Gecasteter Ex-Star "Ich werde jetzt überall spielen, wo's geht"

Am Ende wird bei "Deutschland sucht den Superstar" wieder ein neues Pop-Sternchen geadelt. Tobias Regner hat das alles schon hinter sich.

Von Interview: Rudolf Neumaier

Seit Wochen schon leiden Fans und Familien mit den mehr oder minder begabten Kandidaten bei "Deutschland sucht den Superstar". Am Ende wird das Publikum per Quote wieder ein neues Pop-Sternchen adeln, das sich voller Hoffnung ins Musikgeschäft stürzt. Tobias Regner, 24, aus dem oberbayerischen Teisendorf hat das alles schon mitgemacht: Er siegte in der dritten Staffel der Castingshow. Kurz darauf erschien seine Debüt-Single, die Rock-Ballade "I still burn".

Gecasteter Ex-Star

Brennt noch: Tobias Regner.

(Foto: Foto: ddp)

SZ: Am 18. März 2006 haben Sie die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" gewonnen. Fühlen Sie sich als Superstar?

Regner: Das Gefühl ist ziemlich verblasst seitdem. Der Hype war riesengroß - ein schönes Leben. 18 Auftritte in drei Wochen, dann die Festivals im Sommer. Die erste Single lief super, die zweite nicht mehr ganz so toll und von der dritten haben leider nur noch die wenigsten etwas mitbekommen. Kommerziell ist der Abwurf momentan nicht so gut wie vor einem Jahr. Aber von meinen Hardcore-Fans sind immer noch ein paar hundert übrig.

SZ: Immerhin.

Regner: Als ich vor ein paar Tagen durch die Münchner Fußgängerzone gegangen bin, haben mich komischerweise nur noch zwei Leute erkannt. Aber vor einem Jahr wäre ich nicht mit dem Autogrammschreiben fertig geworden. Naja, liegt vielleicht am Vollbart, den ich mir habe wachsen lassen.

SZ: War's das mit der Karriere?

Regner: Hoffentlich nicht! Mein Image als Musiker ist gut, Ende März bin ich in zwei Kategorien für den Musikpreis Echo nominiert. Und ich stehe bei einer Plattenfirma unter Vertrag. Die Bekanntheit ist irgendwie da, das muss ich nur wieder umwandeln in Begeisterung. Im Moment suche ich eine Band und schreibe Songs.

SZ: Im Studio?

Regner: Nein. Zu Hause in Teisendorf, im Gitarrenstüberl meiner Mum. Da habe ich meine Ruhe, und unser Acht-Spur-Digital-Recorder reicht zum Demo-Machen. Eins kann ich aber schon jetzt sagen: Musikalisch wird es einen Stilbruch geben.

SZ: Sie haben sich der Rockmusik verschrieben. In welche Richtung soll's denn jetzt gehen?

Regner: Es wird eine Schiene härter. Das taugt mir eher. Ich hoffe auf viele Live-Auftritte - nur live kann man zeigen, was man als Musiker drauf hat. Ich werde jetzt überall spielen, wo's geht.

SZ: Auch im Bierzelt?

Regner: Kommt drauf an, was für ein Bierzelt das ist.

SZ: Haben Sie sich denn für das viele Geld, das Sie verdient haben, etwas Schönes gekauft?

Regner: Die größten Anschaffungen waren ein Laptop und eine neue E-Gitarre. Ich versuche, das Geld so gut wie möglich zusammenzuhalten, weil ich nicht weiß, wie es in Zukunft aussieht.

SZ: Dass alle Rockmusiker Draufgänger sind, ist dann wohl ein Missverständnis.

Regner: Sicher ist, dass ich Musiker bleibe - in welchem Ausmaß, wird sich zeigen. Sollte es für den Lebensunterhalt nicht reichen, gehe ich in meinen Beruf als Kommunikationsdesigner zurück. Das habe ich studiert.