Sie scheinen ohne Bewusstsein zu sein - doch weil ihre Augen offen sind, hat man bei manchen Koma-Patienten den Eindruck, sie seien wach. Britische Forscher berichten nun von einer Wachkoma-Patientin, die tatsächlich mitbekommt, was um sie herum vorgeht.
Fünf Monate verbrachte die 23-jährige Frau nach einem Verkehrsunfall mit Schädel-Hirntrauma in tiefer Bewusstlosigkeit. Dann öffnete sie tagsüber die Augen.
(© Foto: irisblende)
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Auf äußere Reize reagierte sie jedoch nicht. Auch zu willkürlichen Bewegungen war sie nicht fähig. Sie lag im sogenannten Wachkoma.
Britische Ärzte wollten nun genau wissen, ob die Frau tatsächlich nichts von ihrer Umgebung mitbekommt. Deshalb untersuchten sie zunächst die Reaktion ihres Gehirns auf einfache Sätze.
Dazu setzten sie eine bildgebende Untersuchungsmethode ein, die sogenannte Magnetresonanztomographie.
Tatsächlich änderten sich die Hirnaktivitäten bei der Patientin genau so, wie man es bei Gesunden erwartet hätte. Unklar war jedoch, ob sie den Sinn des Gesprochenen verstanden hatte.
Deshalb versuchte man es im nächsten Experiment mit doppeldeutigen Wörtern gleichen Klanges, aber unterschiedlicher Bedeutung. Wieder zeigte sich in der Bildgebung die gleiche Hirnreaktion, wie sie bei wachen Menschen nachweisbar ist.
In einem nächsten Test wurde die Frau mündlich aufgefordert, sich bestimmte Dinge vorzustellen. So bat man sie, ein Tennisspiel im Kopf ablaufen zu lassen. Auch sollte sie an einen Rundgang durch ihr Haus denken.
Und wirklich, jene Hirnbereiche, die bei der selben Aufforderung bei Gesunden arbeiten, zeigten auch bei der Patienten eine erhöhte Aktivität.
Wie die britischen Wissenschaftler im Fachmagazin Science (Bd.313, S.1402, 2006) schlussfolgern, zeigt dies, dass Wachkoma-Patienten tatsächlich in gewisser Hinsicht wach sind.
Insbesondere die Entscheidung der Patienten, auf Bitten zu reagieren, zeigt nach Einschätzung der Forscher, dass sie "sich ohne Zweifel ihrer selbst und ihrer Umgebung bewusst war."
Diese Kranken sollten ihrer Auffassung nach deshalb Zuwendung erfahren, auch wenn sie nicht reagieren können. Vielleicht stellt die Magnetresonanztomographie einen ersten Schritt auf dem Weg dar, mit ihnen kommunizieren zu können.
Und selbst wenn funktionale Bildgebungsverfahren keine Hinweise auf ein Bewusstsein zeigen, kann dies nicht als Beweis für ein Fehlen desselben gewertet werden. Schließlich "übersieht" auch diese Methode solche Hinweise manchmal sogar bei gesunden Freiwilligen.
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(Quelle: www.medical-tribune.de)
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