Von Bert Ehgartner

Die verschiedenen Vorstadien von Dickdarmkrebs können durch Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden.

Ziel des Screenings ist es, Karzinomvorstufen zu entdecken und zu entfernen. Die Überlebensrate erhöht sich signifikant, wenn der Krebs auf die Darmwand beschränkt ist (90 Prozent). Bei Lymphknotenbefall (30-60 Prozent) und wenn der Tumor bereits Tochtergeschwülste abgesiedelt hat (10 Prozent) ist die Fünf-Jahres-Überlebensquote hingegen deutlich niedriger.

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Bei Vorsorgeuntersuchungen wird vom Arzt normalerweise ein digital-rektaler Test vorgenommen. Dabei tastet der Arzt mit dem Finger den Enddarm auf etwaige Wucherungen und Veränderungen aus. Daneben wird ab vollendetem 55. Lebensjahr die jährliche Durchführung eines einfachen Suchtests auf verborgenes Blut im Stuhl empfohlen.

Zu den möglichen Vorsorgemaßnahmen gegen Darmkrebs gehören außerdem Sigmoidoskopie und Koloskopie.

In Deutschland wird die Koloskopie zur Darmkrebs-Früherkennung routinemäßig durchgeführt. Dabei wird ein endoskopisches Instrument in den Darm eingeführt, mit dem sowohl optische Eindrücke von der Darminnenwand möglich sind, als auch etwaige kleine chirurgische Eingriffe, wie das Entfernen von Polypen, gleichzeitig durchgeführt werden könnten.

In Österreich wird bei der Vorsorgeuntersuchung eine Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr für alle Erwachsenen alle 10 Jahre empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt. Sollte ein höheres Risiko vorliegen, kann der Abstand zwischen zwei Untersuchungen verkürzt werden.

Wird Blut im Stuhl gefunden, wird der Darm entweder mit einer so genannten kurzen Darmspiegelung (Sigmoidoskopie, dabei kann ein Darmabschnitt von 60 cm eingesehen werden) oder einer hohen Darmspiegelung (Koloskopie, dabei wird der Dickdarm bis zu der Stelle, wo der Dickdarm in den Dünndarm übergeht, inspiziert) weiter untersucht (die Darmspiegelung wird alle zehn Jahre als Vorsorgeuntersuchung angeboten).

Dazu wird ein endoskopisches Instrument in den Darm eingeführt, das mit einer Kamera die Darminnenwand inspiziert und Instrumente für kleinere chirurgische Eingriffe enthält. Diese Untersuchung sollte von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden.

Darmkrebs gehört neben Prostatakrebs und Brustkrebs zu jenen bösartigen Erkrankungen, bei denen die erbliche Komponente von größerer Bedeutung ist.

Etwa 5 bis 10 Prozent der kolorektalen Karzinome sind auf Erbfaktoren zurückzuführen. In einer großen Untersuchung zeigte sich, dass ein Darmkrebsfall bei engen Verwandten das Risiko bei jüngeren Menschen (40 bis 60 Jahre) um das 1,7 bis 4-fache erhöht. Wer also enge Blutsverwandte hat, die an Darmkrebs erkrankt sind, sollte das Vorsorge-Untersuchungsprogramm gewissenhaft erfüllen.

Das höchste Erkrankungsrisiko tragen Personen, die zur Polypenbildung neigen, sowie Patienten mit langwierigen chronisch immer wiederkehrenden Dickdarmentzündungen.

Letzte Aktualisierung: 25.01.2007 (Inge Smolek) Experten für diese Seite: Dr. med. Rainer Pöhnl (Innere Medizin) Dr. med. Gert Vetter (Allgemeinmedizin)

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(Quelle: surfMED)