Musikhören über Kopfhörer verursacht bei vielen Jugendlichen Hörschäden. Jeder Vierte hat bereits Probleme mit den Ohren.

Fast jeder vierte Jugendliche hat bereits Hörschäden. "Ein Drittel der Jugendlichen hört mindestens eine Stunde am Tag Musik, die manchmal sogar so laut ist wie ein Presslufthammer. Da ist Schwerhörigkeit vorprogrammiert", sagte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) am Montag in München.

Je kleiner, desto besser war einmal. Heute trägt man die Kopfhörer gern groß. (© Foto: iStockphotos)

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MP3- Player und Musikhandys seien zum ständigen Begleiter geworden. Ein Player könne maximal 100 Dezibel erreichen. "Bereits nach gut einer Stunde ist dann die Lautstärkebelastung erreicht, die man seinem Gehör nach Arbeitsschutzvorschriften innerhalb einer ganze Woche zumuten darf."

Viele nähmen das Problem aber nicht ernst, da die Folgen der Dauerbeschallung erst nach Jahren festgestellt würden. "Wenn jetzt jeder Vierte schon Hörschäden hat, kann man davon ausgehen, dass es bald noch viel mehr werden."

Ohrensausen nach dem Konzert

Schon heute seien bei den Krankenkassen die Kosten für Hörgeräte bei Jugendlichen deutlich gestiegen. Immer wieder müssten junge Leute nach Konzerten wegen Ohrensausen in der Notfallambulanz behandelt werden.

"Wenn die Nervenzellen im Ohr einmal geschädigt sind, dann ist das irreversibel. Dadurch geht ein Stück Lebensqualität verloren", sagte der Gesundheitsminister. Gesetzliche Grenzwerte oder Verbote sind seiner Ansicht nach aber keine Lösung.

"Die Jugendlichen sollen den Spaß an der Musik behalten, nur nicht mehr ganz so laut. Es gibt Momente im Leben, in denen Vernunft helfen kann", sagte Söder, dem selbst bei einem Hörtest ein "für sein Alter" sehr gutes Gehör bescheinigt wurde. "Wenn ich nicht höre, hat das oft wenig mit dem Gehör zu tun als damit, dass ich nicht hören will."

Um auf die Gefahren hinzuweisen, startet das Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule München das Programm "earaction", mit dem jeder sein Gehör online am Computer testen kann. "Im Internet kann jetzt jeder überprüfen, ob er sich selbst schon in einem kritischen Stadium befindet und außerdem ausprobieren, wie sich das anfühlt, wenn man schwerhörig ist", sagte Söder.

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(dpa/mmk)