Knigge für die Feiertage "Ich rate zur Karte"

Darf man Weihnachtsgrüße per E-Mail versenden?

"Grundsätzlich kann man Weihnachtsglückwünsche in jeder Form übermitteln, ob telefonisch, persönlich, per Mail, per Facebook oder per Post. Ich würde aber zur Karte raten, weil gerade im Zeitalter der elektronischen Kommunikation die Post viel mehr Wertschätzung ausdrückt. Derjenige, der die Weihnachtsgrüße sendet, hat sich eine Karte ausgesucht, sie von Hand beschrieben, eine Briefmarke gekauft, den Weg zum Briefkasten auf sich genommen. Das alles drückt eine enorme Wertschätzung aus in unserer schnellen Kultur. Alternativ kann man auch anrufen - das ist viel charmanter, als wie Millionen andere eine Sammel-E-Mail rauszuhauen. Wenn es aber partout eine Mail sein soll, dann bitte mit persönlicher Anrede und einem Text, der so wenig floskelhaft ist wie möglich. Weihnachtswünsche per SMS finde ich ganz schrecklich. Für mich markiert eine SMS zum Fest das Ende der Skala der Unpersönlichkeit."

Rainer Wälde ist Mitbegründer und Vorsitzender des Deutschen Knigge-Rates.