Wem erstmal ein Tumor aus der Lunge entfernt wurde, der ist vom Laster Nikotin geheilt - sollte man meinen. Das trifft aber nur bei jedem zweiten Patienten zu.
Wer einmal Lungenkrebs hatte, fasst bestimmt keine Zigarette mehr an - sollte man meinen.
(© Foto: irisblende)
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Dem ist jedoch häufig nicht so. Wie US-Mediziner jetzt berichten, raucht jeder zweite Patient, dem ein Lungentumor entfernt wurde, bereits in den ersten zwölf Monaten nach der Operation wieder.
Wie die Forscher von der Washington University School of Medicine jetzt in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Cancer Epidemiology & Biomarkers berichten, nahm in ihrer Untersuchung an 154 erfolgreich operierten Krebspatienten sogar mehr als jeder Dritte das gefährliche Laster dauerhaft wieder auf.
Anhand von vier Faktoren konnten die Studienautoren vorhersagen, welche Patienten wieder zur Zigarette zurückkehren würden und welche nicht.
Wer noch kurz vor der Operation geraucht hatte - zum Teil erlosch die letzte Zigarette wenige Stunden vor dem Eingriff - gönnte seinem Körper auch direkt danach keine Erholung.
Darüber hinaus zählte ein besonders großes Verlangen nach Nikotin, ein niedriges Einkommen und überraschenderweise eine hohes Bildungsniveau zu den Risikofaktoren.
Es sei nicht die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten, die über darüber entscheide, wer aufhören könne, sondern ob noch kurz vor der Operation gerauchte würde, so Mark S. Walker, Leiter der Studie.
Überrascht war der Psychologe von dem Ergebnis jedoch nicht: Schließlich sind waren die Patienten alle abhängig. Daher könne man nicht davon ausgehen, dass sie einfach ihr Verhalten ändern, nur weil sie einer Gefahr knapp entgehen konnten.
Dabei hatten die starken Raucher zunächst Glück im Unglück: Die Ärzte entdeckten den Lungenkrebs bei ihnen während einer Routineuntersuchung.
In einem sehr frühen Stadium sind die Heilungschancen vergleichsweise gut.
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(Quelle: www.medical-tribune.de)