Vor einem halben Jahr wurde der Impfstoff zur Vorbeugung von Gebärmutterhalstumoren zugelassen. Nun gibt es harsche Kritik.
Die Euphorie war groß. Ein Traum der Menschheit schien sich zu erfüllen, als der Impfstoff Gardasil gegen Warzenviren im vergangenen Jahr auf den Markt kam.
Die erste "Impfung gegen Krebs" - waren die Hoffnungen übertrieben? (© Foto: dpa)
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Erstmals schien eine "Impfung gegen Krebs" möglich zu sein. Denn Warzenviren gelten als Verursacher von Gebärmutterhalstumoren.
In Windeseile warben manche Krankenkassen damit, dass sie ihren Versicherten den teuren Impfstoff freiwillig bezahlen. So schnell wie selten zuvor hob die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut die Impfung gegen Warzenviren schon im März 2007 in den Impfkalender und zwang damit auch alle übrigen Kassen, die Kosten von 465 Euro pro Impfling zu übernehmen.
Gardasil ist einer der teuersten Impfstoffe überhaupt, und das Konkurrenzprodukt Cervarix, das in Kürze auf den Markt kommt, wird kaum billiger ausfallen.
Ein halbes Jahr später regt sich nun harsche Kritik an Stiko und Zulassungsbehörden. "Die Zulassung des Impfstoffs erfolgte auf sehr schmaler Wissensbasis", beklagt Wolfgang Becker-Brüser in der Zeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen, die Verbraucher pharmaunabhängig über Medikamente aufklärt.
"Als Gardasil auf den Markt kam, waren die beiden entscheidenden Untersuchungen zur Wirksamkeit noch nicht einmal abgeschlossen." Vielmehr habe die Zulassung auf vorläufigen Daten beruht sowie auf Daten aus früheren Studien, die zum Teil mit einem Prototypen von Gardasil durchgeführt worden waren.
Zahlreiche Versprechungen rund um den "unverschämt teuren" Impfstoff seien nicht zu halten. Manche Kritiker befürchten sogar, dass Mädchen und Frauen durch die Impfung indirekt gefährdet werden.
Warzenviren, auch Humane Papillomviren (HPV) genannt, gibt es mehr als hundert verschiedene. 16 von ihnen sind offenbar in der Lage, den Gebärmutterhals so anzugreifen, dass Krebs entsteht. Weil die Viren beim Sex übertragen werden und der Impfstoff nur vor der Ansteckung hilft, sollen der Stiko zufolge alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden. Pro Jahrgang kostet das eine halbe Milliarde Euro - entsprechend einem Prozent der Arzneimittelausgaben insgesamt. Es klingt, als wäre Gebärmutterhalskrebs eine Volksseuche.
"Impfung ersetzt die Früherkennung nicht"
Tatsächlich infizieren sich sieben von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens mit Warzenviren. Doch die Infektion verläuft ohne Beschwerden und heilt bei 90 Prozent der Frauen von allein wieder aus. Nur ausnahmsweise droht sie chronisch zu werden. Dann können Zellen entarten und Krebs entstehen.
Das aber wird in den allermeisten Fällen mit Hilfe des Pap-Tests beim Gynäkologen rechtzeitig erkannt. Im Frühstadium sind die Heilungschancen extrem gut. "Dass dennoch 1700 Frauen im Jahr in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs sterben, liegt daran, dass nur jede zweite zur Früherkennung geht", so Becker-Brüser.
Die Früherkennungsuntersuchungen werden aber auch mit Impfung nötig bleiben. Gardasil schützt den Körper vor den HPV-Viren 16 und 18. "Gegen mindestens 14 weitere gefährliche HPV-Typen hilft der Impfstoff aber überhaupt nicht", betont Rolf Rosenbrock, Mitglied im Gesundheitssachverständigenrat der Bundesregierung.
Der Hersteller Sanofi Pasteur MSD behauptet zwar, HPV-16 und -18 seien zusammen für 70 Prozent der Tumoren verantwortlich, doch solche Zahlen stammen aus Entwicklungsländern, wo der Krebs weiter verbreitet ist als in den Industrienationen. Unter gesunden Frauen in den USA sind Infektionen mit HPV-16 und -18 mit 2,3Prozent aber gering (Jama, Bd.297, S.813, 2007).
Empfehlung der Stiko kam zu schnell
"Die Impfung ersetzt die Früherkennung nicht, und umgekehrt braucht die, die regelmäßig zur Früherkennung geht, keine Impfung", sagt Rosenbrock. Heinz-Harald Abholz von der Universität Düsseldorf befürchtet sogar negative Auswirkungen der Impfung: "Die Frauen denken, sie seien bereits genügend geschützt, sagte Abholz dem ARD-Magazin Plusminus. Daher benutzten sie womöglich seltener Kondome und gingen nicht mehr zur Früherkennung.
"Die Impfung könnte zudem die Besiedlung mit anderen gefährlichen Viren fördern", gibt Becker-Brüser zu bedenken. Durch das Eliminieren zweier Typen entstehe eine Lücke, die andere Viren nur zu gern besetzen. "Darauf deuten große Studien bereits hin", sagt der Pharmazeut (New England Journal of Medicine, Bd.356, S.1915 und 1928, 2007).
