Von U. Bretz

Darf's ein bisschen Luxus sein? In Paris gibt es Taxis von Frauen für Frauen. Man muss es sich nur leisten können.

Eine Frau, die nicht zu einem Mann ins Auto steigen will, ruft sich ein Frauentaxi - zumindest in Deutschland. Wer sich in Paris für ein Frauentaxi entscheidet, bekommt einen ganz anderen Service geboten. Die Frau am Steuer ist mehr als eine Fahrerin - sie ist eine diskrete Begleiterin, egal, wo es hingeht.

Luxus im Taxi; Frau am Steuer, das wird teuer

Taxi bitte - aber nur eines, das von einer Frau gelenkt wird. In Deutschland muss man danach noch suchen, in Frankreich gehören die Luxus-Fahrten für betuchte Frauen längst zum Alltag. (© Foto: dpa)

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Natürlich wollen auch die Pariserinnen, die sich im Frauentaxi chauffieren lassen, vor allem ihre Ruhe vor Männern. Sie wollen keine Angst davor haben müssen, im abgeschlossenen Raum des Taxis vom Fahrer angemacht oder gar belästigt zu werden. Doch die Pariser Frauen haben erkannt, dass es noch mehr Vorzüge bietet, sich von einer Geschlechtsgenossin fahren zu lassen.

Wer bei den immer beliebteren Limousinen-Diensten für Frauen anruft, möchte nicht mit quietschenden Reifen durch den hektischen Berufsverkehr der französischen Hauptstadt von A nach B kommen. Die Kundinnen wollen sich ein Extra an Luxus leisten: Die Fahrt in einem Frauen-Taxi ist für sie ein kleiner Moment der Entspannung.

Innen werden Getränke serviert

Übers Internet, per Telefon oder SMS suchen sich die Frauen mit dem nötigen Kleingeld das Auto aus, in dem sie durch die Pariser Prachtstraßen chauffiert werden wollen - sie haben die Wahl zwischen mehreren Modellen.

Auch im Inneren der Luxus-Kutsche wird Wert auf Service gelegt: Hinter den getönten Scheiben liegen Frauen-Magazine und verschiedene Tageszeitungen für die Kundin bereit. Dazu reicht die Fahrerin, auch "Driveuse" genannt, gekühltes Mineralwasser. Alkohol gibt es in der Limousine nicht.

In Frankreich stoßen die luxuriösen Frauen-Taxis nicht nur auf Zustimmung: Manche Kritiker sehen es nicht gerne, wenn die reichen Frauen unter sich bleiben wollen - sie befürchten, dass sie sich damit selbst ausgrenzen. Diese Gefahr sehen die Nutzerinnen des speziellen Dienstes freilich nicht. Sie schätzen es, dass sie, und gegebenfalls auch das mitgebrachte Schoßtier, von sanften Fahrerinnen zu Flughäfen, Bahnhöfen oder zur Arbeit begleitet werden.

Und natürlich dorthin, wo es die aktive Hauptstädterin wohl am häufigsten zieht: zum "Shopping parisien". Während die Dame sich neu einkleidet, ihr Mittagsessen zu sich nimmt oder bei einem Empfang weilt, wartet die Fahrerin geduldig im Wagen. Tagsüber kostet das 65 Euro pro Stunde, wer nachts unterwegs ist, zahlt fürs Warten 75 Euro.

Wer sich richtigen Luxus leisten will, reserviert sich die Limousine plus Fahrerin gleich für einen ganzen Tag: Knapp 600 Euro muss die Pariserin für die treue Driveuse bezahlen. Dafür steht der Wagen parat, wenn die Kundin, mit Einkaufstaschen bepackt, die Kaufhäuser verlässt.

Manchmal bietet sich dann auch ein kleiner Smalltalk über die Einkäufe an. Eben fast wie bei einer Freundin. Und wie eine Freundin sammelt die Fahrerin ihre Kundin auch mal auf, wenn sie nach einer Verabredung schnell wieder nach Hause will.

Diskret, versteht sich. Jede Fahrerin unterschreibt vorher eine Vereinbarung, in der absolute Vertraulichkeit zugesichert wird. Manche Frauen bestehen nach einiger Zeit darauf, immer von der gleichen Driveuse gefahren zu werden. Kein Wunder, dass die für manche Kundin zur Vertrauten wird. Mit einem Mann am Steuer wäre das wohl nicht passiert.

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(sueddeutsche.de/mmk/bgr)