Kleider machen Leute, hat sich Sarah Palin wohl gedacht. Sie machen aber auch Ärger - wenn sie vom Wähler finanziert werden sollen. Spender verlangen nun ihr Geld zurück.
Die konservative britische Zeitung The Times hat sich über die Shopping-Rechnung der republikanischen US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin lustig gemacht: "Sarah Palin hat 150.000 Dollar für Kleidung und Accessoires ausgegeben, 25.000 Dollar mehr als ihr Brutto-Jahreseinkommen. Angeblich soll die Kleidung nach dem Wahlkampf an Wohltätigkeitsorganisationen gehen." Das klinge wie ein frühes Eingeständnis ihrer Niederlage und eine Goldgrube für die Second-Hand-Läden Alaskas.
Sarah Palin kurbelt die Wirtschaft an - auch eine Sichtweise ... (© Foto: AP)
Anzeige
Das Wahlkampflager des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain hatte den Angaben zufolge erklärt, dass die Kleider nach der Wahl am 4. November einer Wohltätigkeitsorganisation gespendet werden sollen.
"Das Ganze hat seine guten Seiten", schreibt die Times in ihrem Kommentar weiter, "Frau Palin tut ihr Bestes, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Wenn die Kritik zu Hause zu groß wird, dann ist sie hier willkommen. In London öffnet in Kürze ein großes Einkaufszentrum. Und wer wäre da besser geeignet als Sarah Palin, um das Einweihungsband durchzuschneiden?"
Die potentiellen Wähler indes zeigen in dieser Angelegenheit weniger Humor. Die Rechnung über umgerechnet 117.000 Euro löste scharfe Kritik unter wichtigen Spendern aus: "Ich will mein Geld zurück", zitierte der Blog Politico einen Geldgeber, der anonym bleiben wollte. Es scheine sich zu lohnen, im Rennen um das Weiße Haus anzutreten, sagte ein anderer Spender. "Selbst wenn man verliert, hat man einen Schrank voller neuer Kleider."
Allein für die Garderobe der Gouverneurin von Alaska seien im September rund 125.000 Dollar ausgegeben worden, berichtete Politico unter Berufung auf Dokumente der Partei. Friseurbesuche und Make-up hätten überdies mit mehr als 4700 Dollar zu Buche geschlagen. Daneben seien noch weitere Kosten für Palins Erscheinungsbild aufgelaufen.
Unverdrossen gibt Palin jedoch weiterhin die Powerfrau und pragmatische Hockey-Mum aus Alaska. In einem Interview mit dem US-Magazin People gewährte sie private Einblicke und drängte ihre Tochter zur Eile - schließlich wird die US-Vizepräsidentschaftskandidatin schon im Dezember Großmutter. Ihre 18-jährige Tochter erwartet ihr erstes Baby, die Hochzeit von Bristol Palin und ihrem Verlobten ist aber erst für den kommenden Sommer angesetzt. "Hoffentlich heiraten sie schon früher", sagte die Gouverneurin von Alaska. Sie hoffe allerdings, dass Bristol mit 18 Jahren nun selbst entscheide, wie sie und ihr Freund weiter vorangehen.
Ihre Tochter beschrieb sie als starke Frau, die gerade wegen der ungeplanten Schwangerschwaft auch ein Vorbild für andere Mädchen werden könnte. "Ich war immer eine Verfechterin davon, Jugendlichen - selbst schon in der Schule - zu vermitteln, dass sie verhütende Maßnahmen treffen sollen. Vielleicht könnte Bristol ein gutes Beispiel für andere junge Frauen sein, dafür, dass das Leben passiert und dass Verhütung die Option ist, die in Betracht gezogen werden sollte."
"Abstinenz oder medizinische Verhütung?", hakt der Interviewer daraufhin nach - "Nun, beides. Idealerweise Abstinenz".
- US-Wahlkampf: Biden vs. McCain Joes Appell an John 22.10.2008
- Sarah Palin Der Preis des Stils 22.10.2008
- Sarah Palin Die Marge Simpson des US-Wahlkampfs 13.10.2008
- Sarah Palins Patzer Patzer, Pannen, Palin 06.05.2010
(sueddeutsche.de/dpa/mmk/vs/grc)
Sparpaket
Warum soll eine Verliererin nicht wenigstens gut angezogen sein. Die Kleiderspender haben das wohl zu ernst genommen: "Kleider machen Leute." Palin hat für Unterhaltung gesorgt. So hat sie das Beliebt-Sein verstanden. Die Regierung wird doch in Amerika nicht plötzlich etwas zu sagen haben? Dann helfen die schönsten Blusen nichts mehr.
Populär wie Frau Palin ist, wird es kein Problem sein, die getragene Kleidung von Sarah Palin für ein Vielfaches des Anschaffungspreises wieder zu verkaufen. Denken wir doch mal an die gigantischen Summen die bei Southebys in der Jacqueline Bovier-Kennedy-Onassis Auktion erzielt wurden. Und Stilikone ist Sarah Palin ganz sicher, ob sie nun Vizepräsidentin wird oder nicht.
Dass mein untenstehender post trotz der zugegeben despektierlichen Verwendung des Wortes "Zensur" schon so lange dort steht, nötigt mir durchaus einen gewissen Respekt ab. Chapeau!
Vielleicht kommt ja doch noch der Tag, an dem das "Südcafe" seinen Auftritt an z.B. solchen Foren, wie dem von "Telepolis" http://www.heise.de/tp/ orientiert.
Dort sieht man auch beispielhaft, wie selten die admins eingreifen müssen.
Aus rechtlichen Gründen, wohlgemerkt.
Sie verstehen sich eben dort auch nicht als Moderatoren
(lateinisch; von moderare, mäßigen, steuern, lenken)
sondern als Administratoren = Verwalter.
- Alles andere hat nun mal ein G'schmäckle von "Zensur", netiquette hin oder her.
mfG,
die Canaille.
Die Zensur, die hier fortwährend praktiziert wird, dürfte in der Forenlandschaft wohl auch ziemlich einmalig sein.
Das hat aber auch einen gewissen Unterhaltungswert bzw. Informationsgehalt.
- Ebenso, wie auch die Selbstzensur innerhalb der SZ.
Da verschwinden kritische Artikel über den Bankenskandal, wie z.B. dieser hier
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/923/314819/text/?page=3#readcomment
so schnell wieder von der website, dass man mit Staunen garnicht nachkommt.
Darin liegt natürlich der "Wert" der Printversion, dass mit der sowas nicht geht.
Was erst einmal veröffentlicht ist, bleibt es auch.
- Was mich aber nicht dazu bringen wird, diese nochmal zu abonnieren.
Den grösseren Informationsreichtum finde ich eindeutig hier in den Forumsbeiträgen... und in der jeweiligen Reaktion der Zensoren auf diese.
Da muss man halt nur flink genug sein.. ;-)
Grüsse,
C.
. . . den kauft ein "Armernie"
Paging