Vor diesem Hintergrund ging die Empfehlung der Stiko nach Ansicht zahlreicher Experten viel zu schnell, unter ihnen auch Ulrich Bonk von der Bremer Krebsgesellschaft. Impfkritiker werfen der Stiko häufig vor, sie sei von Pharmafirmen unterwandert. In diesem Fall hat ihr Vorsitzender diesen Eindruck nicht gerade entschärft.
Vier Monate vor der Markteinführung von Gardasil ließ sich Heinz-Josef Schmitt einen mit 10000 Euro dotierten Preis verleihen - "für sein besonderes Engagement zur Förderung des Impfgedankens".
Der Preis wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin verliehen, aber vom Gardasil-Hersteller finanziert. "Von einem Vorsitzenden einer öffentlich eingesetzten Kommission wäre zu erwarten gewesen, dass er den Preis entschieden ablehnt", sagt Becker-Brüser. Solchen Konflikten ist Ex-Stiko-Chef Schmitt inzwischen nicht mehr ausgesetzt. Er arbeitet mittlerweile in der Impfstoffsparte des Pharmakonzerns Novartis.
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- Erhöhtes Risiko Oralsex unter Krebsverdacht 10.05.2007
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... mit der Patientin. Der wichtigste Satz steht doch mittendrin: die Impfung ersetzt nicht die Früherkennung! Und die Gefährdung für die Geimpfte besteht dann aus der scheinbaren Sicherheit, kein Cervixkarzinom mehr bekommen zu können. Und auch die Besiedlung der dann verdrängten Spezies HPV 16 und 18 durch andere nach Jahren widerspricht doch zumindest zur Zeit nicht dem Nutzen einer Impfung. Über den Preis lässt sich indes wirklich streiten. Andererseits ist eine Impfung immer noch einer stadiengerechten, operativen Krebstherapie (Gebärmutterhalsresektion oder einer radikalen Hysterektomie +/- Chemo +/- Bestrahlung) vorzuziehen !
Falls nach einiger Zeit HPV 16 und 18 nicht mehr verbreitet genug ist, fliegt dieser Impfstoff wieder aus der Empfehlung. Das ist auch früher schon in der STIKO passiert, dass Empfehlungen nach einiger Zeit wieder zurückgenommen wurden.
@astra 1971
Sie scheinen eine Suchmaschine auf " Forum " und " Impfung " programmiert zu haben, um ihren Beitrag von der Festplatte einfach hineinzukopieren. Grossartig !
schon wieder eine rettung der (femeninen) menschheit durch ein mittelchen!?Es Gab
Forscher,die haben per selbstversuch ihr Leben gegeben, um einen nachweisfür einen
von ihnen gefundenen stoff zu erbringen - da ging es um epedemien.Gardasil oder wie
die anderen Lizenzen zum Gelddrucken heißen mögen, dürfte einen wirkungsgrad haben wie das mittel gegen langustenallergie. S.chon vergessen?: Hormone gegen wechseljahr-beschwerden und -schäden NICHT zu verschreiben galt vor ca. 30 jahren bei vertretern einiger gynäkologen-verbände als Fast-kunstfehler.Die Herren Haben sich inzwischen in ihre wohlgesponsorten Löcher verzogen.Der hier klagende kassenbeitragszahler rät seinen töchtern von der Impfung dringend ab.
Manche Impfschäden treten erst Wochen, Monate und manchmal erst Jahre nach der Impfung auf. Langzeitstudien zu Impfungen gibt es leider nicht. Solche Studien wären aber zum Schutz der Bevölkerung unbedingt notwendig und sollten von staatlicher Seite initiiert werden, ohne Beteiligung der Pharmaindustrie. Für einen Antrag auf Entschädigung ist es also wichtig, dass der Schaden innerhalb einer gewissen Frist entstanden ist und dass ferner es als Impfschadensfolge anerkannt ist. Hierzu zählt man heute vor allem Hirnschäden, Lähmungen, Krampfanfälle, Epilepsie. Gerade aber Krampfanfälle treten aber oft erst Monate nach einer Impfung auf und werden dann häufig nicht mehr als Impfschaden anerkannt, da ja ein Zusammenhang nicht bewiesen werden kann.
Dieser Beitrag erwecht leider ein völlig falsches Bild der Tatsachen. Dazu wird in diesem Artikel auf sehr unsaubere Art mit statistischen Angaben gearbeitet:
"..., HPV-16 und -18 seien zusammen für 70 Prozent der Tumoren verantwortlich, doch solche Zahlen stammen aus Entwicklungsländern, wo der Krebs weiter verbreitet ist als in den Industrienationen. Unter gesunden Frauen in den USA sind Infektionen mit HPV-16 und -18 mit 2,3Prozent aber gering ...." Die erste Aussage (70%) wiederspricht nicht der 2. Aussage. Von Relevanz wäre die Aussage wieviele Patientinnen mit Cervioxcarcinom HPV 16 und 18 positiv sind. Warum nennen die Autoren dazu keine Daten aus Deutschland und ihre Behauptungen zu belegen (z.B. die Arbeit von A. Schneider und Coautoren aus Med. Klin 2007). Und aus Frankreich belegen neuere Daten (Pretet et al, Int J Cancer 2007) dass HPV-16 in 73% aller Fälle von Cercixcarcinom und HPV-18 in 19% aller Fälle verantwortlich war.
Selber recherchieren macht klug. Lasst Euch nicht verdummen - sapere aude !
Vorbildlicher Journalismus, auch Quellenangaben fehlen nicht!
Weiter so, da gibt es noch viel mehr aufzudecken!
Paging