Klaus G. Sieben Tode und ein Leben

Klaus G. ist jetzt ein freier Mann, im Fernsehen schaut er gerne Krimis.

(Foto: Natalie Neomi Isser)

50 Jahre saß der "Mittagsmörder" Klaus G. im Gefängnis, weil er mehrere Menschen bei Raubüberfällen erschossen hatte. Nun ist er frei. Was fängt so einer mit dem Leben an?

Von Tobias Haberl

Kompakter Schädel, kurz geschorene Haare, tief liegende Augen, leerer Blick: Klaus G. sieht aus wie ein Boxer, der in die Jahre gekommen ist, wie ein Typ aus dem Milieu, Türsteher, Geldeintreiber, Zuhälter oder alles auf einmal. Und dann wirft er auch noch eine schwarze Sporttasche auf den Tisch und stapelt ein Buch nach dem anderen hinein. Genau so könnte es ausgesehen haben, damals, als er die Geldbündel verstaute; der Reißverschluss geht gerade noch zu. Die Bücher tragen alle den gleichen ...