Von Marlies Michaelis

Experten geben es langsam auf, vor Fertiggerichten zu warnen. Jetzt appellieren sie, wenigstens ein bisschen Gemüse dazu zu essen.

Neun von zehn Kindern essen mindestens jeden dritten Tag ein Fertiggericht. Das ergab eine Umfrage des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE). Experten des Instituts empfehlen, die vorbereiteten Gerichte mit frischen Zutaten anzureichern.

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Die Wissenschaftler untersuchten bei 550 Kindern zwischen zwei und 18 Jahren drei Tage lang, was auf den Tisch kam. Das Ergebnis: Bei neun von zehn Kindern wurde mindestens an einem der drei Tage ein Fertiggericht aufgetischt, eines von fünf Kindern nahm sogar einmal täglich eine solche vorbereitete Mahlzeit ein. "Die Produkte enthalten durchschnittlich mehr Fett und weniger Gemüse als aus unserer Sicht empfehlenswert ist. Zudem beinhalten sie oft Geschmacksverstärker", so Mathilde Kersting vom FKE.

Doch das Institut sieht auch ohne gänzliche Abkehr von diesen vorbereiteten Mahlzeiten ein Potenzial, um die Gerichte aufzuwerten: "Sahne im Rezept lässt sich oft problemlos durch Milch ersetzen", so Kersting denn damit sinkt der Fettgehalt. Und gerade bei Pizzen kann man einfach frisches Gemüse zum Belag hinzufügen.

Eichung auf den Fertig-Geschmack

Problematisch ist der häufige Verzehr von reinen Fertigprodukten auch, weil die Kinder gewissermaßen auf diesen Geschmack geeicht werden. Andere Gerichte können sich dann kaum noch dagegen durchsetzen - sie treffen den gewohnten Geschmack nicht. "Wir wissen aus Studien, dass Erfahrungen aus der Kindheit die Geschmacksvorlieben lange prägen können", so Kersting.

Um den Speiseplan abwechslungsreicher und gesund zu gestalten, eignet sich auch Obst als Zwischenmahlzeit - als natürliches Fertiggericht.

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