Italien: Streit um Papst-Denkmal Heiliges Buswartehäuschen!

Es hätte so schön sein können: Papst Johannes Paul II. begrüßt in Überlebensgröße am Bahnhof in Rom ankommende Reisende. Doch der Heilige Vater ist erstens falsch herum aufgestellt - und zweitens zu dick. Madonna mia!

Von Martin Zips

Der Name Rainaldi, wer wüsste das nicht, ist ein großer Name Roms. Da gab es den Architekten Girolamo Rainaldi (1570 - 1655), ein Held des Manierismus. Er arbeitete am Petersdom mit und schuf die Kirche Sant'Agnese in Agone an der Piazza Navona. Sein Sohn Carlo (1611-1691) wiederum war nicht nur im Kirchenbau, sondern auch im Komponieren von Kantaten versiert und zeichnete für die Gestaltung besonders schöner päpstlicher Grabmäler verantwortlich.

Nun hat der römische Künstler Oliviero Rainaldi, 56, mit einer Plastik des früheren Papstes Johannes Paul II. Schimpf und Schande über den Namen der Rainaldis gebracht. Seine vor dem Bahnhof Termini zum 91. Geburtstag des neuesten Seligen aufgestellte Figur wird von 92,1 Prozent der Römer abgelehnt.

Heiliger Vater mit Figurproblem

Nicht nur, dass die Bronze mit dem Rücken zu den ankommenden Reisenden aufgestellt wurde, viele halten sie schlicht für zu dick. Im Vergleich mit dem Körper wirke der Kopf erschreckend klein, sagen sie, der Corpus erinnere eher an eine gewaltsam aufgestemmte Dose, eine zerbrochene Glocke, einen Kaffeewärmer oder ein lächerliches Buswartehäuschen.

Man könnte sagen: Der grüne Bronze-Papst ist bei den Römern derzeit noch unbeliebter als die Aphrodite-Statue des Künstlers Lüpertz damals in Augsburg.

Noch haben sich echte Experten wie Vatikan-Klatschonkel Andreas Englisch oder Krawallkatholik Matthias Matussek in dieser Angelegenheit nicht zu Wort gemeldet.

Wie ungewöhnlich. Wie seltsam. Vermutlich haben sie irgendwo den Bus verpasst.