Bis zum vierten Lebensjahr sollten Kinder verständlich reden können. Doch rund zwölf Prozent leiden an Sprachstörungen. Was tun?
Schon der erste Schrei eines Neugeborenen schlägt die Eltern in seinen Bann. Und von diesem Zeitpunkt an lässt sie die Sprache ihres Kindes nicht mehr los: Die vielen neuen Laute, das erste Wort, die ersten Sätze - jede Entwicklung wird begeistert beobachtet.
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Bis zum vierten Lebensjahr sollte ein Kind "normal" sprechen können. (© Foto: iStock)
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Doch was passiert, wenn die Stimme ins Stocken gerät, keine richtigen Sätze entstehen oder das Kind lispelt?
Experten raten bei Sprachstörungen zur frühzeitigen Diagnose und Therapie.
Rund zehn bis zwölf Prozent aller Kinder leiden an Sprachstörungen, schätzt Monika Rausch vom Deutschen Bundesverband für Logopädie in Frechen (Nordrhein-Westfalen). Nicht immer sind es so offensichtliche Probleme wie das Lispeln oder Stottern.
"Am häufigsten sind so genannte Aussprachestörungen, wenn ein Kind einzelne Laute nicht richtig bilden kann und zum Beispiel Tuss statt Kuss sagt."
Auch der Satzbau kann gestört sein, wenn etwa Verben immer wieder ans Ende des Satzes gestellt werden. Ob eine Störung vorliegt, erkennen Eltern meist sehr schnell, sagt Ursula de Vries von der Logopädischen Lehranstalt im Sprachheilzentrum Oldenburg.
Später in Schule und Beruf benachteiligt
"Eltern haben einen ganz guten Vergleich, da sie ihr Kind täglich in verschiedenen Situationen beobachten, auch im Spiel mit anderen Kindern." Besucht ein Kind Betreuungseinrichtungen wie den Kindergarten, gebe es zudem die Möglichkeit, sich mit den Erziehern auszutauschen.
Die möglichen Folgen solcher Probleme sollten Eltern nicht unterschätzen, rät de Vries: Ein Kind mit Sprachstörungen sei in der Schule benachteiligt und damit vielleicht auch später im Beruf. Ebenso könne die Sprachstörung soziale Kontakte und sogar die Persönlichkeit des Kindes beeinflussen: "Gravierende Sprachstörungen fallen natürlich stark auf und können dazu führen, dass Kinder von anderen gehänselt werden."
Um so wichtiger ist es, die sprachliche Entwicklung von Anfang an im Auge zu behalten. "Entscheidend sind die ersten vier Lebensjahre. Das ist die wichtigste Etappe", erläutert Eberhard Kruse von der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie in Göttingen.
Mit dem vierten Geburtstag müsse ein Kind "normal"sprechen können. "Das heißt, es muss alle Einzellaute bilden können und der Satzbau muss so weit entwickelt sein, dass das Kind für Fremde einwandfrei zu verstehen ist."
Wo Störungen auftreten, kann eine Sprachtherapie helfen. Wenn Eltern eine Sprachstörung vermuten, ist in der Regel der Kinderarzt die erste Anlaufstelle. Vorsorgeuntersuchungen sind eine Gelegenheit nachzufragen, falls der Kinderarzt das Thema nicht von sich aus anspricht.
Genaue Störung diagnostizieren
Er kann das Kind bei Bedarf an einen Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie zur genaueren Diagnose überweisen. Der Kinderarzt kann aber auch, ebenso wie ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Kieferorthopäde, direkt eine Verordnung für eine Sprach-, Sprech- oder Stimmtherapie bei einem Logopäden ausstellen.
Aufgabe des Logopäden ist, zunächst herauszufinden, welche Störung vorliegt. Danach entwickele er eine individuelle Sprachtherapie, erläutert Monika Rausch. Ein Logopäde habe dabei zwei Möglichkeiten: Ist dem Kind die Störung bewusst und möchte es selbst etwas dagegen unternehmen, dann kann der Logopäde direkt vorgehen.
"Wir wählen dann Übungen aus, die das Kind auch zu Hause selbstständig durchführen kann", sagt Rausch. Je nach Alter und Befindlichkeit des Kindes könne sich ein Logopäde aber auch für ein "indirektes Vorgehen" entscheiden:
Während er scheinbar mit dem Kind spielt, schafft er Gelegenheiten zur Übung. "Die meisten Therapien sind so angelegt, dass die Eltern aktiv werden müssen", sagt Rausch. Nicht immer geht es dann darum, Übungen zu Hause zu wiederholen. Eltern seien als Vorbild gefragt und sollten ihre Kinder ermutigen.
Oft sei es auch wichtig, dass die Eltern Situationen schaffen, die ihnen und dem Kind Spaß machen und einen liebevollen Umgang ermöglichen. "Die Kinder haben schon ein deutliches Störungsbewusstsein. Von den Eltern brauchen sie Signale, dass sie in Ordnung sind."
