Viele alte Menschen nehmen jeden Tag eine ganze Hand voll Medikamente ein. Doch Zahl und Kombination der Mittel machen häufig keinen Sinn.

Sind alte Leute ausreichend mit Medikamenten versorgt? Oder erhalten sie sogar zu viele Mittel? Angesichts der Berge von Tablettenschachteln, die sich in manchen Seniorenhaushalten finden, sind das berechtigte Fragen.

Medikamente

Alte Menschen nehmen manchmal zu viele oder falsche Tabletten ein. (© Foto: ddp)

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US-Wissenschaftler haben nun versucht, Antworten daruf zu finden. Bei rund 200 Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren, die fünf oder mehr verschiedene Medikamente einnahmen, prüften die Forscher, wie sinnvoll die Verordnungen waren.

Vitamin- und Mineralstoffpräparate, pflanzliche Produkte und Medikamente zum Auftragen auf die Haut berücksichtigten sie dabei nicht.

Zwei Drittel der Senioren nahmen mindestens ein Medikament ein, das nicht sinnvoll war, berichteten die Mediziner im Journal of the American Geriatrics Society.

Die entsprechenden Präparate waren wegen der Einnahme der anderen Medikamente unsinnig oder eigneten sich sogar überhaupt nicht zur Behandlung ihrer Erkrankung.

Eine solche Überbehandlung ist nicht einfach überflüssig, sondern schädlich.

Denn andere, schon länger bekannte Untersuchungen zeigen eindeutig, dass die Zuverlässigkeit, mit der Patienten eine Therapie befolgen, mit der Zahl der verschriebenen Medikamente abnimmt.

So bleiben schon bei zwei Tabletten täglich nur noch 60 Prozent der Patienten am Ball. Und bei vier Medikamenten rutscht der Anteil der Therapietreuen gar auf ein Viertel ab.

Was die amerikanische Studie aber auch zu Tage brachte: Zwei Drittel der Senioren erhielten ein wichtiges Medikament gar nicht.

Das waren genauso viele wie diejenigen, die Überflüssiges bekamen. Und bei 42 Prozent der Untersuchten war die Verwirrung komplett: Sie nahmen auf der einen Seite Unsinniges und erhielten andererseits Medikamente nicht, die sie eigentlich dringend benötigt hätten.

Nur bei jedem Siebten stimmte der Arzneimittel-Mix, so die Autoren der Studie.

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(Quelle: www.medical-tribune.de)