Die Kasachen sind ein zähes Volk - wie Menschen am verseuchten Aralsee mehr als 100 Jahre alt werden
Kasachstan hat eine Volkszählung durchgeführt, die zweite seit Ende der Sowjetunion, und dabei Bemerkenswertes über sich erfahren. Erstens: Die Kasachen sind ein zähes Volk. Immerhin 26 von ihnen sind älter als 100 Jahre alt. Zweitens: Manche Kasachen sind sogar noch zäher. Zwölf der 26 Greise leben im ökologischen Katastrophengebiet, nämlich am Aralsee.
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In ihrer Milch steckt ein Geheimnis: Die kasachischen Kamele. (© Foto: dpa)
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Einst war der Aralsee der viertgrößte See der Welt, ein Binnenmeer zwischen Syrdarja und Amudarja. Dann ließen die Bolschewisten die Wüste erblühen und den Aralsee sterben, das Wasser versickerte auf riesigen Baumwollfeldern. Heute umfasst er nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Größe.
Auf dem Boden lagert sich Salz ab, das sich nach giftigen Staubstürmen tonnenschwer auf das Land legt. Der trockene Grund brütete Termiten aus. Einstige Fischfangorte wurden zu Geisterstädten. Die Vereinten Nationen halten den Aralsee für die größte menschengemachte Öko-Katastrophe der Geschichte.
Und wenn schon, könnte man als kasachischer Hundertjähriger sagen. Acht der Hochbetagten leben direkt im Aral-Gebiet, vier weitere in Kasaly nicht weit entfernt, hat Bachyt Sapar, Chef der regionalen Statistikbehörde, dem Sender Radio Free Europe gesagt.
Und dann hat er das Rätsel gelüftet: In dieser Gegend seien Kamele traditionell sehr zahlreich, so Sapar, offenbar haben die Alten regelmäßig "Schubat" getrunken, fermentierte Kamelmilch. Sollte sich dieser Zusammenhang bewahrheiten, dürften die Anwohner von Schwefelgruben, Atomkraftwerken und der Love Parade Hoffnung schöpfen. Und ein paar Liter Kamelmilch ordern.
Zweimal ist er in Deutschland dem Tod entkommen: in Bergen-Belsen und in München. Der Geher Schaul Ladany gehörte 1972 zu Israels Olympiateam. Das ist jetzt 40 Jahre her, doch die Erinnerung folgt ihm auf Schritt und Tritt. Seite Drei. Jetzt lesen ...
(SZ vom 10.03.2009/bilu)
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