Wollen Frauen arbeiten, müssen sie die Betreuung ihrer Kinder noch immer selbst organisieren - ihre Berufstätigkeit wird damit ebenso zum Privatvergnügen verklausuliert wie das Verhindern einer Schwangerschaft. Nun wird an dieser Stelle gern argumentiert, es gebe ja die "Elternzeit" für beide, doch diese wird zum Großteil von den Frauen in Anspruch genommen - wodurch sie als weibliches Privileg missinterpretiert wird.
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Aber wir wollen uns nicht beschweren, immerhin haben wir auch hier wieder - theoretisch - die Wahl: zwischen Tagesmutter, städtischer Kindertagesstätte oder privater Eltern-Initiative. Ganz zu schweigen von Großmutter, Schwiegermutter oder Nachbarin, vorausgesetzt, sie ist nicht berufstätig. Wer braucht da noch den Vater.
Ist das nicht wunderbar - wie die Befreiung der Frau unaufhaltsam voranschreitet! Unermüdlich klopfen sich die europäischen Familienminister selbst auf die Schulter, gerührt von ihrem eigenen Ideenreichtum. Mit jeder Kindertagesstätte, so die Überzeugung, sei man der Befreiung der Frau wieder ein Stückchen näher gekommen. Vermutlich wäre ihnen auch entgangen, wenn versäumt worden wäre, das Wahlrecht für Frauen einzuführen.
Die Last der Verantwortung
Dass solche Maßnahmen immer auch ein Stück weit die Männer vor einer Verantwortung bewahren, der sie sich noch immer nicht oder nur sehr zögerlich stellen, wird nur zu gerne vergessen. Dass Männer und Frauen gemeinsam für die Versorgung verantwortlich sind, hat weder Platz in den Köpfen der Gesellschaft noch bei den Arbeitgebern.
Noch immer wird diese "gemeinsame Versorgung" strikt getrennt: Sie kümmert sich um die Kinder, er bringt das Geld heim. Die Rede ist hier nicht von Frauen, die so aus Überzeugung leben oder jenen, die sich aus Bequemlichkeit in dieser Situation bereitwillig einrichten. Es geht um jene, die gern würden, aber nicht können.
Funktioniert hat dieses System nicht zuletzt deswegen, weil die Frau in der Regel gar nicht in der Lage ist, die Familie finanziell auf demselben Status zu halten wie der sogenannte Ernährer. Noch immer verdienen Frauen um die 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Und als ob diese Ungerechtigkeit dadurch plausibler würde, verwenden sie Familienväter als schlagendes Argument gegen eine Arbeitsteilung oder einen Rollentausch.
Und so wird es noch immer als Entgegenkommen des Staates - oder in diesem Falle der Wissenschaft - betrachtet, dass Frauen in den zweifelhaften Wettkampf einsteigen können, die besseren Männer zu werden. Dabei wäre es weitaus effektiver, wenn beide Geschlechter von Beginn an am selben Strang ziehen würden - und dabei vom Staat und der Gesellschaft Unterstützung erfahren würden.
Die sogenannte Befreiung der Frau - sei es in Form von Kinderbetreuung oder selbstbestimmter Familienplanung - sollte als das wahrgenommen werden, was sie ist: eine selbstverständliche Annäherung an einen Zustand, der mehr als überfällig ist. Und je eher Frauen und Männer lernen, gemeinsam daran zu arbeiten, desto eher können wir darauf verzichten, diese Fortschritte Medikamenten zuzuschreiben.
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(sueddeutsche.de/bilu/bgr)
Bundespräsident Gauck in Israel
ob die Autorin diese Kommentare hier liest, und gegebenenfalls eine Meinung dazu hat ?
Gruß Kai
genau das ist doch das hauptproblem...pille hin pille her!
das alles nur noch geplant wird, das ganze leben von vorne bis hinten durchgeplant wird, das ist das problem! nein, heute will ich noch nicht mutter werden, muss ja erst karriere machen, nein heute will ich noch kein kind zeugen, könnte ja noch eine frau kommen, die besser zu mir passt, nein nein nein...
fällt allen was auf? das wort NEIN kommt eindeutig zu häufig vor in dieser planung!
hier gehts nicht um den businessplan eines unternehmens, hier gehts um KINDER, um beziehungen um LIEBE!
was die pille aus frauen und auch männern macht (ich sage nur hormone im trinkwasser durch die verseuchung der wasservorräte durch die pillenverseuchten ausscheidungen usw. - wissenschaftlich nachgewiesen) lassen wir mal ganz außen vor.
beide müssen die entsprechende verantwortung ihres tuns bewusst werden, männlein wie weiblein. die gesellschaft sollte langsam mal wieder begreifen, dass es um ihren fortbestand geht und um eine gewisse soziale wärme im umgang untereinander.
dieser kleinkrieg hier im forum ist ziemlich albern, wollte ich nur mal so bemerken. das problem wird dadurch nicht annähernd mit der nötigen aufmerksamkeit angegangen.
Al-Do:
Yes, Du sprichst mir aus dem Herzen.
Denn bei Familienplanung geht es in erster Linie um KINDER, kleine Lebewesen, denen man beim wachsen hilft, und nicht - wie in den völlig vewirrten Köpfen der Neuzeit - um ihre Sexvorlieben, Karriereplanungen und andere Egotrips.
Früher gründete man Familien. Das ist heute längst nicht mehr der Fall. Allenfalls setzt man Kinder in die Welt, die entweder die Frau aus dem Berufsleben heraus ziehen oder Männern die Karriere versauen, die Frauen, wenn sie sich kümmern, zu "Heimchen" degradieren, die von ihren arbeitenden Geschlechtsgenossinnen verachtet werden, auch wenn oft nur blanker Neid dahinter steckt.
Man setzt also Kinder in die Welt nach Plan, bleibt weiterhin brav egoistisch und hofft, dass "Familie" trotzdem halbwegs funktioniert. Tut es aber meistens nicht, sondern Familien zerbrechen und oft genug daran auch die Kinder.
Zur Familienplanung, auch wenn sie mit Pille vielleicht besser zu machen ist, als ohne, gehört aber auch, dass man die Familie plant nach den Möglichkeiten, die einem z. B. das Einkommen läßt. Meistens wird aber nur noch geplant, wie man die Kinder wann am besten unterbringt und nicht, wie man den Kindern im Rahmen einer Familie bestmögliche Voraussetzungen für ihr Aufwachsen, ihre Bildung und Gesundheit - psychisch genauso wie physisch - bieten kann. Dies würde von vornherein verlangen, dass die Bedürfnisse der Kinder einen zentralen Raum einnehmen, um den man herum sein Leben (Familienleben) plant. Stattdessen plant man anhand der eigenen Bedürfnisse, stellt also diese in den Mittelpunkt und an denen will man nichts ändern, auch wenn man plötzlich Verantwortung für noch jemanden hat.
Ich glaube aber auch, das viele Frauen damit ihre Probleme haben. Sie müssen den Männern vertrauen, wenn diese vorgeben die Pille zu nehmen. Dieses Problem kennen Männer, aber für Frauen ist es neu. Sie hätten nicht mehr die alleinige Macht über eine Schwangerschaft.
Paging