Die Männer kümmern sich nicht um die Kinder, jammerten die Frauen früher. Jetzt tun sie es - und nerven trotzdem. Warum? Weil die neuen Väter vor allem in einem Punkt großartig sind: in der Selbstdarstellung.
Als neulich der Kollege L. seine kleine Tochter mit in die Redaktionskonferenz brachte, waren die Männer voller Bewunderung. Sie beglückwünschten ihn zu dem süßen, blonden Mädchen. Der Chefredakteur lächelte freundlich und begrüßte demonstrativ den Kollegen und seine "kleine Assistentin". Die Frauen aber verdrehten die Augen und überlegten, was die Männer wohl gesagt hätten, wenn eine von ihnen ihren Nachwuchs ins Büro geschleppt hätte? Überfordert, die Gute, kriegt offenbar die Kinderbetreuung nicht auf die Reihe!
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Mehr Zeit für die Familie - tatsächlicher Wunsch oder sozial erwünschte Antwort? Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung belegt, dass Väter durchschnittlich sogar mehr Zeit im Job verbringen als kinderlose Männer. (© iStock)
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Sind Frauen missgünstig? Ja. Kann man es ihnen gar nicht recht machen? Ja. Erst jammern sie, dass sie sich um die Kinder kümmern müssen, dann beschweren sie sich, wenn die Männer es tun. Schizophren? Ja.
Vater und Selbstdarsteller
Doch die Schizophrenie kommt nicht von ungefähr. Sie speist sich aus der langjährigen Erkenntnis, dass zwischen männlichem Vaterschaftsbekenntnis und Wirklichkeit eine Lücke klafft. Der angebliche Trend zum betreuenden Papa ist ein gefühlter. Die neuen Väter sind vor allem in einem Punkt großartig: in der Selbstdarstellung.
Männer haben entdeckt, dass sie Kinder haben. Und das erwähnen sie sehr gerne und sehr oft. Manche schreiben Bücher über sich und ihre Kinder und ihren aufregenden Alltag - oder sie erklären ihnen (und uns gleich mit) die ganze Welt.
Richard David Precht zum Beispiel. Der Lieblingsphilosoph der Medien hat ein neues Buch geschrieben: "Warum gibt es alles und nicht nichts?" Untertitel: Precht erklärt seinem Sohn Oskar die Welt. Danke, Herr Precht. Ein Philosoph ist noch sympathischer, wenn er ein Herz für Kinder hat.
Wenn Männer prominent sind, lassen sie sich vorzugsweise mit ihren Kindern für die Leute-Magazine ablichten. Brad Pitt zum Beispiel, sechs Kinder, von denen immer mindestens eines auf seinem Arm sitzt und ein anderes an seiner Hose zerrt. "Es ändert deine Weltanschauung", sagt er und schwärmt vom echten Glück. Neuerdings berichtet er auch von seiner Sorge, dass die Kleinen durch seine strenge Vaterrolle im Kinofilm "The Tree of Life" verunsichert werden könnten. Vielleicht sollte er mal mit einer seiner vielen Nannys reden.
Extremfälle? Ja - aber selbst die Durchschnittsväter geben sich laut, auftrumpfend und überaus selbstbewusst in ihrer neuen Rolle. Ungefragt erzählen sie, wie viele Kinder sie haben, wie bewegend der Moment der Geburt war, als sie das kleine Menschlein im Arm hielten und wie wunderbar die Vaterschaft ist.
Zeit für die Kinder - sobald es der Terminplan zulässt
Doch leider, leider können sie sich gar nicht so richtig um die Kinder kümmern, weil ihr Beruf zu anstrengend ist. Was würden sie nur tun, um mal ein Wochenende ausschließlich der Familie zu widmen! Auf die Frage, was sie sich wünschen, antworten sie stereotyp: mehr Zeit für die Kinder. Aber, versprochen, sie bringen die Kleinen zur Nacht ins Bett und lesen ihnen vor - sobald es der enge Terminplan mal zulässt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Deutschland enorm verändert. Galt eine Frau früher noch als Rabenmutter, wenn sie ein paar Monate nach der Geburt des Kindes wieder ganztags arbeitete, ist es heute weitgehend akzeptiert, wenn sie zumindest Teilzeit ins Büro oder Geschäft geht. Es gibt mehr (wenn auch nicht ausreichend) Krippenplätze, es gibt ein Recht auf einen Kindergartenplatz, und das Elterngeld erleichtert es finanziell, ein paar Monate auszusetzen.
