SZ: Denkt Ihr in solchen Situationen daran, dass sich Menschen Sorgen um Euch machen? Oder seid Ihr da allein?
Sebastian Haag und Benedikt Böhm (rechts) bezwingen Achtausender in Rekordzeit. (© Foto: oh)
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Böhm: Allein. Du musst Entscheidungen treffen. Wahnsinnig schnell. Hast keine Zeit, nachzudenken. Alles andere ist völlig ausgeblendet. Du musst Dich zu 100 Prozent konzentrieren, es geht nur noch darum, dass du eine saubere Bewegung nach der anderen machst. Selbst wenn ich am Tag zuvor meine größte Liebe kennengelernt hätte - das hat da überhaupt keinen Platz.
SZ: Sebastian, Dein Bruder ist vor drei Jahren in einer Lawine ums Leben gekommen. Wie geht Deine Familie mit den Gefahren Deines Sports um?
Haag: Meine Eltern sind natürlich besorgt. Sie wollen nicht noch einen Sohn verlieren. Aber sie verstehen es, weil sie mich selbst zu dieser Leidenschaft gebracht haben. Das aufzugeben wäre, als müsste ich meine größte Liebe verlassen. Das würden sie nie verlangen.
Böhm: Meine Eltern sind froh, dass die Berge meine viele Energie in positive Bahnen gelenkt haben, sagen wir es so.
SZ: Müsst Ihr als Speedbergsteiger fitter sein als klassische Höhenbergsteiger?
Böhm: Wesentlich fitter. Du musst auch eine andere Einstellung haben. Anders trainieren. Gestern Abend bin ich noch dreimal auf den Wallberg geradelt.
SZ: Wie sieht Eure Ausrüstung aus?
Haag: Wie bei einer Tagestour in den Alpen, mit einem Medikamenten-Set: Cortison gegen Gehirnödeme und gegen Lungenödem haben wir Viagra dabei...
Böhm: ... das nimmt der Basti aber meistens für was anderes...
Haag: Nein! Das ist einfach die neue Standardmedikation für Lungenödeme.
SZ: Manche Menschen sehen in Grenzgängern wie Euch nur Verrückte.
Böhm: Naja, das muss man relativ sehen: Eine gewisse Risikobereitschaft brauchst Du. Wir sind aber keine absolut Kranken, die sich laufend in Lebensgefahr bringen. Der Alpenverein würde uns nie unterstützen, wenn wir verrückte Freaks wären. Wir machen diesen Sport und leben wahnsinnig intensiv. Ich könnte ohne dieses Ausgefülltsein nicht mehr leben, das ist ein ganz großer Teil von meinem Glück.
Haag: Ich kann Kritik schon verstehen, es sind sicher Leute darunter, die einen lieben Menschen in den Bergen verloren haben. Wobei ich da ja selbst dazugehöre. Ich denke, jeder muss einfach das machen, was ihm taugt.
SZ: Klassische Bergsteiger kritisieren, dass Ihr für Eure Speedbegehung ja auch deren Infrastruktur benutzt.
Haag: Das hängt von den Bedingungen ab. Klar benützen wir Fixseile, wenn welche angebracht sind. Logistisch und mental ist es eine Erleichterung, wenn schon eine vorgeebnete Autobahn da ist. Aber wir sind auch deswegen zum Manaslu, weil dort weniger los ist.
Böhm: Speedbegehungen gibt es ja nur wegen dieser relativen Zugänglichkeit. Zu Messners Zeiten ging es noch darum, überhaupt auf den Berg zu kommen. Speedbergsteigen ist der momentane Stand der Evolution des Bergsteigens.
SZ: Wird es irgendwann nur noch Speedbergsteiger geben?
Böhm: Nein. Das ist die Formel 1, die absolute Hochleistungssparte des Bergsteigens. Es wird nie viele Menschen geben, die das machen.
Haag: Die Kombination aus Speedbergsteigen und Skiabfahrt, die muss man auch echt mögen. Nicht nur können.
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Zweimal ist er in Deutschland dem Tod entkommen: in Bergen-Belsen und in München. Der Geher Schaul Ladany gehörte 1972 zu Israels Olympiateam. Das ist jetzt 40 Jahre her, doch die Erinnerung folgt ihm auf Schritt und Tritt. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 02.06.2009/bilu/gdo)
Ägypten
ist halt manchmal schnell tot. Auf mein Mitgefühl müssen diese Helden aber verzichten. Das eigene Ego bauchpinseln ist wohl der einzige Sinn dieser Adrenalinjunkies.
Dass das empfindliche Ökosystem "Hochgebirge" durch solche Selbstverwirklichungstrips nachhaltig gestört und auch zerstört wird, ist dabei nur ein vernachlässigbarer Kollateralschaden. Hauptsache, Spass....