Nur jeder siebte Konsument folge beim Kauf der Cholesterinsenker einer Empfehlung seines Arztes oder Apothekers, jeder vierte hingegen sei durch die Werbung der Hersteller motiviert. Dabei könne der Verzehr großer Mengen von Pflanzensterinen möglicherweise zu Gefäßschäden führen, denen man eigentlich vorbeugen wollte.
Seitdem Nestlé 1994 mit seiner Marke LC1 erstmals einen mit Bakterienkulturen angereicherten Joghurt einführte, boomt der Markt für sogenanntes Functional Food in Deutschland. (© Foto: Getty Images)
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Auch die verbreitete Ansicht, die Zufuhr von Vitaminen könne der Gesundheit eigentlich nur dienen, hält einer wissenschaftlichen Betrachtung zum Teil nicht stand. Vor allem Raucher versuchen, ihr gesundheitliches Risiko zu verringern, indem sie zu Lebensmitteln greifen, die mit Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamins A, angereichert sind. Studien konnten dabei jedoch keinerlei Schutzeffekte beobachten. Im Gegenteil: Raucher, die über längere Zeit definierte Dosen von Beta-Carotin erhielten, starben häufiger an Lungenkrebs und Herz-Kreislaufkrankheiten. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Jena, Leipzig, Potsdam und Boston förderte noch brisanteres zutage. Demnach können synthetische Vitaminpräparate sogar die gesundheitsfördernde Wirkung von Sport unterdrücken. Nur der gesundheitsfördernde Effekt von frischem Obst und Gemüse sei unter Fachleuten unumstritten.
Abfälle aus der Mehlherstellung sollen Diabetes vorbeugen
Trotz der zahlreichen Unwägbarkeiten gehen manche Firmen sogar so weit, dass sie bereits Tests anbieten, um Gen-Profile zu erstellen, aus denen sich individuelle Diäten ableiten lassen. Dahinter steht die Idee der sogenannten Nutrigenomik, wonach die individuellen Gene darüber entscheiden, welche Ernährung für die eigene Gesundheit optimal ist. So weiß man zum Beispiel, dass eine bestimmte Genvariante einen positiven Einfluss auf den Spiegel des "guten" HDL-Cholesterins bei den Frauen hat, die weniger als vier Prozent ihrer täglichen Kalorien aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren beziehen. Trägerinnen einer anderen Variante sind hingegen im Vorteil, wenn mehr als acht Prozent der Kalorienaufnahme aus diesen Fettsäuren besteht, die in Nüssen und Fischen vorkommen.
Für Hans-Georg Jobst, Leiter des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, sind die Testangebote der Firmen dennoch nicht mehr als "genetische Horoskope". Bislang gelang es nämlich nur, 20 bis 30 von geschätzten zwei Millionen möglichen punktuellen Mutationen im Genom mit Ernährungseffekten in Zusammenhang zu bringen. Dabei stellte sich auch heraus, dass die meisten bisher bekannten ernährungsrelevanten Effekte dieser Mutationen sehr klein sind. Andere Risikofaktoren wie einseitige Ernährung, Rauchen, zuviel Alkohol oder mangelnde Bewegung überlagern die genetischen Effekte deutlich.
Ernährungsweise schadet der Gesundheit
Ernährungsphysiologin Hannelore Daniel von der Technischen Universität München sieht in dem Wunsch vieler Kunden nach funktionellen Lebensmitteln deshalb eher "einen pragmatischen Ansatz für unsere schnelllebige Zeit". Den meisten Menschen sei nämlich sehr wohl bewusst, dass ihre Ernährungsweise der Gesundheit schade, daher leisteten sie sich einen Ablassbrief in Form funktioneller Lebensmittel. "Wenn sich alle Menschen ausgewogen ernähren würden, vor allem viel Obst und Gemüse äßen, bräuchte man die funktionellen High-Tech-Lebensmittel eigentlich nicht." Hinzu komme, dass vor allem die ohnehin Schlanken und Gesundheitsbewussten zum Functional Food griffen.
Dennoch nimmt auch sie an, dass die Forschung nach gesundheitlich wirksamen Lebensmitteln weiter gehen wird. Experten sind sicher, dass das Feld noch längst nicht ausgereizt ist. Forscher spüren immer neue Stoffe auf, die sich möglicherweise irgendwann einmal mit Gewinn vermarkten lassen. An der Technischen Universität Dresden etwa erforschen Lebensmittelchemiker die blutdrucksenkende Wirkung spezieller, aus Molke gewonnener Eiweißstoffe (Peptide), die einmal Bestandteil funktioneller Lebensmittel sein könnten. Am Deutschen Institut für Ernährungsforschung sind Forscher auf der Suche nach einem Stoff, der Speisen salziger erscheinen lassen soll. Er könnte einmal, ähnlich der Jodierung von Salz, routinemäßig Lebensmitteln zugesetzt werden und den Kochsalz-Verbrauch der Bevölkerung reduzieren. Zuviel Natriumchlorid gilt als Risikofaktor für Bluthochdruck.
Vielleicht kommen in Zukunft auch wieder die guten, alten Ballaststoffe zu neuen Ehren. Epidemiologische Studien zeigen nämlich, dass Menschen, die viel Vollkornbrot essen, ein um dreißig Prozent niedrigeres Infarktrisiko sowie ein geringeres Diabetesrisiko hätten. Diese Wirkung zeigten allerdings nur unlösliche Ballaststoffe, nicht aber die präbiotischen, löslichen Stoffe, die schon heute von den Herstellern in Joghurts gemischt würden. "In Hamburger-Brötchen etwa könnte man locker zehn Prozent Reste aus der Mehlherstellung reinbacken, ohne das man das merkt", sagt Ernährungswissenschaftler Pfeiffer. Diese Abfallstoffe seien billig, der Effekt auf die Volksgesundheit groß. "Wenn sie Diabetes nur um zehn Prozent reduzieren, sparen sie ein paar Milliarden." Leider habe McDonald's schon abgewunken. "Die wollen partout ihre Rezepturen nicht ändern."
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Zweimal ist er in Deutschland dem Tod entkommen: in Bergen-Belsen und in München. Der Geher Schaul Ladany gehörte 1972 zu Israels Olympiateam. Das ist jetzt 40 Jahre her, doch die Erinnerung folgt ihm auf Schritt und Tritt. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 22.08.2009/aro/bre)
Debatte über Urheberrecht
"Wenn Sie fest an Probiotika glauben, dann hilft es schon"
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Ich glaube ganz fest, und sofort geht mir's besser ....
Eigenartig wenn man Geld und Religion und den Glauben an Milchpantschern und die Gehirnwäsche der Religionen vergleicht und zum Schluss kommt, dass beides sehr ähnlich ist kommt jemand und Petzt. Was meine letzte These, die ich hier nochmals wiedergebe bestärkt: Und wenn man damit einmal angefangen hat, lässt es sich ohne innere Selbstverleugnung nicht mehr aufhören.
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