Von Violetta Simon

Blubsibärchen, Knuddelhase, Knutschipuh: Bei Kosenamen ist alles erlaubt. Leider.

Sicher hegte Edmund Stoiber die besten Absichten, als er seine Gattin Karin mit diesem knuffigen, kuscheligen Kosenamen bedachte: "Muschi". Vielleicht kam ihm das Wort zugeflogen, wollte aus dem Bauch raus, wie er halt so ist, der Edmund. Und: Schließlich kann er seine Frau nennen wie er will, jedenfalls zwischen Schlafzimmer und Frühstückstisch. Dass es die Muschi so schnell in die Medien schaffen würde, konnte er ja nicht wissen. Immerhin hat er daraus gelernt: Hände weg von fantasievollen Ideen. Oder wenigstens darauf achten, dass es nicht peinlich wird.

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Kosenamen rufen nicht immer die gewünschte Reaktion hervor. (© Foto: iStock)

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Deshalb verwenden die meisten Promis möglichst unauffällige Bezeichnungen - zumindest offiziell. Andre Agassi nennt seine Steffi "Baby". Da gähnt man kurz und wendet sich gelangweilt ab. Würde er sie "Nase" oder "Tennisärmchen" rufen, wäre das in kürzester Zeit ihr neuer Vorname. Indem Britney Spears ihren neuen Lover als "Mr. Secret" bezeichnet, hat sie aus der Not eine Tugend gemacht - schließlich kennt ihn kein Schwein, da kann man doch prima ein Geheimnis daraus machen. Dennoch ahnen wir, dass "Mr. Secret" weder Humor noch Fantasie hat. Sonst würde er sie nicht "Sugar" oder "Cat" nennen, sondern "Mrs. Bad-Hair-Day".

Und wie ist es bei unserem Lieblings-Duo, Brangelina? Nicht der kleinste Hinweis in den Schlagzeilen. Unwahrscheinlich, dass Brad Pitt "Bärli", "Erdbeerhasi" oder "Flauschibärchen" zu Angelina sagt. Das passt nicht zu der glutäugigen Schönheit mit dem Schmollmund. Sicher würde er etwas wählen, das eine ihrer herausragenden Eigenschaften assoziiert. Doch was, außer "Schlauchbootlippe" könnte das sein?

So gesehen haben wir Normalos es da einfacher: Gerade weil sich kein Mensch für uns interessiert, können wir unserer Fantasie freien Lauf lassen: Göttlichschöner, Kullerkeks, Knutschfussel - ja, so wollen wir genannt werden. Mit ein bis zwei Ausnahmen: Wenn keine anderen Leute anwesend sind. Und die Beziehung noch aktuell ist. Es gibt wohl nichts erniedrigenderes, als von seinem Freund vor anderen Leuten mit "Hallo, mein Pipifrosch!" begrüßt zu werden - und dann auch noch vom Ex.

A propos Frosch: Für die meisten Kosenamen müssen Tiere herhalten - von Hase bis Hengst ist alles dabei. Dabei eignet sich nicht jedes Exemplar als Inspiration. Von Drache, Nilpferd oder Ratte ist beispielsweise dringend abzuraten - es sei denn, man sucht Streit. Oder ein Leben jenseits aller Erotik: In einer entsprechend debil anmutenden Version können Tiernamen den Partner innerhalb kürzester Zeit von einer Sexbombe in einen geschlechtsneutralen Teddybären verwandeln. Dafür bleibt der Spaß im Bett garantiert: Wer sich über "Mausibautzi" oder "Blubsibär" nicht totlachen kann, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Übrigens werden Kosenamen nicht immer um ihrer selbst Willen verwendet. Hin und wieder sollen sie ein konkretes Anliegen, etwa die Aufforderung zum Liebesakt, einleiten. Manche Männer glauben, Frauen mögen sowas. Nach einem gesäuselten "Na, mein Moppelhase?" kommt die Aufforderung "Lass uns knuddeln!" Wir alle wissen, dass es hierbei nie, niemals, ums Knuddeln geht.

Sollte ein Mann wirklich knuddeln wollen, sollte er sich dafür schleunigst eine Katze suchen oder ein Meerschweinchen. Das kann er auch gern "Knutschipuh" oder "Mausibautzi" nennen.

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