Experiment mit McDonald's-Menü Der Burger, der nicht schimmeln will

Eine Fotografin wollte sechs Monate lang den Verwesungsprozess eines Burgers dokumentieren. Doch das Fast Food tat ihr den Gefallen nicht - und blieb optisch unverändert.

In New York sorgt ein unverwüstlicher Burger für Aufsehen. Die Fotokünstlerin Sally Davies hat am 10. April 2010 einen Burger und eine Portion Pommes in einer Filiale der Fast-Food-Kette McDonald's gekauft, um die Veränderungen des Menüs auf Fotos festzuhalten. Leider tat ihr das Fast-Food-Menü den Gefallen nicht und weigerte sich, zu verderben. "Ich habe angefangen zu fotografieren - aber es ist nichts passiert", sagte Davies. "Es hat einen Tag lang gerochen, und danach nicht mehr."

Nach Angaben eines AFP-Reporters sah der Burger, den die Künstlerin für das "Happy-Meal-Project" erworben hatte, immer noch wie neu gekauft aus. Wie Sally Davies gegenüber der Daily Mail erklärte, sei er lediglich etwas kleiner geworden. Demnach gebe es weder Anzeichen für Schimmel, noch rieche er schlecht. Davies' Hunde liefen an dem Essen vorbei, ohne Interesse zu zeigen. Vorwürfe, sie erlaube sich einen schlechten Scherz und habe getrickst, wies Davies zurück: "Die Leute sollten sich auch einen Burger kaufen und das gleiche Experiment machen."

In den USA berichteten bereits zahlreiche TV-Shows über den langlebigen Burger. Es wurde darüber spekuliert, wie sich das Essen so lange halten konnte, ohne schlecht zu werden - und ob so lang haltbare Lebensmittel überhaupt verträglich sein können. Auf Anfrage teilte McDonald's mit, keine Aussage machen zu können, solange die Bedingungen unklar seien, unter denen das Essen aufbewahrt wurde. Bakterien und Schimmel würden sich nur unter bestimmten Bedingungen entwickeln, nicht aber bei großer Trockenheit.

Ein ähnliches Experiment wurde im Oktober bekannt: 1996 kaufte die amerikanische Ernährungsberaterin Karen Hanrahan einen Hamburger bei McDonald's und bewahrte ihn bis heute ganz auf. Nach wie vor weist der Burger keine Spuren von Schimmel oder Ungeziefer auf. Im Frühjahr 2010 versuchte die amerikanische Bloggerin Nonna Joann Bruso das Experiment mit einem Happy Meal von McDonald's, das bis heute ebenfalls keinerlei Verwesungsanzeichen aufweist.

Mediziner warnen schon lange vor den Fast Food-Produkten. Zuletzt kritisierte eine Gruppe von Ärzten aus den USA die Produkte der Schnellimbisskette McDonald's als gesundheitsschädigend. Das Video wurde zur besten Sendezeit vor der beliebten Satireshow The Daily Show ausgestrahlt und zeigt einen übergewichtigen Toten im Leichenschauhaus, der einen halb gegessenen Hamburger in der Hand hält. Dann wird das berühmte gelbe M der Kette und "Ich liebte es" eingeblendet.

McDonald's reagierte erbost: "Diese Werbung ist skandalös, verlogen und unseren Kunden gegenüber unfair", sagte Sprecherin Bridget Coffing. "McDonald's vertraut darauf, dass seine Kunden sich von dieser haarsträubenden Propaganda distanzieren und vernünftige Entscheidungen in Sachen Ernährung und Lebensweise treffen."

Der aufsehenerregende Burger steht unterdessen weiter unter fotografischer Beobachtung.

Das Burger-Recht auf Identität

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