Mehr als ein Fünftel der Jugendlichen trinkt regelmäßig Alkohol. Die Stadt Berlin will jungen "Koma-Säufern" nicht länger hilflos zuschauen.

Vorglühen, Flatrate-Partys und Koma-Saufen - im Kampf gegen den übermäßigen Alkoholgenuss Jugendlicher starten die Gesundheitsverwaltung und die Berliner Bezirke am 14. Januar eine ganzjährige Präventionskampagne.

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Mehr als 1000 alkoholisierte Kinder und Jugendliche hat die Polizei 2008 auf Berlins Straßen und Plätzen aufgegriffen - deutlich mehr als im Vorjahr. (© Foto: dpa)

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Mit Sprüchen auf Plakaten und Flyern wollen die Initiatoren Jugendliche unter dem Motto "Na klar!" von einem überlegten Umgang mit Alkohol überzeugen.

Eine Leitfigur der Kampagne ist die Comicfigur "Klara Kopf". Zu den Ideen gehört unter anderem eine "Lange Nacht der alkoholfreien Getränke". "Lieber was auf'm Kasten als aus'm Kasten" - an "cooler" Werbung für ein Leben ohne Flasche in der Hand können sich Berliner Jugendliche im Internet beteiligen.

Hinter der spielerischen Art der Kampagne steckt bitterer Ernst. Mehr als 1000 alkoholisierte Kinder und Jugendliche hat die Polizei 2008 auf Berlins Straßen und Plätzen aufgegriffen - deutlich mehr als im Vorjahr.

"Hilflose Maßnahmen"

Präventionsarbeit sei das wichtigste Instrument, um Jugendliche beim Thema Alkohol zu erreichen, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinkt mehr als ein Fünftel aller Jugendlichen in Deutschland regelmäßig Alkohol.

Die Zahl der Kinder, die mit elf Jahren schon einen Rausch erlebt haben, hat dabei stark zugenommen. In Krankenhäusern häufen sich die Behandlungen Jugendlicher wegen Alkoholvergiftungen. In den Jahren 2000 bis 2006 haben sich die Zahlen in Berlin fast verdoppelt - von 156 auf 296 Behandlungen zwischen 10 und 20 Jahren. 2007 starb erstmals ein Jugendlicher nach "Koma-Saufen".

Senatorin Lompscher hat Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen in Berlin als "hilflose Maßnahme" kritisiert. Von Januar an hat das Bezirksamt Mitte unter anderem für das Gelände rund um den Fernsehturm am Alexanderplatz ein Alkoholverbot ausgesprochen.

"Das Problem wird verdrängt und Präventionsbotschaften kommen noch schwerer an", sagte Lompscher. Die Gründe für hemmungsloses Trinken sind vielfältig. "Wir müssen uns klar machen, das Kinder und Jugendliche Vorbilder nachahmen", sagte die Senatorin. So lange die Gesellschaft lax mit dem Thema Alkohol umginge und Drinks billig verfügbar blieben, sei es schwerer, etwas zu ändern.

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(dpa/mmk)