Entwicklungsstörungen in der Sprache von Vorschulkindern werden oft nicht erkannt - dabei "verwachsen" sie sich selten.
Sprachfehler bei Kindern im Vorschulalter werden nach Einschätzung von Experten oft nicht richtig diagnostiziert. Häufig mangele es an der genauen Differenzierung, ob es sich um eine Sprachstörung oder um Sprachauffälligkeiten handele, sagte die Präsidentin des Deutschen Bundesverbands für Logopädie, Monika Rausch. "Dadurch entsteht die Gefahr, dass Kinder mit echten Sprachverarbeitungs-Schwierigkeiten, die eine Therapie benötigen, auf einmal schlechter gestellt werden", kritisiert Rausch.
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Sprachprobleme können gelöst werden - wenn man sie erkennt. (© Foto: dpa)
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In dieser Woche (11. bis 13. Juni) treffen sich rund 1600 Logopäden zum 38. Bundeskongress des Verbandes in Mainz. 2008 sei bei Schuleingangsuntersuchungen bei 20 bis 25 Prozent der Kinder ein Sprachförderbedarf festgestellt worden.
Bei vielen Verfahren werde nicht sorgfältig genug zwischen Sprachstörungen und Sprachauffälligkeiten unterschieden. "Kinder mit Sprachstörungen können mit sprachlichem Input nicht so gut umgehen, entwickeln nur schwer Sprachkompetenz."
Diese Gruppe habe zahlenmäßig nicht zugenommen. Angestiegen sei jedoch die Anzahl der Kinder mit Sprachauffälligkeiten. "Bei diesen Kindern funktioniert das Sprachverarbeitungssystem, aber ihnen fehlt das Gespräch mit einem interessierten Gegenüber, das als Sprachvorbild agiert", erklärt Rausch. "Dies ist notwendig, um Sprachfähigkeit zu entwickeln und Sprache mit ihren variantenreichen Ausdrucksmöglichkeiten zu erlernen."
Eltern müssten unbedingt über diesen Unterschied aufgeklärt werden und darüber, dass sich Sprachentwicklungsstörungen nicht auswachsen, sondern bereits im Alter von drei Jahren verlässlich erkannt und frühzeitig vor Schulbeginn behandelt werden können. Spätestens seit der Debatte um das deutsche Abschneiden bei der Bildungsstudie Pisa sei ein gesellschaftliches Bewusstsein entstanden, dass Sprache eine Schlüsselrolle für den schulischen Erfolg darstelle.
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(sueddeutsche.de/dpa/bilu/mmk)
Christopher Lee zum 90.
Nach dem im Februar erschienenen Heilmittelbericht der AOK erhalten mehr als ein Drittel der sechsjährigen Kinder Sprachtherapie. Diese Kinder stehen kurz vor der Einschulung und viele lernen so zu schreiben wie sie sprechen. Dass hier Schulschwierigkeiten schon vorprogrammiert sind, braucht man wohl nicht zu erwähnen.
Dabei gibt es ein Lesebilderbuch zur Erkennung von Sprachauffälligkeiten, das bereits für vierjährige Kinder geeignet ist. Das Kind sieht ein ganz normales Lesebilderbuch. Nur der Vorlesende weiß, dass er gerade die Aussprache seines Kindes überprüft.
Ein frühzeitiges Erkennen ist also möglich. Problemlos und ohne, dass sich das Kind in einer Testsituation befindet.