ausgabe das Zitat bei, dass sie das Bayerische Ärzteblatt gerne liest, "weil mein ehemaliger Chef, Herr Dr. Koch, dort sehr oft präsent ist".
Wir nehmen an, dass es sich bei dem ehemaligen Chef um Herrn Dr. H. Hellmut Koch handeln muss und sind neidisch darauf, dass hier in für Ärzte wahrhaft turbulenten Zeiten auch die ganz heißen Eisen angepackt werden und standespolitisch klar Stellung bezogen wird.
Jede Berufsgruppe hat offenbar die Vertreter, die sie verdient. Aber auch an der Basis greift der Wahnsinn um sich. Kürzlich saß ein Kollege auf meinem gelben Sofa und klagte darüber, dass ihm sein Arzt die ganze Zeit erzählt hat, was er verdient oder vielmehr, was er gerade nicht verdient. Die Beschwerden des Patienten haben ihn nicht interessiert, und angesichts der existentiellen Probleme des Arztes hat sich der Kranke nicht getraut, sie zu erwähnen oder zu erzählen, was er nicht verdient.
Andere Kollegen haben von ihren Ärzten gehört, dass "sozialistische Staatsmedizin" und "Polikliniken wie bei der Stasi" kommen. Man fürchtet in diesen Tagen um die seelische Gesundheit der Mediziner in Deutschland. Hübsch auch die Variante, dass der Bertelsmann-Konzern einen Plan ausgeheckt habe, um die freie Ärzteschaft zu zerstören. Angesichts solch wirrer Theorien ist es eine Erleichterung, im Bayerischen Ärzteblatt zu schmökern oder Dr. Hoppe zuzuhören.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 23.05.2009/mmk)
Wettmanipulation im Fußball
Sehr geehrter Herr Bartens,
bitte lassen Sie die Kirche in Dorf,
es reicht mit etwas ganz Anderem:
dem Gesundheitsfonds,
der größten gesellschaftliche Katastrophe seit Bestehen der Bundesrepublik,
diesem Tyrannosaurus Rex der Bürokratie,
dem Ausverkauf von Patient und Arzt ans Gesundheitskonzern-Heuschrecken-Großkapital,
der Zerstörung der individuellen Patienten-Arzt-Beziehung und einer leicht erreichbaren menschennahen ambulanten fachärztlichen Versorgung,
dem Mißbrauch der Ärzte als reine Triage-Knechte, Rationierungs-Sündenböcke und Codierungs-Sklaven,
dem Mißbrauch der Kranken als "Wertschöpfungs-Faktoren",
dem Datenhandel mit der elektron. Krankenkarte,
der kaltlächenden Inkaufnahme der Zerstörung von 4,5 Millionen deutschen Arbeitsplätzen
dem inszenierte Kesseltreiben gegen Ärzte, das einem Lehrbuch totalitärer Desinformationspolitik zu entstammen scheint,
Ihrem Doctorbashing mit dem Ziel der Enteigung und Zwangsproletarisierung der deutschen Ärzteschaft,
den dreisten Lügen, mit denen die derzeit noch herrschenden "Gesundheitspolitiker" das von ihnen zu Verantwortende ihren politischen Gegnern anhängen wollen, um von den eigenen Megafehlern abzulenken
UND schließlich dem verlogenem Pharisäertum, das alles noch sozial gerecht zu nennen.
Deshalb: das hier ist wohl eine SPD-und Gesundheitsheuschrecken-Belang-Plattform:
Bitte leisten Sie doch in Zukunft Ihre Wahlkampf- und Lobbyhilfe ganz offiziell in Wahlspots und Werbepamphleten.
Nützen wird das nichts, denn Patienten und Ärzte glauben die Lügen sowieso nicht mehr!
Mit lieben Grüßen
Eine Glosse, die mit spitzem Finger mitten in die Wunde der Meinungmache im Gesundheitswesen piekt. Wie genau der Treffer sitzt, zeigen die Leserkommentare.
Alles Gute
Kai Hamann
Ich finde es wirklich bedauerlich, dass Journalisten und jene, die sich dafür halten, keine Interessenkonflikte angeben müssen. Gerade in einer Zeitung wie der SZ, die sich ja sonst immer der Bekämpfung der Korruption verpflichtet fühlt. Bei Herrn Bartens könnte man dann vielleicht lesen, dass er Autor des "Ärzte-Hasser-Buchs" ist und Artikel wie diese aus seiner Feder direkt dem Verkauf seiner "Bücher" zugute kommen. Man könnte vielleicht auch lesen, dass er selber der Stationsarbeit den Rücken gekehrt hat, weil er selber die moralischen Standards nicht einhalten konnte, die er so vehement von anderen einfordert. Sicherlich sollten die Ärzte jemanden als Standesvertreter wählen, der sich verständlich ausdrücken kann und medial "sexy" ist, vielleicht Prof. Brinkmann? Ich fürchte aber, selbst dann würde Herr Bartens etwas zum kritisieren finden - die Krawatte z.B.? Deutschland sucht den Super-Gesundheits-Medien-Star! Politik? Aus dem Gesundheitsministerium derzeit nur Populismus. Die machens richtig, was? Populismus ist sexy, persönliche Polemik auch. Aber wieso dann nicht gleich zu Diekmann?
...hören wir an dieser Stelle nichts über Herrn Dr. W. Hoppenthaller? Schein mir doch noch weitaus ergiebiger als die bereits erwähnten Persönlichkeiten.
Auch ich bin allerdings etwas verwundert über die eine oder andere Formulierung, die durchaus knapp unterhalb der Gürtelinie liegt.
Natürlich sind die Betroffenen "betroffen"; indes gibt es auch unter ihnen eine Vielzahl, der das rationale Denken noch nicht abhanden gekommen ist bzw. teilweise nur zu Standesveranstaltungen vorübergehend abhanden kommt. Wenn sich ein "Berufsstand", verteten duch einen Teil seiner "Ständler", damit brüstet, er habe sich die sebstverständliche Pflicht zur Aktualisierung seiner Kenntnisse "aufgehalst", kann wohl mancher Gedanke aufkommen.
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