Jurij Seitenzahl, 20, arbeitet in bei einem Pharmaunternehmen in der Qualitätssicherung und ist Cheerleader

Jurij Seitenzahl

Jurij Seitenzahl ist Cheerleader bei den FTG Allstars. Ihm gefällt die Mischung aus Stunts, die an Martial Arts erinnern, und Bodenturnelementen. (© oH)

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Wenn ich erzähle, dass ich Cheerleading mache, bekommen meine Gesprächspartner einen seltsamen Gesichtsausdruck. Sie denken nur an die bunten Puschel, und an ihren Gesichtern kann man gut die Gedanken ablesen: "Der muss schwul sein." Wenn ich ihnen erkläre, was richtiges Cheerleading bedeutet und was für eine Sportart das ist, sind Vorurteile jedoch schnell vom Tisch.

Bevor ich zum Cheerleading kam, habe ich viele andere Sportarten ausprobiert: Thaiboxen und Hapkido zum Bespiel, und parallel dazu Geräteturnen. Dann habe ich mal bei einem Training meines jetzigen Vereins, des FTG Pfungstadt, zugeschaut und war begeistert von der Leistung, die dort gezeigt wurde.

Cheerleading ist ein sehr vielseitiger Sport, der aus verschiedenen Elementen besteht: dem Tumbling zum Beispiel, das ist in etwa mit Bodenturnen zu vergleichen. Außerdem die Baskets, das sind Figuren, in denen die Mädchen durch die Luft wirbeln, oder die Stunts, das sind die Hebefiguren.

Ursprünglich bin ich wegen des Tumbling dabeigeblieben, denn damit konnte ich meine vorherigen Sportarten, den Kampfsport und das Turnen, miteinander vereinen. Seitdem ich vier Mal pro Woche trainiere, ist für die nämlich weder Zeit noch Kraft übrig.

Leider denken die meisten Leute in Deutschland bei Cheerleading nur an eine Form dieser Sportart, nämlich den Cheer Dance: Das sind die Mädels mit den Puscheln, die beim Football die Spieler anfeuern. Das ist schade, denn eigentlich ist Cheerleading ein selbständiger Sport, wir haben sogar eigene Meisterschaften. Wir cheeren zwar manchmal für andere Sportarten, aber das ist eher, um unsere Vereinskasse aufzubessern.

In den USA sind männliche Cheerleader verbreiteter, es gibt sogar spezielle College-Stipendien. Dort liegt auch der Ursprung des Sports: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Studenten, die auf das Spielfeld liefen, vom Rand aus das Team anfeuerten und das Publikum zur Unterstützung der eigenen Mannschaft animierten. Überhaupt war das Cheerleading ursprünglich eine reine Männersache.

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