Die Bundesregierung denkt über neue Maßnahmen nach: Zigaretten könnten teurer und künftig nicht mehr über Automaten vertrieben werden.

Nach den weitgehenden Rauchverboten in der Öffentlichkeit wollen Experten des Nationalen Drogen- und Suchtrats den Kampf gegen das Rauchen weiter verstärken. Die Arbeitsgruppe Suchtprävention spricht sich für ein Verbot von Zigarettenautomaten und eine regelmäßige Erhöhung der Tabaksteuer aus, wie das Büro der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) am Freitag in Berlin bestätigte.

Rauchen wird teurer; ddp

Rauchen: ein zunehmend teurer Spaß (© Foto: ddp)

Anzeige

Zugleich relativierte ein Mitarbeiter Berichte über gleichlautende Pläne der Bundesregierung: Es handele sich "lediglich um erste wissenschaftliche Empfehlungen an den Drogen- und Suchtrat". Somit sei "noch lange nicht gesagt, welche politischen Maßnahmen die Drogenbeauftragte aufgreifen wird".

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Suchtprävention" umfassen eine "regelmäßige Anhebung der Steuersätze auf Tabakprodukte" plus Preisaufschlag für die Finanzierung von Suchtprävention, wie die Bild-Zeitung am Freitag berichtete. Die Arbeitsgruppe rät außerdem zum Verbot aller Zigarettenautomaten und "weiteren Werbebeschränkungen für Tabakprodukte". Dazu zählen der Zeitung zufolge das Verbot von großen Plakaten oder ein weitgehendes Rauchverbot in "Film- und Fernsehproduktionen, die mit öffentlichen Mitteln (ko-)produziert werden".

Als weitere Maßnahme schlagen die Experten laut Bild vor, die Freimengen der Einfuhr billigerer Zigaretten aus anderen EU-Staaten zu senken. Fotos von Krebserkrankungen und anderen Folgen des Rauchens auf den Schachteln sollen demnach vom Zigarettenkonsum abschrecken, insgesamt brauche es mehr Aufklärung sowie mehr Entwöhnungskurse.

Hintergrund der Überlegungen ist das geplante nationale Aktionsprogramm zur Tabakprävention, das Bätzing Ende des Jahres vorlegen will. Der Drogen- und Suchtrat unter ihrem Vorsitz will bis zum Herbst über seine Vorschläge dafür beraten, damit die Drogenbeauftragte der Bundesregierung diese anschließend mit den verschiedenen Ressorts - etwa Gesundheit, Finanzen, Verbraucher- sowie Jugendschutz - abstimmen kann. Der den Drogen- und Suchtrat beratenden Arbeitsgruppe Suchtprävention gehören Vertreter etwa der Suchtforschung und von Suchthilfeeinrichtungen an.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(AFP/imm/mmk)