Studie zum ersten Mal Warum späterer Sex glücklicher macht

Wer in der Schule als "Spätzünder" verlacht wurde, kann ein Grinsen der Genugtuung aufsetzen. Denn Menschen, die erst spät ihr erstes Mal erlebt haben, führen im Erwachsenenalter die glücklicheren Beziehungen und Ehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie.

Abwarten ist keine Schande: Vor dem ersten Sex sollten sich beide darüber klar werden, ob sie auch wirklich wollen.

(Foto: g-mikee/photocase.com)

Elton John hat bis zu seinem 23. Lebensjahr gewartet, erst dann gab er sein jungfräuliches Dasein auf. Das könnte das Geheimnis seiner 19-jährigen, offenbar glücklichen Beziehung und Ehe mit David Furnish sein - wenn es nach einer Studie der Forscherin Paige Harden von der University of Texas, Austin, geht.

In der kommt die junge Wissenschaftlerin zu folgendem Ergebnis: Menschen, die mit dem ersten Sex lange warten, sind in ihren späteren Beziehungen und Ehen angeblich glücklicher und zufriedener.

"Ja, es ist wahr, dass Spätzünder in ihrem späteren Leben ein glücklicheres Liebesleben haben", bestätigt Psychiater Hemant Mittal gegenüber der Nachrichtenagentur dts. Menschen, die mit dem ersten Sex gewartet hätten, würden ihren späteren Partnern oftmals mehr Aufmerksamkeit schenken, seien entgegenkommender und könnten sich in einer Beziehung eher anpassen, so der Experte weiter.

Harden hat für ihre Studie die Ergebnisse einer amerikanischen Langzeituntersuchung ("National Longitudinal Study on Adolescent Health") ausgewertet, in der die Entwicklung von 1659 Geschwisterpaaren gleichen Geschlechts über mehr als ein Jahrzehnt beobachtet und festgehalten wurde. Die Probanden wurden in regelmäßigen Abständen befragt. Harden teilte sie in drei Gruppen ein: erste sexuelle Kontakte vor dem 15. Lebensjahr, zwischen dem 15. und 19. Lebensjahr und nach dem 19. Lebensjahr.

Testpersonen aus der dritten Testgruppe gaben an, in ihren Beziehungen glücklicher zu sein als die Testpersonen aus Gruppe eins und zwei. Sie gaben zu Protokoll, Konflikte mit dem Partner für sich zufriedenstellend lösen zu können, fühlten sich von ihren Partnern geliebt und geachtet.

Harden vermutet aber auch, dass Menschen, die sehr früh ihr erstes Mal erlebten, bei der späteren Partnerwahl wählerischer als die Probanden aus den anderen beiden Gruppen sein könnten.

In vorherigen Studien kam die Forscherin übrigens zu dem Ergebnis, dass sexuelle Enthaltsamkeit (gewollt oder ungewollt) nicht ausschließlich positive Auswirkungen auf junge Menschen habe. So seien Teenager, die sehr früh Beziehungen und Sexualität erlebten, weniger verhaltensauffällig als Teenager im selben Alter ohne sexuelle Erfahrungen.