Aber hat sich schon einmal jemand die Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen? Der Mann ist ein Getriebener, ständig auf der Suche nach sich selbst. Da kann man schon mal das Tempolimit ein wenig überschreiten. Hinzu kommt die permanente Gefahr der Ablenkung. Wie soll man den Blick auf die Straße heften, wenn die Stadt voll ist von Plakaten mit halbnackten Frauen? Und was die Verkehrsregeln betrifft: Männer halten sich nun mal nicht gern an Regeln. Spätestens im Alter von 32, wenn er von zu Hause ausgezogen ist, bestimmt er selbst, wo es langgeht. Wie soll er da auf jedes Verkehrsschild eingehen können?

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Die mit Abstand größte Bedrohung ist natürlich die Beifahrerin. Ständig plappert sie, lenkt ihn ab, verdreht den Rückspiegel, um ihr Make-up zu kontrollieren.

A propos Bedrohung: Was bisher weitgehend unter den Tisch gekehrt wurde, ist die Zahl jener bedauernswerten Kreaturen, die tragisch verunglücken, weil sie eine Frau durch freihändiges Radfahren auf der Schnellstraße, Arschbombe vom Zehn-Meter-Brett oder Pitbull-Streicheln beeindrucken wollen. Hier muss von einer immensen Dunkelziffer ausgegangen werden - die Scham, Sie wissen, das Salzburger Nockerl ...

Überhaupt, die Frauen. Ein ewiges Damoklesschwert sind sie. Entweder durch ihre Anwesenheit. Oder durch das Gegenteil. Sobald sie sich von ihm trennt, steht er bereits mit einem Bein im Grab: Um sage und schreibe 66 Prozent steigt die Sterberate bei geschiedenen Männern. Da kann man sich doch gleich einen Sarg kaufen. Und die Frauen? Bleiben davon unbeeindruckt. Leben und atmen weiter, als wäre nichts gewesen. Und warum? Weil sie über die besseren Netzwerke verfügen. Während ihm jegliche emotionale Unterstützung und Fürsorge entfleucht, ersetzt sie ihn einfach durch ihren Freundeskreis. Daran muss ein Mann ja zerbrechen.

Glücklicherweise gibt es noch so was wie ausgleichende Gerechtigkeit: Die meisten Unfälle passieren nach wie vor im Haushalt. Wenigstens davor bleiben Männer weitgehend verschont.

Eine Sammlung der besten Kolumnen ist unter dem Titel "Hurra, wir lieben noch!" beim Droemer Knaur Verlag erschienen.

Alle "Luft und Liebe"-Kolumnen im Überblick finden Sie gesammelt unter dem Bookmark www.sueddeutsche.de/luftundliebe

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(sueddeutsche.de/mmk)