Werbung und Packung versprechen für das Kind nur das Beste. Doch die meisten Cerealien für Kinder enthalten übermäßig viel Zucker, Salz und Fett.
Viele Kinder und Jugendliche essen am Morgen nichts. Dabei machen es Getreideflockenprodukte Frühstücksmuffeln leicht: etwas Milch dazu und fertig.
(© Foto: iStockphotos)
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Eine Studie aus den USA zeigt nun, dass gerade solche Produkte, die durch Werbung Kindern und fürsorglichen Eltern als gesund und lecker erscheinen, eine ungünstigere Nährstoffbilanz haben als die anderen so genannten Cerealien (Journal of the American Dietetic Association, Bd. 108, S.702, 2008).
Insgesamt wurden 161 Produkte berücksichtigt, 73 davon waren explizit für Kinder. Die Analyse zeigte, dass die Kinderprodukte im Schnitt kalorienreicher waren und mehr Natrium, etwa in Form von Kochsalz, mehr Kohlenhydrate und vor allem mehr Zucker enthielten.
Der durchschnittliche Zuckeranteil lag um 52 Prozent höher. Niedriger war in den Kinderprodukten hingegen der Anteil an Ballaststoffen und Eiweiß.
Auf Kleingedrucktes achten
In deutschen Supermarktregalen zeigt sich die gleiche Tendenz: Kellogg's Cornflakes bringen es auf 8 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Die bunten Honey Loops und Choco Krispies Cruncher desselben Herstellers enthalten je 34 Gramm Zucker und damit mehr als das Vierfache.
Dagegen kommt das Schokomüsli von Naturkind mit 11,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm aus. Mit 1,2 Gramm Zucker sind "blütenzarte Köllnflocken" dabei - da steckt alle Süße aber bereits im Haferkorn.
Mehr als ein Drittel Zucker enthält auch Lion Cereals, ein Produkt von Nestlé. Zwei Verlockungen prangen auf der Verpackung: Für die Süßmäuler wird mit einem "Schoko- und Caramel-Erlebnis" geworben, für Gesundheitsbewusste mit der "Vollkorngarantie".
Wie hoch der Vollkornanteil ist, steht allenfalls im Kleingedruckten. "Oft ist der Anteil gering", sagt Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Mindestens 30 Prozent verspricht Nestlé auf seiner Homepage.
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Oberlehrerehaft und falsch.
Auf Englisch heißt es "cereal", und das deswegen weil Ceres die Göttin des Ackerbaus und damit des Getreides war. Und auch im Deutschen ist "Zerealien" als Begriff nicht nur für die Feiern sondern auch für Getreide keineswegs erst als Anglizismus aufgekommen sondern in der Wissenschaft (z.B. "Pseudozerealien" für getreideähnliche Pflanzen) durchaus schon länger bekannt.
Das ist jetzt leider etwas oberlehrerhaft, aber ich find das Wort wirklich übel. Cerealie ist ein altrömisches Fest zu Ehren der Göttin Ceres. Auf Englisch heißen Frühstücksflocken "cerial". Auf Werberdeutsch nimmt man den Namen der Lateinersause und selbst ein so renommiertes Medium wie die SZ plappert nach.
Für mich ist dies ein ethisches Thema und ich bin immer wieder überrascht, daß der einzelne Marketing-Mensch derartige, gegen die Gesundheit von Kindern gerichteten Produkte auf den Markt wirft - vor allem heutzutage, denn im Grunde ist doch jedem klar, daß er mit vernünftigen Produkten weitaus mehr Sporen sich verdienen, Geld, Ruhm und Macht gewinnen könnte. Allein sie scheinen noch nicht angekommen im Hier und Jetzt. Ich denke, die Marke selbst würde anders entscheiden.
Wir haben diese Situation vor kurzem so beschrieben:
"(Marken-)Ethik? Das ist ja eklig!" - No.08 der Medialen Alltagsmythen
Natürlich ist Ethik eklig - gut, daß sie uns schon früh aberzogen wird. Und aus gutem Grunde: Sie steht dem Profit diametral entgegen, denn sie bedeutet Respekt, Rücksicht, Empathie, Emotion, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit.
Wie bloß kann man derartiges von einem heutigen Manager erwarten, der doch seine Quartalszahlen liefern muß, der das letzte bißchen Qualität aus dem Produkt herausquetschen muß, um noch mehr Profit abzuliefern? ..."
weiter unter: http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2008/07/brandethics.html
bzw. direkt:
"Gib der Masse Zucker oder: Der Ruf nach einer neuen Markenethik"
http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2008/05/markenethik.html