Wenn einer schnarcht, der andere wacht, ist eine Ehe-Karriere schnell am Ende. Um dem vorzubeugen, schlafen immer mehr Paare getrennt.
"Er lebt." Das antwortete kürzlich die 60-jährige Lana Pepper auf die Frage einer Reporterin der New York Times. Die Frage war, ob sich die Entscheidung für getrennte Schlafzimmer gelohnt habe. "Ja", sagte Mrs. Pepper, "andernfalls wäre mein Mann jetzt tot."
Schnarchen: Immer mehr Menschen schlafen getrennt. (© Foto: istockphoto.com)
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In den USA, so eine aktuelle Studie, mache sich eine Tendenz zu getrennten Schlafzimmern auch infolge des Schnarch-Problems bemerkbar. Weshalb sogar zu hoffen ist, dass sich der Trend zu toten Ehemännern dementsprechend rückläufig verhält.
Ein Mann schläft und schnarcht. Und seine Frau plant - im Wortsinn: munter - sein Ableben. So etwa lassen sich etliche Ehe-Karrieren auch in Deutschland beschreiben. Weltweit gilt: Jeder fünfte Erwachsene schnarcht - allerdings sind dreimal so viele Männer wie Frauen betroffen. In der Gruppe der Männer über 50 ist sogar jeder Zweite ein Schnarchsack. Es liegt unter anderem am zunehmend schlaffen Gaumensegel, an Übergewicht und Alkohol. Keine Themen, über die Männer so richtig ins Plaudern geraten.
Schlafforscher bezeichnen das Schnarchen als wichtigste Ursache für die Störung des gemeinsamen Schlafens. In den USA klagen drei von vier Menschen darüber.
Kein Wunder also, dass sich ein Markt etabliert hat, auf dem nach allen Regeln der Kunst Schleimhäute gestrafft, Halszäpfchen entfernt und Rachengewebe versengt werden. Daneben gibt es allerlei Familiengeheimrezepturen, es gibt Nasenklammerkonstruktionen - und dann gibt es auch die Behauptung, dass kastrierte Männer nächtens eines sind: still.
Bei all der Schnarchforschung hat man eine einfache Formel übersehen, mit der schon Loki Schmidt, die Frau des früheren Bundeskanzlers, die Frage nach dem Geheimnis einer langen Ehe beantwortete: "getrennte Schlafzimmer". Das ist übrigens ein interessanter Widerspruch gegen die (besonders gern von Möbelherstellern vertretene) These, wonach die richtige und vor allem gemeinsam finanzierte Schlafzimmer-Schrankwand auch die kaputteste Ehe rettet.
Richtig ist etwas anderes. Neurowissenschaftler der Universität Wien fanden heraus, dass allein im Bett verbrachte Nächte "deutlich besseren Schlaf" fördern können als zweisam verbrachte. Die Medizin schlägt sich folglich auf die Seite der größer werdenden Zwei-Schlafzimmer-Fraktion, der jedoch immer noch eine Mehrheit der Gemeinsamschläfer (in Deutschland: 93 Prozent) gegenübersteht, die man für romantisch halten könnte.
Jedoch: Die Kulturgeschichte des gemeinsamen Schlafzimmers verrät, dass es um reine Ökonomie geht. Wenn man wenig Platz hat, rückt man zusammen. Erotik, gar Romantik sind, wohngeschichtlich betrachtet, Sekundärtugenden im Bett. Das bäuerliche Schlafzimmer hatte seinen Platz folgerichtig dort, wo es warm ist: über dem Stall. In großzügigeren Lebensverhältnissen kannte man "Herrenzimmer", "Zimmer der Dame" - und das "Boudoir" im anderen Schlossflügel.
Die erwähnten Forscher aus Wien fanden übrigens heraus, dass Männer irrtümlich annehmen, in Gegenwart der Partnerin besser schlafen zu können. Bei Frauen ist es umgekehrt. Vermutlich brauchen wir mehr als nur zwei Schlafzimmer, um Frauen und Männern zu helfen. Am besten zwei Planeten.
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(SZ vom 14.3.2007)
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Mein Partner schnarcht und ich schlafe wie eine Mischung aus Robbenbaby und olympischer Schwimmerin, also sehr unruhig. Die fuer uns beste Loesung sind getrennte Schlafzimmer. Bislang ohne Verlust jeglicher Romantik, obwohl eine englische Freundin bei Besichtigung unserer Schlafgemaecher kuerzlich entsetzt ausrief: "Romance is dead!!"
Herr Matzig, was meinen Sie bitte mit Ehe-Karriere? Müssen denn alle Lebensbereiche wie Unternehmensbereiche bezeichnet werden? Oder gibt es einen tieferen Wortsinn für Sie?
Der Schlusssatz ist wohl zutreffend. Aus nämlichem Grund hatten wir von Anfang an getrennte Schlafzimmer. Insgesamt kam auch dadurch wenig eheliche Freude auf, Das Entstehen von Vertrautheit wurde verhindert. Fazit. Totalabsturz.