Wer barfuß läuft, schont seine Gelenke - zu diesem Ergebnis kamen nun auch Forscher aus Harvard. Sie können erklären, warum Laufschuhe die Knie unnötig belasten.
Wer barfuß joggt, schont offenbar seine Gelenke. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um den Evolutionsbiologen Daniel Lieberman von der Universität Harvard (Nature, Bd. 463, S. 531, 2010). Die meisten Jogger mit Schuhen setzen zuerst mit der Ferse auf dem Boden auf - das belaste die Knie und andere Gelenke mit bis zu dem Dreifachen des Körpergewichts, schreiben die Autoren.
Die meisten Jogger mit Schuhen setzen zuerst mit der Ferse auf dem Boden auf - das belaste die Knie und andere Gelenke. (© Foto: dpa)
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Ohne Schuhe treffen Läufer in der Regel eher mit dem Ballen oder dem Mittelfuß auf. Der Aufprall werde dabei bereits stark abgefedert, bevor dann die Ferse aufsetzt und der Stoß über das Gelenk weitergeleitet werde.
Die Wissenschaftler verglichen für die Studie Läufer aus den USA und dem Rift Valley in Kenia, die entweder mit Schuhen oder barfuß liefen, beziehungsweise erst seit einiger Zeit auf Schuhe verzichteten.
"Die meisten Menschen glauben heute, es sei gefährlich und schmerzhaft, barfuß zu laufen", sagt Lieberman. Aber das Gegenteil sei der Fall. Selbst auf hartem Untergrund sei es angenehmer, ohne Schuhe zu laufen - es könnte sogar zu weniger Verletzungen führen. "Alles, was man braucht, ist etwas Hornhaut an den Füßen", sagt Lieberman.
Zu einem ähnlichen Ergebnis war erst im Dezember eine Gruppe um Geoffrey Keenan von der University of Virginia in Charlottesville gekommen. Die Forscher hatten 68 Probanden jeweils barfuß und mit Joggingschuhen auf ein Laufband geschickt. Die Hüfte wurde dabei im Schnitt um 54 Prozent stärker belastet, wenn die Läufer Schuhe trugen. Auch das Kniegelenk war stärkeren Belastungen ausgesetzt, wenn die Probanden Joggingschuhe trugen.
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(SZ vom 28.01.2010/pfau)
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was Liebermann et in Nature publizieren, ist altbekannt... Vorfusslaufen ist schonend für die Gelenke - aber anspruchsvoll für Muskulatur und Sehnen...
einfach mal ein wenig recherchieren... und voila.. schon liest man z.B in Steffnys Laufbuch (Erstauflage 2004 !!!) diese jetzt als breaking news verkaufte Theorie...
Wieder so ein fragwürdiger Artikel in der SZ! Der medizinische Laie Herrmann suggeriert, daß Entlastung grundsätzlich besser ist als Belastung. Weiterhin müßte das Barfußlaufen von frühester Kindheit an konsequent in der gesamten Gesellschaft praktiziert werden, da ja auch das Knochenwachstum involviert ist. Eine spätere Umstellung mag in Einzelfällen möglich sein, ist aber insgesamt eine utopische Theorie (siehe auch die umstrittenen Thesen von Dr. Strunz).
Ich habe jetzt 60 Jogging-Jahre mit Laufschuhen als Fesenläufer hinter mir, meine Gelenke sind alle in Ordnung. (Und das Herz-Kreislaufsystem natürlich erst recht).
Ein sinnvoller Vergleich wäre also:
- Fersenaufsetzer mit Laufschuhen gegen solche barfuß
- sowie Ballenaufsetzer mit Laufschuhen gegen solche barfuß
Ich kann mir vorstellen dass bei Fersenaufsetzern jene mit Turnschuh gesünder laufen als die die Barfüßler. Hier hat man mal wieder Äpfel mit Dirnen verglichen!(-:
Beim Sprinten macht man doch ohnehin nichts anderes als mit dem vorderen Teil des Fußes aufzukommen. Alles andere wäre enorm ineffektiv (und sähe lächerlich aus)!
Joggen mit der "Ballen-Technik" (mit Schuhen) habe ich ausprobiert und fand's gut. Hatte halt erstmal Muskelkater in den Waden...
... man mit den Ballen zuerst (oder sogar ausschließlich mit den Ballen!) aufkommt.
Ich bin jahrelang gejoggt und habe das praktiziert, weil es angenehmer zu Laufen war (keine heftigen Erschütterungen, die sich über die Wirbelsäule bis zum Kopf fortpflanzen, wie beim Aufsetzen mit der Ferse).
Es ist nur etwas ungewoht, und mancher schämt ich vielleicht,weil er glaubt, es könnte komisch aussehen.
Tut es aber nicht. :-)
Nur wenn man sprintet ist es unpraktikabel, aber beim gemütlichen Joggen ist es ideal, und trainiert auch schön die Waden...
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