Züchter sind auf den neuesten Hund gekommen: Er haart nicht und bellt kaum noch. Auch deshalb lieben ihn Hollywoods Stars.
Willy Brandt besaß nicht nur einen Papagei, der die Internationale pfeifen konnte, sondern auch einen Hund mit rätselhaftem Stammbaum. Von Zeitzeugen wird das Tier als "dackelähnlich" beschrieben, allerdings war es zu groß für einen Dackel. Im Gespräch mit dem CSU-Politiker Hermann Höcherl behauptete Brandt einmal, es handle sich um eine Kreuzung von Dackel und Bernhardiner, einen sogenannten Daktiner. Als Höcherl skeptisch blieb, stellte Brandt sogar Mutmaßungen über den Zeugungsvorgang an: Der Hund sei, wie sich der damalige Kanzler ausdrückte, "in the normal human position" gezeugt worden, das Weibchen habe also auf dem Rücken gelegen.
Upgrading: Früher nannte der Volksmund ihn "Mischling", heute liebkosen Hollywoodstars diesen Vierbeiner als "Schnoodle". (© Foto: Vanja Vukavic)
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Trotz - oder wegen - dieser Zeugungstechnik hat sich der Daktiner nicht durchgesetzt, dafür gelang das dem Puggle (Mops plus Beagle), dem Labradoodle (Labrador plus Pudel) und vielen anderen Hunden, die vor einigen Jahren noch als Promenadenmischungen gegolten hätten. Inzwischen kreuzen vor allem amerikanische Züchter alles, was nur halbwegs zusammenpasst, geben den Zwitterwesen witzige Namen und verkaufen sie an ein trendbewusstes Publikum.
In den US-Metropolen ist der Mischlingshund inzwischen als Statussymbol ebenso unverzichtbar wie Handy und Auto, auch dank der Patronage der Stars: Jennifer Aniston und Tiger Woods haben Labradoodles, Sylvester Stallone und Jake Gyllenhaal Puggles, die Sängerin Jessica Simpson zeigt gern ihren Maltipoo, eine Malteser-Pudel-Kreuzung. Doch nicht jeder freut sich über die neuen Knuddel-Kläffer: Halter von Rassehunden sehen in dem genetischen Durcheinander oft einen Verstoß gegen heilige Zuchtgesetze.
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Partyzone Flußufer
...aber ich muss Intermedias zustimmen, denn eigentlich ist das eine gute Entwicklung die genetische Vielfalt zu vergroessern und Mischlinge sind meist gesuender als Reinrassige. ABER hier geht es wirklich nur darum ein neues Designerlebewesen zu erzeugen und der Trend ist unuebersehbar. Ich frage mich, wann es 20cm Hauselefanten, 50cm Wachdinosaurier und 30m Flugdrachen (feuerspeiend oder kinderlieb) bei OBI gibt...
cu alex
Eins garantierte ich: eine Mischung aus Pudel und Schnauzer bellt. Und wie!
Sollte der Schnoodle nicht oder kaum bellen, dann ist da noch was anderes drin. Erzählt mir nichts. Vielleicht ein Cairn Terrier?
Warum keine neuen Hunderassen gezüchtet werden sollten, ist mir nicht klar. Das wurde doch schon immer gemacht. Und wenn der Schnoodle so wie der Pudel oder der Schnauzer fast nicht haart, dann muss er jeden Tag gut gebürstet werden, regelmäßig ins Bad und oft zum Frisör. Oder er ist und bleibt einfach ein schmuddeliger Schnoodle.
Intermedias hat Recht, wenn er so mistrauisch ist gegenüber allen, die sich "Züchter" nennen. Besonders jene amerikanischen Trendhunde"züchter", die nichts anderes als gewisenlose Hundevermehrer sind. Hunde sind ein lebendiges Kulturgut in unserem Kulturkreis.Sie schützten das Vieh, schleppten Lasten, halfen bei der Jagd und hatten viele Aufgaben, die dem Menschen nutzten, eine Zivilisation zu entwickeln. Selten wurde es ihnen gedankt. In vielen Rassen ist noch das genetische Erbe aufbewahrt, dass sie einst zu etwas besonderem machte. Bei aller Kritik an den absurden Auswüchsen der "Rassezucht". Heute verkommt dieser vierbeinige Kamerad aus der Zeit der frühen Lagerfeuer der Menschheit zu einem austauschbaren Modeaccessoire, dass schnell belanglos wird und besser durch einen japanischen Hunderobotor zu ersetzen wäre. Hunde haben, was Hundehasser nicht gerne glauben, eine uns verwandte Seele. Hunde "sprechen" mit ihren Menschen in einem Ausmass, das andere domestizierte Tiere so ausdifferenziert nicht haben. Der neue US Trend schert sich um Verkaufbarkeit und schreckt auch vor Genmanipulationen nicht zurück, die das Hundsein entkernen. Designerwesen ohne Eigenarten und ohne Geschichte.
Schon bei Spaceballs gabs den "Möter", halb Mensch, halb Köter, der konnte sogar ganz passabel ein Raumschiff steuern...
Ich hab's nicht sonderlich mit Rassehunden und schon gar nicht mit deren Züchtern, die die für alle möglichen Krankheiten anfälligen Kreaturen in die Welt setzen.
Aber diese neueste Tendenz (bellt nicht, haart nicht, schmutzt nicht) ist wahrscheinlich noch schlimmer. Dann lieber gleich einen Hunderoboter aus japanischer Produktion, der besteht nur aus Prozessor, Drähten und Plastik und kann frei Schnauze programmiert werden. Schöne neue Welt ...