Von Fabian Seyfried

Farbe in der Haut ist zum Mainstream geworden. Doch die farbigen Sticheleien können überraschende Folgen haben: So nimmt die Berührungsempfindlichkeit an der tätowierten Stelle offenbar ab.

Galten sie früher eher als anrüchig, so erfreuen sich Tätowierungen einer stetig steigenden Fan-Gemeinde.

Tätowierte Haut ist offenbar weniger empfindlich. (© Foto: dpa)

Anzeige

Spätestens seit auch immer mehr Prominente offen zu ihren Tattoos stehen, sind die Bilder und Texte in der Haut zum Mainstream geworden.

Doch neben ungeübten Tätowierern und schwermetallhaltigen Farbstoffen bergen Tattoos weitere Risiken. Todd Allen von der University of Northern Colorado stellte nun auf einer Tagung neue Forschungsergebnisse vor.

Wie die Zeitschrift New Scientist im Internet berichtet, konnte Allen an 54 Personen zeigen, dass tätowierte Bereiche schlechter auf Berührungsreize reagieren als unbehandelte Haut.

Der Wissenschaftler prüfte, ab welchem Abstand zwei einzelne Druckpunkte auf der Haut getrennt voneinander wahrgenommen werden. Das Ergebnis: Während die Haut von tätowierten Personen insgesamt genauso sensibel reagierte wie die der Teilnehmer ohne Tattoo, schnitten die einzelnen tätowierten Hautabschnitte schlechter ab.

Es gibt eine relativ geringe, aber signifikante Abnahme in der Empfindlichkeit, erklärte Allen. Am deutlichsten sei der Unterschied bei einem Kandidaten ausgefallen, dessen rechtes tätowiertes Bein deutlich unsensibler gewesen sei als das linke Tatto-freie.

Die genaue Ursache des Phänomens ist noch unklar. Todd Allen vermutet jedoch, dass die zahlreichen Nadelstiche während der Tätowierung die Nervenzellen unter der Haut abstumpfen lassen.

In der Folge seien die Nerven dann weniger anfällig für äußere Reize. Direkte Schäden am Tastsinns schließt der Forscher indes aus, da sich die zuständigen Zellen selbstständig heilen könnten.

Insgesamt verschlechterte sich die Empfindlichkeit durch Tätowierungen um gut zwölf Prozent. Ob sich daraus für Tattoo-Träger weitere Probleme ergeben, sollen Folgeuntersuchungen zeigen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(Quelle: www.medical-tribune.de)