Nur: An den meisten Männern ist der Wandel offenbar fast spurlos vorübergegangen. 1986 schrieb der Münchner Soziologe Ulrich Beck: "Die Männer haben eine Rhetorik der Gleichheit eingeübt, ohne ihren Worten Taten folgen zu lassen." 25 Jahre und zahllose Gleichberechtigungsdebatten später wünschte man sich, dass die Becksche Feststellung überholt sei. Die Realität aber spricht dagegen.
Oder würden Männer sonst die klassische Aufgabenteilung - Papa arbeitet, Mama passt auf die Kinder auf - propagieren? Auf die Fragen nach den Aufgaben eines Vaters nennen 95 von hundert Männern an erster Stelle "der Familie ein Heim bieten" und "den Lebensunterhalt für die Familie verdienen". So steht es in der großen Väterstudie des Deutschen Jugendinstituts, der letzten umfassenden Untersuchung zu diesem Thema.
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Heftige Erschütterung in Norditalien
Ja, es stimmt leider, immernoch sind viele Männer groß im Schaulaufen und schlecht im Verantwortung teilen. Art 6 GG scheinen da nicht alle verinnerlicht zu haben. Ich kenne genug Beispiele aus dem Bekanntenkreis, wo Mama mindestens genauso gut qualifiziert ist und gleich viel verdient wie Papa, aber nach der Geburt Arbeit, Haushalt und Kinder trotz "verbaler Aufgeschlossenheit" des Mannes weitestgehend alleine wuppen muss. Aber es gibt eine wachsende Minderheit Mann, der sich wirklich intensiv um die Kleinen kümmert und keinen Bohei darum machen muss. Vor zehn oder zwanzig Jahren konnte man das noch nicht so auch noch nicht beobachten.
Die Preisfrage ist doch, wie man mehr Männer dazu ermuntern kann, mehr Vatersein zu wagen. Ihr seid aber auch eine Kientel, an der man sich die Zähne ausbeißen kann! Mit Nörgelei geht das alles sicher nicht schneller, aber doch mindestens mit liebevoller Hartnäckigkeit. Und manchmal braucht's eins über die Rübe. Dazu gehört ein Artikel wie dieser! :-)
Einen Bindungsvorteil haben Mütter lediglich in der Stillzeit, ansonsten geben Väter genauso wie Mütter den Kindern das Fläschchen, den Brei, spielen und erziehen gleichberechtigt mit. Die Bindung zum Vater entsteht bereits während der Schwangerschaft, das Kind baut im Mutterleib Vertrauen zu seinen Eltern auf, es kann die Stimmen von Vater und Mutter unterscheiden, wieder erkennen. Der erste Blickkontakt nach dem Abnabeln durch den Vater, besiegelt den lebenslangen Bund zwischen Kind und seinen Eltern.
SPD fällt mit Diskriminierungsvorschlag 2/2012 bei der Sorgerechtsreform in Steinzeit zurück. Empörung und Widerstand der Männer, Väter und Mütter in diesem Land sind die Antwort.
In Europa ist das Gemeinsame Sorgerecht die Regel. Das hat neben der FDP, die Familienpartei und die Piratenpartei längst verstanden.
Die elterliche Sorge ist laut Grundgesetz Artikel 6 ein sogenanntes Pflichtrecht, aus dem kein Elternteil entlassen oder ausgegrenzt werden darf.
Die moralische und ideologische Überhöhung nur eines Geschlechtes innerhalb einer Partnerschaft (und von außen) ist der Anfang vom Ende des Agierens auf einer Augenhöhe innerhalb der Partnerschaft.
Kinder sollen wieder Ihre Väter bekommen, weil diese sich um Ihre Kinder kümmern wollen.
NICHT DIE ZERSTÖRUNG DER BINDUNGEN DER KINDER ZU IHREN ELTERN IST DAS ZIEL, SONDERN DIE ERHALTUNG, SICHERUNG UND WIEDERHERSTELLUNG !