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(dpa)
@sweety01
Es ist fraglich, ob die ausschließliche Verwendung eines elaborierten Sprachcodes Kinder vor (kleinen) Sprech-/Sprachlapsus schützt. So leiden zum Beispiel Jaspers-Schüler, zumindest einige, an Wortfindungsstörungen. Ich habe seinerzeit bei drei Jaspers-Schülern studiert und kann dieses Phänomen bestätigen. Auch dürfen wir Theodor W. Adornos Sprachstörungen nicht vergessen: Statt Kwalität immer Kualität, na, und es ist doch zweifelsfrei, dass eine gesunde Sprachentwicklung auch durch die Plazierung des Reflexivpronomens "sich" sich zeigt...
:-)
Es gibt auch Eltern, die eine Tochter haben (8 Jahre) und Zwillinge (5 Jahre) mit ganz unterschiedlichem Sprachverhalten: die Tochter spricht perfekt und gehört zu den sehr guten Schülerinnen ihres Jahrgangs, die Zwillinge (Jungs, eineiig) sind das glatte Gegenteil. Beide sprechen mit der im Text genannten "falschen Satzstellung", einer hat verringerten Wortschatz und außerdem starke Probleme mit der Aussprache "D" statt "T" etc. Interessanterweise hat das vierte Kind (2 Jahre) einen ausgesprochen umfangreichen Wortschatz entwickelt (vom Logopäden bestätigt - man ist ja inzwischen sensibilisiert), in einem Alter, in dem die Zwillinge noch nicht gar nicht sprachen. Die Zwillinge sind bereits seit längerem in Fachbehandlung und gehen demnächst in einen sog. Sprachförderkindergarten. Woher die unterschiedliche Entwicklung in ein und derselben Familie kommen, konnten auch Experten nicht schlüssig erläutern. Man sieht, es geht nicht nur um Pauschalurteile "Haupsache, ich spreche gut...". Wichtig ist wirklich eine liebevoll zugewendete Unterstützung der Kinder und ihrer Schwierigkeiten, welche die schmale Balance zwischen Hilfe von außen und Eigenforderung mit der gebotenen fachlichen Begleitung bewältigt.
Übrigens: die üblichen Problematiken des Spracherwerbs bei Zwillingen sind uns auch bekannt und kommen hier nicht zum Tragen...
vielleicht sollte man mit den kleinen einfach nur "normal" reden, und
das von anfang an ?
Mit gutschi-gutschi-gu und tütütü kann ich mir
vorstellen, das reden lernen sehr schwierig ist.
Zudem der faktor zeit (bei alleinerziehenden, die arbeiten gehen
müssen eine echte herausforderung), mal zeit für die kinder nehmen.
nicht alleine vor dem fernseher sitzen lassen (wenn' denn schon sein
muss).
Zuhause nicht unbedingt den "Gossenslang" anwenden usw.
Es gibt bestimmt viele möglichkeiten den kleinen zu helfen.
Aber heute steht soviel über vernachlässigte und "fehlentwickelte"
kinder in der sz .... HAAAALLLLOOOO ...... Frau von der Leyen !!!
Mein mann und ich versuchen es besser zu machen.
Wünscht uns Glück :o)
vor der Feststellung einer Störung und sogar der Beschwichtigung des Kindes über diese Störung sollte der Hinweis über die Vermeidung an die Mutter bzw. Bezugsperson stehen,
denn die Sprachentwicklung ist alles andere als gottgegeben.
Zu fragen wäre also in erster Linie nach einer Bindungsstörung zwischen Mutter und Kind,
oder positiv ausgedrückt, das für eine naormal Sprachentwicklung eine normale Bindung von Kleinkind und erster Bezugsperson Voraussetzung ist.
Ein Menschenbaby ist nähmlich nicht nur durchseinenn übergroßen Kopf eine echte Frühgeburt, sondern gegenüber allen anderen "Tieren" auch noch ausgezeichnet durch eine unvollständige Ausstattung angeborener Verhaltensmuster, die sich auch durch spielerische Selbsterfahrung mit Gleialtrigen nicht herbeizaubern lassen.
Die feste Bindung mit einem "fertigen" Mensch, also einem Erwachsenen einschließlich Erwachsenensprache ist also die wichtigste Voraussetzung für normale Sprachentwicklung,
wobei das Wort Liebe nur als Stichwort erwähnt sei.
Diese Liebe darf nicht mißverstanden werden in der reinen Beobachtung kindlichen Unvermögens, sondern verpflichtet zu engem helfenden Dialog mit dem "Unfertigen".
haben 137 % unserer Kinder
Sprachstörungen
Essstörungen
Hyperaktivität
motorische Schwächen
Schlafprobleme
psychische Probleme
Lernschwächen
Soziale Schwächen
Konzentrationsschwächen
Lernschwierigkeiten
Gleichgewichtsstörungen
Wahrnehmungsschwierigkeiten
Entwicklungsverzögerungen
Emotionale Störungen
erhöhte Aggressivität
Lese- / Schreibschwächen
ängste
Psychosen
oft in Kombination!
und müssen daher unbedingt und sofort zur Problemerkundung in die Behandlung der in den jeweiligen Beiträgen interviewten Fachspezialisten übergeben werden.