Bei der Lektüre des Artikels dachte ich mir nur, entschuldigen sie bitte die persönlichkeit, dass die Autorin dringend mal mit ihrem Partner reden sollte. Hauen sie doch lieber mal bei ihrem Chef auf den Tisch, dass sie für gleiche Arbeit auch gefälligst gleich bezahlt werden wollen, damit es daraufhin auch Sinn ergibt, dass der Mann zuhause bleibt; ansonsten ist das schlicht verschenktes Geld.
Und überlegen sie doch mal was Männern von Kindesbeinen an auch durch die weiblich dominierte (früh-) kindliche Erziehung vermittelt wird und klopfen sie mal dem nächsten Mann, der ihnen über die Füße läuft, auf die Schulter, wie weit er sich trotzdem von alten Klischees entfernt hat, die in ihnen offensichtlich noch reichlich vorhanden sind.
Wenn das nächste mal ein Mann sein Kind mitbringt, verdrehen sie doch einfach mal nicht die Augen, sondern danken sie ihm, dass er sich potentiellen Sticheleien von archaischen Kollegen aussetzt und damit auch ihren Arbeitsplatz zu einem menschlich-sozialeren Umfeld verändert. Natürlich können sie ganz revangistisch auf die Vergangenheit verweisen um ihren Zorn zu erklären; oder sie helfen halt konstruktiv dabei, dass auch unsere Gesellschaft sich dem skandinavischen Vorbild annähert.
...so klingt ihr gesamter Artikel, wütend, aggressiv, unfreundlich.
Das einzige worin ich ihren Beitrag als sinnvoll empfände wäre im Deutschunterricht als Beispiel, wie Hass gegen Bevölkerungsgruppen geschürt wird.
1.) Was sie tun ist sich aufregen, aber denken sie einmal nach, (Um bei den Klischees zu bleiben, die sie gern bedienen) wenn ihr Mann sie anschreit, sie sollen doch im Bett mehr leisten, dann tun sie das doch auch nciht, oder? warum sollte also ein Mann der diesen Beitrag liest mehr mit seinen Kinder tun?
2.) Die meisten Mädchen/Frauen die ich kenne gehen davon aus, dass Frauen aus biologischen Gründen bessere Eltern sind als Männer.
Würde ihnen da nciht als Mann die Lust aufs Erziehen vergehen?
3.) Wäre es nicht sinnvoller zu schreiben, wie schön eine Familie sein kann, in der ALLE etwas zusammen machen? Was sie geschrieben haben trieft doch nur von Egoismus. Aus ihrem Artikel hab ich herausgelesen: Der Haushalt bleibt unter der Fuchtel der Frau, aber der Mann soll darin arbeiten....
4.) Wenn sie gerne eine Veränderung hätten, dann seien sie auch bereit dazu, in meiner Umgebung wimmelt es von Menschen die gute Väter sind oder gute Väter werden wollen, aus tiefstem Herzen, wer sich davor verschließt, der tut nur eines, immer wieder den jungen Samen ehrlicher Liebe zertrampeln und junge Frauen determinieren, dass alle Männer doof sind, weshalb diese dann ihren Mann für doof halten, weshalb es diesem dann irgendwann reicht.
Fazit: Destruktiver Artikel, Ziel des Artikels ist die Beibehaltung des jetzigen Zustandes (wenn auch verkappt), Propaganda und Missgunstschürung
Es ist schade, dass ein solcher Artikel überhaupt existiert.
Liebe Frau Rubner,
ich empfinde ihren Artikel als so schockierend arrogant, dass ich gar nicht weiß, wo ich ansetzen soll. Sie diffamieren und insbesondere: Sie pauschalisieren bis zum Geht-nicht-mehr.
"Die neuen Väter sind vor allem in einem Punkt großartig: in der Selbstdarstellung. "
"...selbst die Durchschnittsväter geben sich laut, auftrumpfend und überaus selbstbewusst in ihrer neuen Rolle. "
"Ihre Verkleidung ist die Rhetorik. Sie handeln anders, als sie vorgeben zu denken. Sie tun wenig - und reden viel. "
"...während die Männer nur einen winzigen Teil ihrer Lebenszeit für die Kinder opfern. Umso lauter aber inszenieren sie sich. "
usw. usw.
Ein Wahnsinn. So sind sie also, "die Männer".
Falls das Ganze eine "lustige" Überspitzung sein soll: Da sind Sie leider zu spät, dieses platte Humorfeld hat Mario Barth bereits abgegrast.
Paging